Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 10 (4.2.1921)
- Date
- 1921-02-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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‘ 2295.— BimcT««: p.-- m 1 Redaknv» uni 5 MöhrU^.—siran »ifliuitrnott au.» tneröi-n nur ofcttt G^a». iioinuien unk aukbewal<rl t - B-rvtttchiunu Ain :l!iidirtiounn wird nicht anerkannt gam'ffl* ftunb.n der Stedaktror, 'aul'ch von ll nt, ,S UK vnrmitiaus. iLinenrum de? UlüdNch-.i der. laste-" rest tScu.>m^. H in Mährrtch-^strau Ißy verantwortlicher 3ieltstrie^r^ ^r-yy Husto Herrrnann In >- 3. Jahr. 9fr. 10 Monnement «snM. *"*3E Miä§d. K20.W Das jüdische BolkSblatt" «ft kein Lokalblatt, londern al» D«ria»t> zeitvng da,» brruirn. den nationalen. kulturelle« und wirtichait. ltchen Interessen der bewußten Iudenlchast im aanzen iscbrchoslcwakischen Staate und t» Gal«. ,ien ,u dienen - Inieralr koke« 30 h für die Sfach stespattene Millimeter,eile- «nrrLae »ür In- ,erste übernehmen außer der Administration alle «rößeren Annoncenerpedttioneu. Erscheint ie» den DienStaa und Ireitast. 26. Schöbet 5681. 5b- 838.— 358.20 127.— 328.63 97.88 188.5? 7.96 58.- Ofijtif tufeii, unmt rit* fein 4er» dem innen allen denen mnte. in d. r < t 5<rt>- Pe» raidt 3ft gsa steten Die Arbe it in der <§chweiz. Obschon die jüdische Gesamtbeoölkerung der Schweiz nur etwa 20.000 Seelen beträgt, haben sich die Zionisten der Schweiz anläglich der in Baden und Basel abgehaltenen Tagungen des Landeskomitees entschlossen, die Keren 'Hajessod - Aktion mit alter Energie durchzuführen, damit das Judentum des Landes der zionistischen Kongresse und des Völkerbundes seine Pflicht, am Aufbau vonErez Israel mitzuwirken, erfüllen kann. Zunächst galt es, weisere jüdische Kreise über die Zweckbestimmung des Keren Hajeffod aufzu'llären und mit den Zionisten in verschied nm Zentren zwecks Vereinheitlichung der Aktion in Fühlung Zu treten. Zu diesem Zwecke reisten die Vertreter des Zentrllomiatees des Schweidlichen «Zionijlenverbandes Dr. S. - Brauirschwieg (Präsident), Jacques Marx (Vizepräsident) und Tr. M. Schabad (Zentralfekreiär) nach Zürich und nach Bern. 2n Bern waren sie von Herrn Moritz Levy, Delegierter der Schweiz, an der Jahreskonfev.niz begleitet. Ter Präsident und der Sekrtär des Zronistenverbandes hielten ferner Propagandavorträg: in Emf. anläßlich der Eröffnung der Völkerbundversammlung, hchterer auch in Basel, Baden, Luzern und Zürich In Basel wurde vom Zentralkomitee unter, Mitwirkung der Vereine Zion und Misrachi ein: Keren Hasessod-Kommissivn gebildet, die ihre Tarierungs- und Kontingentie. ung-arbeit kürzlich beendete und im Begrifse ist, das Inkasso der Abgaben zu beginnen Auch in St Gallen und Bern ist die Arbeit in Angriff genommen In St. Gallen machte sich um die Propaganda unter anderem Herr Tor^ Kadischowitz verdienstlch Der Vortragspropaganda parallel ging die Propaganda in der jüdischen Presse des Landes. | Am 19. T^ember sprach Herr Nahum, 'Sokolow nach Ochluß der Völ'.rrbundversam^alung dreimal öf,entkich in Basel mit außer-i ordentlichem Erfolg. Er nahm bei dieser Gelegenheit auch mit Nichtorganisierten jüdischen Kreisen Fühlung. Das Landeskomitee des. Schwotzerischrn Zronistenverbandes nahm im Anschluß an das Referat von Herrn Sokolow^ nachfolgende Resolution an: | Das am 19. Dezember 1920 im Erosratscral des Baller Rathauses in außer-' ordentlicher Tagung versamm l e erweiteretz üandeskomitee des Schweizerischen Zionii-en- -erbandes, nach Anhörung eines Nefrraies von Nahum Sokolow über dir aliudien (Fortsetzung auf Seite 2.) Feuilleto«. t Vrof. kiustem und der „wissenschaftliche" AmisemMsmus. Der „Wiener Morgenzeitung" entnehmen I i wir folgende Zeilen, die bei der großen Popularität der Gelehrten auch für unsere Leser vom Interesse sein dürsten: Der zeitgenössische Antisemitismus ist , schon seit Jahren bemüht, aus seinem Gemisch von Haß und Neid eine Art „Weltanschauung" zu machen. Das Demagogentum des Schimpf- und Knüppelantisemitismus aus der Zeit der Ahlwart-Pückier oder Schönerer, Wolf seligen Angedenkens paßt nicht recht für den „vornehmen" „wissenschaftlichen" Antisemitismus. Dieser Antisemitismus der „gebildeten" Welt stützt sich in seinen Beweisniitteln ans „Autoritäten" roie Lagarde, Engen Dühring, *' t/ Adolf Bartels. Wo er sich ethnographisch oder raffenpsychologisch zu stützen sucht, taucht die Gestalt des Grafen Gobineau auf. Sein / letzter Ausläufer ist Houston Stewart Chamber- V lain, dessen Werk „Tie Grundlagen des 19. ) b Jahrhilnderts" (1899) in allen nationalistischen s ^Kreisen enthusiastische Aufnahme fand und für das man auch den seinerzeitigen Kaiser Wil- . ltz'lm zu interessieren wußte. Dieser Atnw- ) sch.'äre entspringt auch die Hetze gegen Professor 1 Einstein und seine Relativitätstheorie, wie alle bisher inszenierten Angriffe auf Gelehrte und 'L «Entdecker indischer Abstammung, so beispiels- Die jüdischen sozialistischen Parteien« und Palästina. Von Jechiel Halpern, Wien. Die Stellung der verschiedenen jüdisch oziallstzschcn Parteien und Gruppen zum Zionismus ist bekanntlich keineswegs einheitlich. Dille leugnen überhaupt die Möglichkeit einer beträchtlichen, ständigen Palästina-Emigration jüdischer Massen, andere glauben eine solche Möglichkeit zu sehen, messen ihr aber keine andere Bedeutung bei als jeder anderen jüdischen Massenwanderung nach irgend en:m Lande; ein Teil der jüdischen Arbeiterschaft endlich sieht in der Pälästinawanderung besondere Konzentrattonstendenzen ut> den Keim der Schaffung eines jüdischen Staates durch die Entwicklung einer jüdischen Mehrheit in Palästina. Wovon aber am wenigsten gesprochen wird, was mir jedoch als das wichtigste er scheint, das ist die soziale Umwälzung im jüdischen Leben, di: durch eine Masssneiwgration nach Palästina bedingt ist. Das wichtigste ist nicht oie Entstehung einer jüdischen Mehrheit in irgend einem Lande, sondern die soziale Umschichtung der jüdischen Maßen, die im Palästinismns ausgedrückt ist. Denn die Auswanderung - nach Palästina bedeutet für die weit überwiegende Mehrheit der jüdischen Emigranten itrt erster Reihe nicht vor allem Wechsel des Wohnortes, sondern Wechsel der Berufe-, nicht nur Uebersiedlung von einem Laude in ein anderes, sondern vor allem Uebergang aus einer sozialen Schicht in eine andere. Es genügt ein Vergleich, zwischen den allgenreinen statistischen Ziffern über die Berufe der Auswanderer nach Palästina und über jene der Neueingewanderten in Palästina, irm Zu ersonnen, welche Revolution im sozialen Si-'n: der Palästrnisi.lus für das jüdische Volk bedeutet. Mit Ausnahme einer verhältnismässig ge ingea Zahl jüdischer Kausleule und Beamten, die in Paläjlina ih.e frühere Berusstäligfeit fortsetzen, ist die Uebersiedlung nach Palästina fast für jeden Emigranten ein Berufwechfel. Sie ist es für die dellasfierten Lnstmenschen, die sich in Palästina produktiver Arbeit widmen, sie ist es für die meisten auswandenrden Händler und Vermrtller, dir zur Handarbeit übergehen, sie ist es schließlich für düe groß- Masse her jüdischen Jugend, die d e Schulbank, das Politisieren oder die Geschäfte ihrer Väter, denen sie, zu Hause behilflich waren, verläßt, um sich physischer Aröstt. Zumeist auf dem Lande, zu widmen. Dir Palästinawandernng ist aber auch für die auswandernden jüdischen Arbefter selbst von revolutionärer Bedeutung. Sie sind im Ealuth, wie man weiß, nahezu völlig von der Urproduktion ausgeschlossen und an der weise auf Paul Ehrlich, Franz F. Friedmann, den Erfinder des Tüberkuloseserums, von diesem Kreise ausgegangen sind. Die Verhandlungen des Naturforschertages in Nauheim am 23. September v. I. haben jedoch dem berühmten Entdecker der Relativitätstheorie die erwartete Genugtuung und Anerkennung seitens der hervorragendsten Vertreter seines Faches gegenüber den von antisemitischer Seite gegen ihn erhobenen Angriffen und Verleumdungen gebracht. Da einige Physiker noch an der Aethertheorie festhalten, die Einstein mit^ seiner Lehre preisgegeben hat, so fehlte es nicht an der Opposition gegen ihir, die namentlich von dem bedeutenden Exf e imentalph ysi er Lmar-Heidell erg an gi ng. Einstein fand aber mit der sachlichen Widerleaunr, die er diesem Gelehrten zuteil werden ließ, die Zustimmung der angesehendsten Vertreter der Physik in Deutschland, wie Planck, v. Laue, Weyl, Mie n a. m. Als Berichterstatter mehrerer reichsdeirtscher rechtsstehender Blätter, wie der „Deutschen Zeitung", der „Deutschen Tageszeitung", des „Reichsboten", nahm der Ingenieur Paul Weyland an dem K ongreß teil, der, wie bekannt, die Hetze gegen Einstein inszenierte und geschäftlich ausznbeutcn versucht hat. Es ist überaus charakteristisch und bezeichnend, daß dieser Herr nach der Bloßstellung, die ihnr in vollster Oeffentlichkeit durch die Verössentlichmrg seines bekannten Brrefts zuteil geworden ist, mit dreister SÜrn ferne gehässigen Angriffe fortsetzte, die nicht nur gegen Einstein., ändern Euch gtaen Landwirtschaft und Großindustrie so gut wie nicbt beteiligt. Obwohl produftio, bleib:n sie doch fast immer in den gesellschaftlich wenig bedeutenden, wirtschaftlich rückständigen Produktionszweigen stecken. Dadurch erklärt sich, auch ihr geringer Einffuß auf das politische und soziale Leben m ihren Wohnländern. In Palästina zeigt sich da eine grundlegende Umwälzung. In Palästina dringen die jüdischen Arbeiter in die Landwirtschaft ein und besetzen in der Industrie, soweit eine solche in Palästina bereits besteht und die Zahl der jüdischen Arbeiter ansreicht, die am höchsten^ entwickelten Zrreige. In ihren Händen konzentrieren sich immer mehr und mehr die wichtigsten Nerven der palästinensischen Wirtschaft. So bedeutet die Palästinawanderung für uns eine volllvmmrne soziale Umwälzung. Es -ist bezeichnend für die Enffremoung unserer „Radikalen" vom jüdischen Leben, daß sie diese Umwälzung nicht einmal bemerken. S'ie deffamieren unaufhörlich von der kommenden sozialen Revolution und sind blind für die gewaltige Bedeutung der Ereignisse, die sich vor ihrer Nase abspielen. Unser sozialer Organismus ist der schwächste von allen und die soziale Neugestaltung, die sich in der ganzen Welt zeigt, hat daher bei uns schon ganz^ konkrete Formen angenommen. Nu: findet her uns diese Neugestaltung in einer spezifischen, unseren Verhältnissen entsprechende!: Art statt. Bei uns kann ja keine Rede sein voir der Uebernahme der politischen Macht oder von llner Enteignung der jüdischen Bourgeoisie. Wir besitzen ja keine politische Macht und die jüdisch: Macht und die jüdische Bourgeoisie bildet einen organisierten Teil der Bourgeoisie des Landes oder gar der internationalen Bourgeoifie. Soziale Revolution kann und muß bei l'uui' nur heißen: Vergrößerung der jüdischen arbeitenden Gesellschaft, Eindringen in die gesellschaftlich wichiigen und bedeutungsvollen Produktionszweige und Schaffung einer Basis für einen selbständigen erfolgreichen sozialen Kampf. Ter Weg zu diesem Ziele ist der Palästinismus. Des die soziale Umwälzung bei uns sehr tief geht, beweist die Tatsache, daß sie ihre eigene, sehr verbreitete Ideologie besitzt. Während es vor Jahrzehnten nur Einzelne waren, sind es jetzt Tausende und Zehntausende, die ihre Bücher und ihre persönlichen Bequeml keilen verlassen, um zur produktiven Arbeit überzngehen. Welche soziale Umwälzung hat jemals einen stärkeren Ausdruck gllzabt? Welche Folgerungen hat jede jüdische sozialistische Bewegung aus dieser sozialen und geistigen Revolution im jüdischen Leben zu ziehen? Gerade bei den heutigen fließenden Verhältniffen wäre es töricht, einen scharfen Trennungsstrich, zu ziehen zwischen den iübifäN Arbeitern als Mitkämpfern einerseits nnd allen anderen Schichten als Gegnern t^d Feinden andererseits. Tie jüdische palästlnazentri' sche sozialistische Bewegung muß in ihrer weiteren Politik nicht mir die Interessen der jetzt schon der Arbeiterftass: Angehörigen verteidigen. sondern auch den großen jüdischen Arbeiie»inaffen Rechnung tragen, die vorerst nur potentiell vorhanden sind. D-r Rahmen der zionistischen sozialistischen Bewegung muß jetzt möglichst weft gefaßt werden. Es ist Kunst der Politik im besten Sinne des Wortes, oie Entwicklungstendenzen zu erkennen, möft'che negative Erscheinungen zu vernieiden oder doch eiirzudammen. die positiven möglickfft zu fördern und ihre Entwicklung möglichst schuiSrzlos zu machen. Es ist Aufgabe einer Arbeiterbewegung, den mühsam ringenden deklassierten Masten bei ihrem Streben zum Uebergang zu produktiver Arbeit hilfreich ju sein. Tie jüdische Arbeiterklasse ist im jüdt'chen Organismus trotz ihrer zahlenmäßigen Schwäch: die einzige relativ gesunde Klaste. Ihre Ausgäbe ist es, sich an die Spitze der jüdischen Umschichtungsbewegung zu stellen, sie zu regulieren und zu leiten. T'as ist zugleich eine Arbert für die Nation und für die Klaffe. Tenn ohne Vergrößerung der jüdischen Arüeilergesellchaft und ohne Entstehuirg einer angemeff.nen Kampfbasis droht auch der schon vorhandenen jüdischen Arbeiterschaft Untergang und Deftassierung. Mische und chrifMche Schulen. Hans Goslar hatte im „Hamburger Israelitischen Fansilienblatt" vor einiger Zeit einen Anffatz für Einheitsfront und jüdische Schulen veröffentlicht. Er hatte sein energ'- sch es Eintreten für die jüdis che Schale darauf gestützt, daß die übergroße Masse in Unkenntnis der Ueberlieferung und ihrer eigenen jüdschen Art heranwächst. Darauf erwiderte vom liberalen Standpunkt Hermann Becker. Goslar hat jetzt im gleichen Blatt sich mit seinem Gegner auseinandergesetzt. Cr schrcftt dann u. a.: ' „Ter Grundirrtunt, die Basis, auf f/r alle Mißverständnisse meiner Forderungen durch Becker erwachsen sind, ist seilte schema ■ tische Gleichstellung von Judentum und Christentum. Wenn man für jüdische Schill:!'- lediglich das Staat sbbürger.deal und d'r „Pflege des religiösen Bekenntnistes" vor Augen hat, wenn man sich darauf berufi daß ja christliche Kinder in soundsoviel Stun den ichrerb Katechismus lernen und verstehen können — dann allerdln zs wird man s:>«. an allen Ecken und Enden an meinen -m» ein Leitung des Naturforschertages gerichtet sind. Nach ihm soll Herr Einstein nicht sehr glänzend abgeschnilten haben. Viel maßgebendere Stellen jedoch als Herr Weyland behaupten gerade das Gegenteil. Dem großen Berliner Physiker Planck wirft er vor, daß er die Opposition einfach mundtot gemacht hätte, weil er sich mit Einstein wissenschaftlich und noch anders zu eng liiert habe, um anders handeln zu können. Zusammenfassend führt er unter anderem aus, „daß die Art und Weise der freien Forschung,^ wie sie von der Deutschen Phylikalischen Gesellschaft verstanden ivird, ein in der Geschichte der deutschen Wissenschaft beispielloser Skandal ist, und daß es wohl die höchste Zeit tvird, daß in dieses Nattennest wissenschaftlicher Korruption einmal frische Luft kommt". Derartige. Jnvekiiven des Herrn Weyland können den Angegriffenen, von denen nur der einzige Herr Einstein Jude ist, nur zur Ehre gereichen. Fast gleichzeitig mit der Tagung dieses Naturforscherkongreszes beschäftigte sich die führende wissenschastlictzfliterarrsche Wochenschrift Englands, „The Athenacum", mit einem Llrtikel unter der Ueberschrift: „Eine Frage des Prestiges" mit der Einstein-Affäre und ohne das Ergebnis des Natursorschertages abzu!varten, verlangt sie darin die Berufung des Gelehrten an eine englische Universität. In dem Artikel heißt es unter anderem: „Nichts hat mehr dazu beigetragen das Prestige Deutschlands zu heben als Einstein- Entdeckung der NLlaüvttLtSchsorts Nun sollte man natürlich annehmen, daß die Deutschen sich in tiefer Dankesschuld dem Manne verpflichtet fühlen, der in einem solchen Zeitpunkt des Krieges ihre Ueberlegenheit in den Künsten des Friedens dargetan hat. Aber der Meitsch ist ein unnatürliches Tier und aus unbegreiflichen Gründen können die Deutschen die Tatsache nicht verdauen, daß Einstein Jude ist. Das ist zwar heutzutage nichts Außergetvöhwliches; aber dem deutschen Nationalgefühl von heute ist es unerträglich, daß der größte mathematische Physiker seit Newton, außer Laß er Deutscher ist, auch Jude sein soll. Deshalb schrieben rcin-arische Wissenschaftler patriotische Artikel, in denen sie seine umwälzenden Gedankengänge angreifen, und rein-arische Studenten demonstrieren in seinen Vorlesungen, bis die Lage so unleidlich geworden ist, daß sich Einstein zu der Erklärung genöttgt sieht, er loerde Berlin für immer verlassen. Hier iH eine neue gute Gelegenheit für uns. fcIä» etn wenig mehr Prestige zu erwerben. Wir schlagen vor, eine englische Universität flPr Ernstein eine Professur anüieten auf so lang« Zeit, bis die Deutschen einschen, daß sie sich .ihm gegenüber ebcirso albern wie undaWar benonrmen haben. Wir haben keineswegs bei, Wunsch, die Deutschen ihres großen Manne» zu berauben, aber es wäre doch sehr hübsch, rhnen zu zeigen, daß w'r ihn besser zu behar» dein wissen als sie" usw. Aus diesem Artikel können wieder einmal! die deutschen Hetzer ersehen, welchen, für da« 1 'li’iefcn Deutschlands jchüdisenden. EindrwD ft'l