Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 9 (1.2.1921)
- Date
- 1921-02-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Wersche Täten dersleit des iit die tatiiti en >ie 3M® W. i bf« rrf 10 «r am 5 Las chren. cl;i Ilten n t« Rar & ,el!E II!!kd 1 %. saliunr ‘,ti 'S >i'N V an*11 * ' t-, «jcr L-rb *«“!!* sS*-** 1 v..? vl ' i '? singe, ferner die. Studenten. Bezüglich der letzteren muß einer allgemein verbreiteten Ansicht entgegengetreten werden, als ob eine Uebcrprodnktion an jüdischer Intelligenz bestehe. Der Krieg hat solche Opfer namentlich aus den Schichten der jüdischen Intelligenz im Osten gefordert, das neue Kräfte dringend zum Aufbau des Lebens gebraucht werden. WWcnn wir der Judenschaft helfen wollen, so ist es vor allem unsere Pflicht, ihnen Aerzte, Lehrer, Ingenieure zu geben. Es ist die Absicht der Jointleitnng, die Fürsorgetätigkeit gemeinsam mit den lokalen Organisationen so auszubauen, daß letztere sie dann, wenn die Hilfe aus Amerika versiegen wird, allein weiterführen können. Herr Robert Fuchs-Robettin wird zum Präsidenten, die Herren Oberpostrat Dr. Wiesmeyer, Dr. Ludwig dem Völkerbünde ein- Liste der DeMnrsLen ukrainischen Generäle unterbreitet hat, die für Anteil an Judenpogromen den Errichten ausgeliefert u«rden sollen. Dieser Vorschlag wird dem Bureau des Komitees zugewiesen. H. Itzkowitz erstatte einen interessanten Bericht über die Lage der kaukasischen Juden, der bisher unbekannte Einzelheiten über das Leben der Inden auf dem Kaukasus enthielt. Das iaukajijche Judentum besteht aus drei Teilen: den B-rgjuden, die im Dagostan und Esterbcjdschan wohnen zirka 60.000 Seelen) die grusinischen Juden, die im Grusien wohnen. (40.000-—50.000 Scel-n) und die europäischen (russischen) Juden, die hauptsächlich in Baku und Tiflis wohnen und die Zahl von zirka 30.000 Seelen erreichen. Sehr viel haben während des Krieges die Bergjuden gelitten, denen die Tscherkessen das von ihnen durch 100 Jahre bearbeitete Land Wegnahmen. G'üchzeitig sind sie aus den Dörfern vertrieben worden. Ungeachtet des alten, traditionellen friedlichen Zusammenlebens mit der mohammedanischen Bevölkerung sind auch einige Pogrome vorgekommen, die die jüdische Bevölkerung vollständig zu Grunde richtete. Besser war die Lage der grusinischen und europäischen Juden. Letztere haben eine rege nationale Tätigkeit entwickelt und orgamsi-rten Gemeinden und Nationalrät-. — H. Hans Kahn berichtete über die Lage der Juden m der Tschechoslowakei, wo die Regierung ihre Sympathie mit der jüdischen Bevölkerung beweist, deren gerechte nationale Forderungen sie befriedigt. Die Regierung stehe fest auf vem Boden der jüdischen Gleichberechtigung und jüdisch-nationaler Rechte. Was dagegen die Slowakei betrifft, sei luder das Verhältnis der Verwaltungsbehörden gegenüber den Juden und deren ökonomifch-n Lage nicht günstig. Inland. Konstituierung des Prager Joint. Am 11. November fand im Festsaale des Jüdischen Rathauses die Konstituierung __ ... oer 'Sektion Prag des Joint TistribusionComj Negierung gewillt ist, aus den wachsenden Anmittees unter dem Vorsitze des Herrn Robert - - - - - — - Fuchs-Robettin und in Gegenwart des Regiowendet wurden. Letztere sind die schon zu! Lauster bevollmächtigt, wegen Abschlus,e^ eme Beginn des Krieges aus dem Osten der öftergrößeren Kompensatwnswarensieferung mit reichiscken Monarchie gekommenen Kriegsflüchtder ungarischen Regierung Unterhandlungen -; zu pflegen. In Budapest wurde Lauster, der die Reise in seinem eigenen Auto gemacht hatte, von iveißen Offizieren überfalleii, welche sein Auto beschlagnahmten. Nach diesem Peinlichen Abeiiteuer 'unterbrach Lauster die Verhandlungen und fuhr nach Preßburg zurück. Unterwegs beklagte sich Lauster vor einigen Bekaiinten über die ihm zugefügte Unbill und sagte unter anderem: „Solange es in Ungarn möglich ist, daß weiße Offiziere jemanden auf offener Straße überfallen und ihil ungestraft berauben, kann von einer Konsolidierung in Ungarn nicht gesprochen werden". Diese Aeußerung hörte auch ein auf demselben Schisse reisender Oberleutnant, der sich anschickte, Lauster zu verhaften. Nur über Einschreiten des Grafen Aladar Bethlen, der Lauster schon von früher her kennt, und aus Singer, Richard Kohn und Hugo Waldstein i dessen Bürgschaft unterblieb die Verhaftung zu Vizepräsidenten der Sektion Prag gewählt. Lausfcrs. Dieser hütete sich natürlich seit jener Es werden Kommissionen eingesetzt für Stu-; Zeit, wieder nach Budapest zu fahren. Hingegen dentenfürsorge, Kinderfürsorge, Invalide,, meldete sich vor einiger Zeit ein Offizier Kriegswitwen und Kriegswaisen, für Heimbeder Nationalarmee bei dem Budapester Advoförderung der Kriegsgefangenen und durchreikaten Lauffers, Dr. Julius Salnsinski, und sende Flüchtlinge. Der Präsident Herr Fuchs-Robettin ersucht Herrn Direktor Wechsler den amerikanischen Juden den Dank cher hiesigen Judenschaft für ihre bisher geleistete großherzige Hilfe zu übermitteln. Deutschland. Der amerikanische Botschafter für Deutschland. (I. C. B.) Der ehemalige Botschafter Osteilte mit, daß gegen Lauffer ein Verfahren wegen Vaterlandsverrat im Zuge sei, .doch wäre es möglich, die Angelegenheit gegen Erlag einer Million Kronen aus der Welt zn schaffen. Da Salnsinski ablchnte, auf den Handel einzugehen, brachte der Offizier nach einigen Tagen dem Advokaten ein vom Geheim agenten Szentpeteri mit Lauffer aufgenom menes Protokoll mit dem Bemerken, daß dieses Protokoll bei Erlag der Million Kronen sofort vernichtet, im Weigerungsfälle jedoch ° i weitergeleitet würde.. Ter Advokat erstattete kar Straus stattete dem Präsidenten Haromg hierauf die Anzeige bei der Ocherstadthaupt einen Bericht ab, der sich in eine längere po litische Konferenz verwandelte. Es verlautet, daß Mr. Straus dem Präsidenten den Wunsch der amerikanischen Judenheit unterbreitete für die bevorstehend« Bestimmung des Gesandten nach Deutschland einen jüdischen Diplomaten in Aussicht zu nehmen. Dieser Wunsch erscheint umso begründeter, als auch die amerikanische naldirektors für die Tschechoslowakei, Herrn Leon Wechsler, statt. Direktor Wechsler ging auf die Geschichte des American Joint Distribution Committee ein, das seit seiner Begründung zu Beginn des Krieges über 40 Millione:: Dollar nach Europa geschickt hat, die von reu amerikanischen Juden für ihre Brüder den notleidenden Staaten gespendet wurden. Während des Krieges mußte die Verteilung der Gelder durch die bestehenden Wohlfahrtsorganisationen vorgenommen werden; so bald sich jedoch die Möglichkeit ergab, bemühte sich das Joint Distribution Committee, direkt mit den Potleidenden in Verbindung zu treten, die Notwendigkeit selbst zu erfassen, um auf Grund derselben die Hilfsmöglichkeit festzustelleii. Zu diesem Zwecke sandte es, Vertreter aus Amerika, die in den wichtigsten Zentren der hilfsbedürftigen Länder lokale Komitees gründeten, in denen sämtliche Kreise der, Judenschaft vertreten sind. Es gibt kein Gebiet der sozialen Hilfstätigkeit, auf dem nicht das Joint Distribution Committee Ungeheueres geleistet hätte. So hat es z. B. in der Frage der Rückbeförderung der Kriegsgefangenen aus Sibirien bie Initiative ergriffen und auf seine Anregung haben einige große amerikanische Hilfsorganisationen die Mittel aufgebracht,, um die Kriegsgefangenen in ihre Heimat zu befördern. Patürlich stand das Joint Distribution Comnnttee selbst an erster Stelle. Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich das I. D. C. gestellt bat, ist die Sorge für die unterernährte Mnder und Waisen. Für letztere wurde ein neuer Plan ausgcarbeitet, der darin besteht, daß Familien in Amerika für das Schicksal von Waisenkindern in Europa, hauptsächlich Osteuropa, interessiert werden und die Kosten der Erziehung eines bestimmten Kindes, dessen genaues Schicksal ihr bekanntgegeben n-irv, von einer Familie getragen wird. Bis \t wafen auch die direkte Flüchtlings- und ttrankennntersttitzung, zwei der wichtigsten Rrobleme des I. T. C. Nun wurde;edoch der Beiisemftrsmus m Deutschland mildernd einzuwirken. Sch. I. Hurwitz in Berlin. I. C. B.) Der bekannte hebräische Schrist- Sch. I. H u r w i tz, der seit dem Jahre 1 : in Rußland lebte, wo er in Charkow Voe.esungen über die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters hielt, ist kürzllch-> aus Petersburg in Berlin eingetrofsen. Hurwitz gab vor dem Kriege in Berlin die hebräische Zeitschrift „Heatid" heraus. Krkltusgerneindewahle« in Frankfurt am Main. (I. C. B.) Die nächst Berlin größte jüdische Gemeinde Dentschtands, Frankfurt a. M., hat ihr Wahlrecht in vorbildlicher Weise demokratisiert. Nach denk neuen Statut haben Männer, Frauen und Ausländer das gleiche aktive und passive Wahlrecht. Es findet Verhältniswahl statt. Die erste Wahl nach dem neuen Statut ging ohne jeden Wahlkampf von statten, da alle Parteien sich über die Verteilung der Mandate geeinigt hatten. Ungarn. Inden erhalten kein Telephon. «Az Üzlet", eine Zuschrift der Budapester Firma „Chemische Jndustriewerke", meldet, daß in Czegled die dortigen jüdischen Kaufleute keinen interurbanen Telephonanschluß bekommen, und war mit der Begründung, daß Tie allersamt ohne Ausnahme politisch nnverbäßlich seien. Die Firma beklagt dies einer- 'seits, weil dieses Vorgehen besonders der Budapester Kaufmannschaft großen materiellen Schaden zufügt; das Empörendste sei die Tatsache, daß offenbar unverantwortliche Individuen durch solche,® jeder Rechtsgrundlage entbehrende Handlungstveise das ohnehin schon zerrüttete wirtschaftliche Leben völlig lahmlegen. Tie Firma fordert von der Rc^ierung Abhilfe. Die Budapester Chemischen Industrie- Werke haben gut fordern. Aber Graf Teleki wird, wenn er von dieser Forderung überhaupt Kenntnis erhält, wieder den Unschuldigen spielen und erklären, daß ihm hievon nichts bekannt sei, und alles wird beim Alten bleiben. Uebrigens empfehlen wir die Beschwerde der Budapester Firma auch der Wiener Technischen Union zur Beurteilung der Folgen, die aus derartigen Eigenmächtigkeiten entstehen. In Wien will man so die Zensur für die Bekämpfung des Schiebertnms einsühren. Heldentaten weißer Offiziere. Bei der Budapester Staatspolizei werden seit Monaten Erhebungen in einer großangeschluß gefaßt, Mitte 1921 die direkten Unterstützungen auf das Allernotwendigste zu reduzieren und das Hauptaugenmerk der Aufbauarbeit .zuznwenden. '' Tic Tschechoslowakei hat in der Zeit vom März 1919 bis Juli 1920 ungefäly: .vier Millionen erhalten. Von August bis Ende Dezember 1920 ivurde dem Gebiete von Böhmen, Mähren und Schlesien, eine iveitere Million überwiescn, während die Slowakei und Karpathorußland einer eigenen Verwaltung übergeben wurde, die einerseits für Kriegsopfer aus den Gebieten der Tschechoslowakei selbst, also Knegswiiwen, Kriegswaisen, Kriegsinvalide legten Erpressunasaffäre aesülwt Mannschaft uttd verlangte, daß gegen seinen Klienten Lauffer das Verfahren wegen Hoch Verrates zu Ende geführt werde. Bei der Oberstadthauptmannschaft wurde nun festgestellt, daß das bezeichnete Protokoll erst vier Tage nach dem letzten Erpressungsversuch des Offiziers bei dem Advokaten ausgenommen und mit dem Nachtrag geziert worden tvar, daß Lauffer den Agenten Szentpeteri mit enter Million Kronen bestechen wollte, damit er den Älkt verschwinden lasse. Die Oberstadthauptmanuschaft gibt nur auf der einen Seite zu, daß der Agent einen Erpressung-: r-iich inspiriert habe, teilt auch mit, daß gegen den Offizier, der sich beim Advokacen fälschlich Smertnik nannte, die Erhebungen gleichfalls 'abgeschlossen seien, doch wird wohliveislich der richtige Name dieses weißen Offiziers und seine militärische Zuteilung verschwiegen. Lttaueu. Ein PalLstinadePartenrent in ttowno. (I. C. B.) Der jüdische Nationalrat für Litauen beschlossen in seiner letzten Sitzung die Schaffung eines besonderen Palästinadepartements zur Ueberwachung der Auswanderung nach Palästina. Konferenz der Rabbiner (I. C. B.) In Antvescnheit von 100 Teilnehmern wurde in Kowno die Konferenz der litauischen Rabbiner eröffnet. Der Vizemini ster für Inneres begrüßte die Konferenz namens der Regierung. Vor Beginn der Beratungen wurde beschlossen ein Änerkennungstelegramm an Sir Herbert Samuel abzusenden. Reise JabotinskyS nach Litauen. Früher galt die Unterbringung des Mu seums am alten Markt als Provisorium; bei den heutigen Verhältnissen dürfte das P:o- Landfordernngen der jüdischen Soldaten. 3. B. — Die jüdischen Soldaten, welche früher der litauischen Armee angehörten. haben sich an den Präsidenten des l taurschen Sejm mit der Forderung gewendet, auch ihnen die Landanteile 'von etwa 20 Dessjasinen^uzuwrisen. welche den ehemaligen Soldaten für SiedlungS'weck: versprechen wurden. Sie erklären, daß es ungerecht wärL, auf sie die. Bestimmung anzuwenden. daß Land nur denen zugewjesen werden könie. die früher m der Landwirtschaft beschäftigt waren und auf diesem Gebiete A.beitserfahrung besitzen! denn unter dem zaristischen Regime seien die Juden absichtlich von der Veschästigung mit der Landwirtschaft ferngehalten worden. Rußland. WrangclS Vater sucht bei Inden Hilfe. (I. C. B.) Baron Alexander Wränget, der Pater des Generals Wränget, besuchtc Stellvertreter des Chief Rabbi neitt m ncosiau nttt der Anfrage nach vor allem die christlichen sammelten. Als eine Anzahl russische- Offiziere ihn dann besuchte, um ihm zu danken, sagte der stellvertretende Rabbiner: „Salomo,« riet uns Schlechtes mit Gutem zu bezahlen. 3-4 hoffe, daß wenn Sie nach Rußland zurück! chren. Sie trachten werden, daß weniger Pogrome Vorkommen sollen". Keine allgeineinc jüdische Hilfsarbeit in Sowjetrusiland. Infolge ganz zu"erläsiigen Mitteilungen geschieht die Verteilung der nach Sowsetrußland für die verarmten jüdischen Mas'en geschickten Hilfsgelder Lsbsnsmi tel und Dekleidungsgegenstände nach abfolut n eugiherzigen kommunistische:: Parteüntcresicu«. D « notleidenden jüdischen Massen hib-m davon die geringsten Vorteile Es wird '! öffent sich zugegeben, da^ außer den j"dn-.ien 5tom mnniilcn keine andere jüdische 2-,atu4 u :n die Verteilungsorganiiatis>n Iutr t. hat. Dieses kommunistische Komitee erhält sämtliche amerikanisch-jüdischen Hiifsmit e! und verteilt sie nach eigenem Gutdünken, ohne jegliche Rechenschaftspflicht und auch ohne jede ö fent' siche Kontrolle. (Diese?.keb?l'tzände fchrinen durch di: Dertrar.enssel gk:i, de. nach Rußland gesandten Joint-Dehgie.t n verursasi t zu sein, welche ein diesbezügliches Abkommen, mit den Sowjetbehörden getroffen haben,) Frankreich. Die Arbeit der jüdischen Wclthitfs» zentrale. (I. C. B.) Der Aufruf der Exekutive der jüdischen Welthilfskonferen; hat berekts die ersten Erfolge zu verzeichnen. Das jüdische Hilfskomitee in Madrid hat für die jüdischen Heimlosen aus der Ukraine in Beßarabicn 30.009 Franken gespendet. Der Vorsitzende des skandinavischen Hilfskomitees, Prof. Simonsen, hat gleichfalls größere Beträge in Aussicht gestellt. In Rom hat sich ein Hilfskomitee für ostjüdische Pogromopfer gebildet, welches sich mit der Exekutive in Paris in Verbindung gesetzt hat. England. Englische Jitden gegen de« Antisevritismns. Das Joint Foreign Committee des Jewish Board of Deputron und der Anglo-Jewish Association erhielt verläßliche Nachrichten aus Le.ttand über das antisemi^sche Vorgehen der lettischen Behörden im Zusammenhang mit der Rückwanderung der während des Krieges nach Rußland deportierten lettischen Juden, die von den lettischen Behörden nicht ins Land zurückgelassen werden. Das Joint Foreign Committee beschloß daher, die lettische Gesandtschaft in London darauf aufmerksam zu machen, daß ein derartiges Vorgehen der lettischen Behörden den Juden gegenüber dem Wunsch Lettlands um Zulassung zum Vö'kerbund präsudiftere. Fa -s diese Vorstellungen keinen Erfolg haben sollten, werde man sich an das englische Außenministeriunr wenden. Das „Lodzer Tagblatt" berichtet hiezu: Bekanntlich hat die russische Regierung im Jahre 1915 alle Juden aus Lettland vertrieben und sie in zentralrussische Gouvernements und nach der Ukraine verschickt. Ms nun der Friede zwischen Lettland und Sowjetrußland geschlossen wurde, wobei zwischen beiden Regierungen die Vereinbarung zustande kam, daß alle verschickten und evakuierten lettischen Bürger von der Sowjetregeirung nach Lettland überstellt werden sollen, wenn sie es wünschen, bildeten sich in verschiedenen russischen Städten Transporte jüdischer Bürger aus Lettland, welche in ihre Heimat zurtUkkehren wollten. Noch im August 1920 reisten 300 lettische Juden aus Pensa ab. Als sie. zur lettischen Grenze kamen, empfing man sie mit den Rufen: „Verräter! Kommunisten! Echt zu eurem Trotzky!" und gestattete ihnen nicht, bxe Grenze zu überschreiten. Sie mußten nach Rußland zurück. Dreimal versuchten die Unglücklichen, unter denen sich auch Greise und Kruder befanden, nach Lettland zu kommen und jedesmal mußten sie umkehren. Schließlich wurde nur ein kleiner Teil von ihnen nach Lettland hineingelassen; die übrigen irren in Rußland umher, aller Mittel entblößt, ohne Arbeit und ohne Heimat. Zu bemerken rst, daß alle diese Flüchtlinge Dokumente be- Utzen, welche ihre lettische Staatsbürgerschaft dartnn. Ebenso erging es Transporten, weiche im eptember und Oktober an die lettische Grenze kamen. Das jüdische Zentralhilfskomitee in Moskau wandte sich an den lettischen Vertreter in Moskau mit der Anfrage nach v| i,: i I! «I v t| m 1 I 4 arL f;| *{| il 4 <! kL I DI