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Jüdisches Volksblatt · 1921-01-28 · 8 (28.1.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
8 (28.1.1921)
Date
1921-01-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Redaktion und Rdmtnlstrarton: MäürtiÄ-Ostrau Langegaffe S4. ^llanuikripie auch mti Rückvorl'' werden nur obn« Gewäbr angenommen und ankdewalirt Eine Beroiiichtuna zur Rückiendung ^virü nicht anerkannt Svrechsiuuden der Redaktkon täglich! von ll bis ta Ubr vr-rmittagS. Elgentuw des .^üdiicher verlageS' reg Gen. m b. H in Mätzriich-Ofir^-u Herausgeber?nd verantwortlicher Redakteur Hugo Herrmann in Mädr.-QIirau. Freitag, 28. i. 192f. ff Vv ■* » "«Mt ijährl. K 20.— Das südliche VolkSblattiS kein Lokalblatt, sondern alS Versand ,eilvng das« berufen, den nativ> nalen. kulturellen und Wirtschaft, lichen Interessen der bewußte« Iudenichast im ganzen tschecho. slcwakischen Staate und in Galt, sie« zu dienen - Inlerat, kosten 30 h für die Sfach gespaltene Milz .imeterseile- Äniräg, >ur >3n.? serate iibernedmen außer der« AdmtntNration alle größeren An-? rroncene^dttionerr. Erscheint iel den DienStog und ^reitaa. ß IS. Schebet 5681. wssasrzstmm -«sm Borträge Dr. Karrtkes in Wien. Vor zahlreichem Publikum sprach Sam?- tag und Sonntag Dr, Artur Hantle über die gegenwärtige Lage im Zionismus. Er wies darauf hin, daß Palästina posi isch als Mandatsland ein selbständiges Eebi.de ist. dessen Dewaltung d?r englischen Regierung mit der Bedingung anvertraut wurde, datz in Palästina eine jüdsichnatirale Hemstäit entstehe. Der Mandatsrert.ag, der jc.jt ilTsier den Großmächten verhandelt wrrd, wird ln seiner Einleitung den Satz enthalten, daß dt-' Mächte die historischen Ansprüche der Juden aus Palästina anerkennen und in Hrfüllmi dieser Ansprüche wünschen, daß in Palästina eine jüdisch« Heimstätte entstehe. Diese bedeutende Tatsache gibt uns die Möglichkeit, die Einheit zwischen Land und Bo k zu schaffen. Die Ernennung eines jüdischen Statthalters in Palästina und die Tat'ache, dag der ganze administrative Apparat des Landes darauf zugeschnitten ist, Palästina zum jüdischen Land zu machen, die auf die jüd.sche Siedlung zugeschnittene Ei wand: ungs- und Bodengesetzgebung, die Bestimmungen über d'e Erlangung der palästinensischen Bürgerschaft, all dies gibt die politischen und organisatorischen Dorausestzungen dafür, daß Palatina ein jüdisches Land werde. Nun müssen oie Juden das ihrige dazu tun, daß Juden in das Land hinerngebracht werden, im Land, eine jüdische Wi.tschastsstruitur eingerichtet und entwickelt wird und Hand in Hand mit dieser wirtschaftlichen Erfassung des Landes die geistige Wiedergeburt geht. Das jüdische Vo k mutz vor allem die materiellen Grundlagen schaffen und dazu wurde der Loren Hajessod ms Lehen gerufen, der gewissermaßen das nationale Kapital fein soft, um di: G unNa ea zu dem Aufbau Palä'inas zu schufen. Der Keren Hajessod ist keine zionistische Parteiinstitntion -und dient ausschließlich nur den Bedürfnissen der jüdischen Ge'amhk in Palästina. Das Prinzip des Zehents, das seit je in der jüdischen Gesamth ii gang und gäbe war, soll auch hier durchgeführt werden. Die Sunrme von fünfundzwanzig Millionen Pfund, die auszubringen sind, ist groß, aber wir werden die Kraft haben, sie aufzubringen -und Palästina auszubauen. Don di.ser Notwendigkeit schwinden alle valutarischen und sonstigen Bedenken. Wären wir heute nicht imstande, die matenelen Grundlag. n fü: den Aufbau Palästinas zu schaffen, so wäre eine Möglichkeit, auf die wir 1800 Jahre warten mutzten, verpatzt und verloren. Dazu wird es das jüdische Volk nicht kommen lassen. — Die Ausführungen Dr. Hantkes wurden überaus beifällig ausgenommen. (W. M.Z.) Der jüdische NniversitätsfondS. (I. C. B.) Das Zentralbureau des Kerm Hajessod hat an sämtliche zionistische Födera- (Fortsetzung aus Seite 2.) Zchibboieth. Von Dr. Hugo Herrmann, M.-Oltrau. Schon hei der zionistischen Jahreskonferenz, die im Juli des vergangenen Jahres in London stattfand, hat sich ein gewisser Gegensatz zwischen den europäischen und den amerikanischen Zion st rn ge eigi. Auf leide Seiten war das Bestreben vorhanden, Gegensätze zu Überdrücken und Tif e.enzen auszugleichen und darum ist es dort zu einer dur ch - greifenden Austragung des Streitpunk.es nicht gekommen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn dort von beiden Seiten weniger der Wunsch nach friedlicher Einrichtung a!s nach klarer Formulierung des Arhejtsprogrammes wirksarn gewesen wäre. T nn Gegensätze, die vorhanden sind, lasten sich nicht vertuschen und Anschauungen, di: auseinander wirken wie Feuer und Wasser können nicht aus die Tauer in einem gemeinsamen Organ ihren Ausdruck finden. Die Fo'gen der auf der Londoner Konferenz sowohl von dem unbestrittenen Führer der zionistischen Organisation Dr. Weidmann als auch von den an:erikanisierten Spitzen der in Amerika lebenden osteuropäischen Masten festgehaltenen Komp promitztaktik sind gleich nach der Konferenz darin zum Ausdruck gekommen, datz d e dort neu gewählte Leitung keine Leitung war, daß s e kerne Mög.ichkell einer durchs ef.nd.n Alton besaß und datz man von beiden Seiten mit ibr unzufrieden war. Wenn es sich bewahrhntet, was eine private Korrespondenz vor kurzem meldete, datz Julius Simon seine Demission als Mitglied der Zionistischen Exekutive gegeben hat, so würde damit die seit der Schäftung dieser Exekutive latente K ie akut werden und die Mitte Februar in London zusammen tretende Sitzung des Großen Aktionskomitees würde nicht nur vor der Frage stehen, dem Termin für den Zionistentongcetz festzusetzen, sondern auch vor der nicht minder wichtigen und verantwortungsvollen F a e. n welcher Weife die Geschäfte der O ganisat on bis zum Kongreß geführt werden sollen. A n die' Bedeutung des Problems, das in diese:» Worten ausgesprochen ist, zu würdigen, mutz man sich klar machen, was die Herren Nichi ungen voneinander trennt. Und dazu ist nichts bester geeignet als eine Betrachtung der Dings die offenbar zu der Demission Simons geführt haben.! Wenn man immer glaubt, die wesentlichst Forderung der Amerikaner fei daß der Aufbau Palästinas nach geschäftsmäßigen G.unvfätzen in zweckmäßigster Weise, ohne Verschwendung durchgeführt werden müsse und wenn man deswegen den Amerikanern d n Scheltnamen „BussinensZioisisten" gegei.cn hat, so ist man insofern im Irrtum, als ja von den eurovärschen Zionisten kein einziger etwa verlangen würde, man solle Palästina etwa nach nicht geschäftsmäßigen Grundiatzen kolonisieren, man solle dort möglichst v'el verschwenden und-möglichst kopfles und planlos arbeiten. Der Unterschied liegt vielmehr darin, daß den Amerikanern wie es scheint, mel mehr darin gelegen ist, datz in Palästina ein neues wirtschaftlich kräftiges Gemeinwesen en i steht afs^ daran, datz dieses Gemeinwesen seinem Charakter nach jüdisch wird, während die europäischen Zionisten und, wie wir alle überz-ugt sind, auch der weitaus überwiegende Grotztel! der in Amerika wohnenden ostjüdischen Massen, den ganzen Aufbau Palästinas nicht unternehmen will, um geschästl.che Möglichst,'!' ten auszunützen oder um unter englischer Führung ein Land zu zivilisieren, ja nicht einmal um verfolgte»r Ostjuden eine Zufluchtsstätte zu bereiten, sondern vielmehr uin ein Land mit jüdischer Kultur ein Gemeinwesen von jüdischem Charakter aufzubauen, in dem sich zum ersten Maie wieder seit mehreren Jahrtausenden alle schöpfe.ichsen Kräfte des Judentums frei beiätigen und voll entfalten können. Wenn man will, kann man diesen Gegensatz in das Schlagwort fassen: „Hie nationale Kolonisatton, hie mechanische Kolonisation". Bei der Londoner Jah.eskonfermz wurde ein Kompromiß zwischen beiden Richtungen geschlossen'und als hauptsächlicher Verttauensmann der Amerikaner wurde Julius S'.mon in die Erekrttive gewählt. Im Herbst hegab sich Simon an der Spitze einer sogenannten Morganisationskommisiion nach Palästina, um die dort bestehenden Einrichtungen zu studieren nyd um dicjeuigen Maßnaynien zu treffen. Ms notwendig wären, um die Palästinaarbeit mif eine rationellere Basis zu stellen UngefDr gleichzeitig fanden in Amerika jene vedqutungsvollen Tagungen statt, welchen OherriLfter Brandeis seine Vorschläge unterbrsifr* - die im wesentlichen nichts anderes waren als eine Wiede.holung der in London längst ausgearbeiteten Pläne, sich aber von diesen Plänen in einem Puntt unte scheiden, der zunächst etwas sonderbar berühren mutzte. Ich habe an dieser Steile gleich nach Veröffentlichung des Brandeisfchsn Memorandums b:f sachlichen Wert ich vollkommen würdigtevem Erstaunen darüber Ausdruck gegebendaß Brandeis es'für nötig fand, in dem Mernorandum mehrmals auf die Frage der Erziehung in Palästina einzugehen und mi e-aer in den andern Tei.en des Schriftj.übes k in:swegs merkbaren Beftisfenhüt mit Eiferja mit einer gewissen A s cht ichk.it die Meinung zu verfechtendas Schulwesen in Palästina sei ausschließlich Sache der bereits in Palästina befiirdli hein Juden und müsse auch von chuen selbst finanziert werden. Es ist bisher kein Zufallwenn als das hauptsächlichste Ergebnis der Entdeckungsreise StiNons nach Palästina nunmehr bekannt wirddaß die Sinwnssche Reorganisationskommission chee Aufgabe so versteht, daß sie fordert, die Zionistische Organisation solle ihr Schulwerk ln Palästina liquidieren und zwar in einem rapiden Tempo. Wie mir ein Freund aus ' Palästina nntttilt, erklärt die Kommission das Feuilleto». Die Hochzeit des Todes. Eugen Höflich schreibt in der „Wiener Morgenzeitung": Alljährlich findet einmal in Safed ein sonderbares Fest statt. Benjochais, des Meisters des Sohar, Todestag wird gefeiert. Es ist keine Feier düsteren, klagenden Totenprunks, sondern ein Fest reinster, erhabenster Freude. Hillulah (die Hochzeit des Todes). Auf dem Gipfel der Freude nahen die aufgetanen Seelen der Kabbalisten, jener, die gestern noch Sandalen verfertigten oder im Suk Gemüse deriäusten, k^rr götttichen Erleuchtung und in ihrem Gedenken an den Meister liegt die freutige Hingabe an seine Lehre. Wenn in schneed>i'i>ch'i! Gewändern die Kabbalisten von Beth >> in Ferusalent herankommen, dunkle, ernste s küun-w, mcifl aus Maghreb und aus Bagdad, täcrlish lind erhaben in ihren Bewegungen, la:ui mug das Lächeln des Ungläubiger» einem Erg-isienscin weichen, das die erhabene Freude Männer und der Sellsamkeit dieser Totenfeier, rvenn' auch nicht versteht, doch zu ehren weiß. Nun hat ein junger Jude aus Jerusalem, Ariel ben Bion, ein Abkömmling des letzten großen Chachams der weißen Kabbalisten von Beth el, ein. Buch geschrieben, dessen deutsche Ausgabe vorliegt. '„Die Hochzeit des Todes" (bei G. P. Tal, Verlag, Wien-Leipzig) ist die llebersetzung der (für sich selbständigen) Einleitung eines modernen kabbalistischen 3iomans, der Geschichte des seltsamen Dlannes von Beth el, dessen Sohn der Autor ist. Jir vollem, wunderbar rhythmischem Hebräisch (das die llebersetzung kaum ahnen läßt) erzählt Sultan«, die Schwester des großen Mystikers, dem Sohne vom Tode ihres Bruders, seines Vaters, und vom wunderbaren mystischen Erlebnis in der Nacht seines Todes. Ein Erlebnis, das ihre Seele zerriß, an ihrem Glaube,» rüttelte und das sw alljährlich iu der Todesnacht Hillulah, die Hochzeit der Seelen feiern läßt... Es hat diese Hochzeit der Seelen nichts gemein mit der christlich-mystischen llmo mystica, sie ist spezifisch orientalisch (der schiltische Jslan» kennt eine ähnliche Einrichtung), sie ist nicht die Funktion einer Gnadenanstalt, wie sie die christliche Alystik begreift, freist orgiast.-elstalisches, vielter 1t auch kontemplatives, stets aber.ringendes Aufgeheu/Bermählung der Seelen mit dem Eijn sof.. Aus dLr Staat! AWMaheit über den Tod des großen, geliebten Bruders reißt sich der anllagende Schrei Sultanas los „und die Krone des Guten und die Krone des Schönen, mit denen ich das. Haupt des Etvigen gekrönt hatte... rollten die Stufen des Äbgrrmdes hinab..." Aufgärt in ihrem Herzen ,',der Keim der Vernichtung". Bis sie im Schlaf umfällt und sie die mystische Fahrt der Seele bis in den Vorhof des Eijn sof erlebt. Mit einem fällt n»»n üyte Trauer ins Nichts und zur ernster Freude quillt ihr Herz auf aus der Erkenntnis, „daß das Geheimnis des Lebens in die Krone des Todes und das Geheinmis des Todes in die Krone des Lebens" verflochten ist. „Siebe", klingt datz Buch aus, „es wachsen und blühen die Blüten der Erkenntnis des Friedens ans dem Abgrund des Leidens empor". .. Wenn nun auch die Mystik kunstfeindlich ist, konnte aus diesen Ausläufern einer großen mystischen „Bewegung" ein kleines .Kunstwerk entstehen; es ist nicht reine Mystik, die dieses Buch schrieb, nur ihr getrübter Niederschlag, denn retnes mystisches Erleben ist unmittelbar, chvch aus dem, was mittelbar ist, kann im Leser lene Stimmung errveckt werden, die ihn bereit macht, sich zu öffnen au^ der Verhärtung seines Herzens, herauszufchreiben aus dem alltäK. Schulbudget, das jetzt etwa 100 020 Pfund im Jahre beträgt, müsse ehestens auf das Land üderwälzt werden, dis Zionistische Organinsation, die dieses Budget bisher trug, wird es schon von Beginn des itächsten Schuljahres ab um 50 Prozent kürzen und sich allmählich ganz zurückstehen. Ue >er di f Beschlüsse ist begreisticherweise in Palästina eine ungeheure Aufregung enistanden und vec lebendige Eindruck, daß er sich mit s'iner Haltung in einen unh.ribaren Gegensaz zu. allem, was in Palästina lebt und arbeiiet bringt, ist zweifellos die Ursache für die Demission Simons, sicher viel mehr als die in jenem Korrespondenzbericht angedcutrten Differenzen mit Meizmann, die ja unucöglich so akut werden konnten, zu einer Zeit, wo Sinlon in Palästina stark beschäftigt und Weizmann in London nicht minder okkupiert war. Das Verhäinis zum Schul- und Emie^ hungswesen in Palästina ist das Sch bo-l ht des Zionisinus! Man kann Zionismus rortäufchen, man kann zionistische Ideologie , nochreden: aber was der Zionisrnus den man predigt, im Kern taugt, das ofienba.t fi h mit unübertrefflicher Gewißheit in dem Verhalten zur Idee jüdischer, hebräischer Erziehungsarbeit in Erez Israel. Erinnern rot uns nur an jene Zeit vor acht Jahren, wo die zionistische Orgaiüsation in einem erbitterten Koinpf mit dem Hiifsverein der Deutschen Juden geriet. Wir hatten immer anerkannt, anerkannten damals und anerle n u noch heute, datz der Hilfsverein der deurfchen Juden viel für Palästina getan hat. datz er ein Kulturträger war, datz er von den besten Absichren beseelt war. Aber eines hatte er nicht: Verständnis für die Bedeutung he' räischer Kultur in Palästina. Darum genuzt es uns nicht, datz er an Kindergärten u 1,b 33o!_v schulen hebräisch unterrichte,, li:tz, der zwingenden Forderung der palästinensischen Juden gehorchend, während er an hoh.ren Schulen die deutsche Uute.richtssprache einiuführen versuchte. Deswegen entbrannte damals der Sprachenkampf, deswegen erl-btrn wi in ^cm schwachen, annen und recht kümmerl'chen Iischuw eine förmliche Revolution, einen Lehrer- und Cchülerstreik ohne Beispiel und darum entrisien wir damals in heißem Kainpfe d m Hilfsverein fein ganzes Schulwerk in Palä - stina. Damals brachten wir dir Mi.tc-l auf. ein natwnalbs hebräisches Schul ßr: zu ßhafken und dieses Schul werk hat uns den Gr nd stock der besten Elemente gesichert, di.' hen f in Palästina arbeiten und die un? di: Bttschast dafür bieten, daß die neuen Erwa-- derer sich an das Land asstmllie.en, nr.lfi a.er das Land an die neuen Einwande er. Sochm wir nur darum den Kampf mit dem Hichsverein geführt haben, daruin noch seit d.m Kriegsende alle Hebel in Bewegung geletzt haben, die Schulen der Alliance und der Jcr in unsere Hände zu bekommen, dansic wist jetzt auf ein Kommando von Anrerika hin, lichen Tag für den kurzen Augenblick des Wredererlebens. Darum wird dieses Büchlein dem nichts. sagen, dem die Begabung fehlt, Nichtalltägliches zu empfangen, denn zum Mystiker kann man nicht erzogen werden, wenn dis angeborene Begabung und Veranlagung fehlt. Dieses Buch Bensions hat nichts zu tun mit jener „mystischen" Literatur eines Meyrtnk oder Ewers, die ja nichts weiter ist als literarische Spekulation, die sich mit Unverstand denen nrystischen Ornamenten behägt. „Lillw« lah" ,,t das Werk eines Dichters, ,',Die Hochzeit der Seelen" aber nur dsts Wer? eines! Nebersetzers. Leider sind dem Buch auch Mlder bcigegeben, die — Stilisierungen einet europäische,, Auffassung entsprungenen Orient hier doppelt peinlich sind (wobei über ihre» Kunstwerks kein Urteil gefällt werden soll), ein jüdisches Buch. Ein jüdisches, kabbalistisches Buch mit Bildern zu versehen, davon hätte sich der wohlmeinende Verla» abhalten lassen sollen. Die Schwingungen der Deele eines mystischen Dichters in Bilder» euifangen zu wollen, ist schlechthin Unsinn, ein Versuch, der aus diesem Buch leicht ein« literarische Aiigelegeiiheir machen kann. -

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