Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 48 (27.11.1896)
- Date
- 1896-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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9h. 47. um Studium - nicht zu. t \ EH- Rl. K.. Fix. 514! an Baruch Flörsheim.- \ 97 sem geb. E, K., Sch., \ ■ ^ikld. an Menko Loewenl- 97 unvnh. Kult.-Dienn, M. u. gut. Nbk.-Polalk. 750 M. - Bischosslnverh. gepr. M, K., Sch., K Heiz. u. Bel. Meld. an '«gekästen.! len wir wiederholen, daß; gt bleiben! - Hrn. O.M., er einer Gesamtbevölkerung ■> m. - Hrn. L. C., S. Das - hat zwar für die neuen ' mg, jedoch ist dieser Tage daß durch das Gesetz von >en jüdischen Gemeinden der i :n. 2. Der frühere Minister ru konkreten Falle entschieden, beamtet" im Sinne des Geinzelfällen anders entschieden, , Ausländer ohne behördliche lpotheke ipimll- Ornate Nr. 48. Jahrgang V. t ttttt Berlin, 27. Novemb. 1896. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „^eschurun". Redakteur: A. Lev in. Verlag: Liegfried Lronbach, Berlin W. 57. Telephon: Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Bezugspreis vierteljährlich: €mt und frei! Deutschland u. Oesterreich-Ungarn Mk. 2,00, ' * alle andern Länder Mk. 2,50. Post-Zeitungsliste Rr. 108. Die „Mochrrrschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2Va Bogen), der „Jeschurun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (>/, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Ein Kampf der Geister. Bon Dr. S. Bernfeld. — Am Weihefeste. Bon F. Saphra. - Auch eine Antwort. — Sitzung der Repräsentanten. — Das Erkenntnis des Oberverwaltungsgerichts. — Im Spiegel der Vergangenheit. Von Dr. Singer. — Feuilleton: Aus Palästinas Lehrhallen. (Schluß.) Von Dr. August Wünsche. -- Das große Sterben. (Fortsetzung.) Von Wilhelm Jensen. — Hier und dort. — Kalender. — Anzeige«. Ein Kamps der (Chanukah-Betrachtung.) Vor mehr als zweitausend Jahren hat ein kleiner, säst unbeachteter Stamm, der im Vasallenverhältnisse zu einer bedeutenden asiatischen Großmacht gestanden, über diese einen Sieg erfochten, der wohl groß genug gewesen, aber nicht einmal die staatliche Unabhängigkeit dieses schwachen Volkes unmittelbar zur Folge hatte. Derartige Ereignisse sind in der alten und in der neuen Geschichte zahlreich genug vermerkt, in keinem Falle aber wurde das Andenken an einen solchen Sieg Jahrtausende nachher gefeiert, als hätte das Volk später kein wichtigeres Ereignis in den Annalen seiner Geschichte zu verzeichnen. Merkwürdig genug! Kaum ein Menschenalter nach dem Siege der todesmutigen Makkabäerschar über den wahnwitzigen Antiochos war die Selbständigkeit des jüdischen Staates vernichtet; die syrische Sklaverei wurde mit der noch härteren und zäheren der Römer vertauscht. Etwas später brach über Judäa jene fürchterliche Katastrophe herein, welche seine politische Existenz für immer vernichtete. Unverdrossen feiert aber Israel nach wie vor das Andenken an die Makkabäersiege, als ob die glücklichen Folgen jener Siege dauernd geblieben wären! Der jüdische Stamm, der seit mehr als achtzehn Jahrhunderten auf jede staatliche Existenz verzichten gelernt, dankt noch immer dem Lenker der Geschicke, daß seine Vorfahren damals über die Syrerheere einen glänzenden Sieg erfochten und Israel von der ihm drohenden Gefahr erlöst worden ist! Sinnlos wäre diese Feier in der That, wenn sie wirklich nur dem Andenken an den materiellen Sieg gewidmet wäre. Wir Juden haben keinen Grund mehr, uns über diese Siege zu freuen, da seitdem das, was die Makkabäer erkämpft, doch wieder verloren gegangen ist. Aber das Chanukahfest ist für uns die Erinnerung an den glänzenden Sieg, welchen das Judentum erfochten; daß es seine Existenz zu einer Zeit verteidigen konnte, in der es Gefahr gelaufen, einem natürlichen Selbstauflöfungsprozeß zum Opfer zu fallen. Der jüdische Stamm hat seitdem als Nation mehrere blutige Niederlagen erlebt und seine nationale Existenz auch eingebüßt; aber das Judentum ist uns doch in all diesen Kämpfen erhalten geblieben. Und daß dies geschehen ist, daß das Judentum sich im Saufe der Jahrhunderte als unverwüstlich und unzerstörbar erwiesen — ist die Folge der Makkabäersiege, welche wir alljährlich, bewußt oder unbewußt, mit gehobener Stimmung feiern. Wenn wir einen Menschen zu beurteilen haben, der einen Selbstmord ausgeübt, so darf unsere Beurteilung nie eine Verurteilung werden, sofern wir uns zu einem objektiven Standpunkt erheben können. Der Trieb, leben zu wollen, ist der natürliche, der jedem Menschen, ja jedem lebenden Wesen tief eingeprägt ist. Wenn ein Mensch diesen natürlichen Trieb verleugnet, so hat er im Grunde genommen noch ehe er diese unselige That begangen, zu leben ausgehört. Daran kann oft eine schlechte Erziehung schuld sein, eine widernatürliche, krankhafte Lebensanschauung, welche man sich auf Grund einerschlechten Lebensweise aneignet. Dasselbe ist auch mit einem Volksleben der Fall. Jeder Volksstamm, sofern er sich gesund und lebenskräftig fühlt, hat das natürliche Streben nach der Erhaltung seiner Individualität. In der Epoche, in welcher dieser natürliche Volkstrieb aufhört, ist das Volk unstreitig entweder durch die Ueberkultur oder durch andere Erscheinungen in seiner Lebensfähigkeit gehemmt. In solchen Fällen muß man annehmen, daß die führenden Volksschichten einer inneren