Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 46 (13.11.1896)
- Date
- 1896-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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äotteäbwlt |, jttb, l Dei Chasanim und ei - Fhasante". Ti M es ihr Mann I und Melodien so gut 'gekästen. welches von den beiden am meisten zu empfehlen oetischer Stücke religiösen and Gebräuche des Judenich denke z. B. an Jauui c.) zwecks Behandlung in be vom Standpunkte de? )er entschlafene Rabbiner als unvereinbar mit dein l Werke, dessen Titel mir - Kann mir einer der jegen plötzliche Bersagunk t ich vorzubeten beginne, dem ersten Tone, sodnj gezwungen bin. C. - Sendungen wandern unet> je wieder das Tageslichi attes muß immer wissen selbstverständlich wahrt sie Nr. 46. Jahrgang V. tttt t Berlin, 13. Noveinb. 1896. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Ieschurun". Redakteur: A. Tevin. Verlag: Siegfried Lronbach, Verlin W. 37. Telephon: Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Bezugspreis vierteljährlich: Treu und krei l Deutschland u. Gesterreich-Uugarn Mk. 2,00, alle andern Länder Mk. 2,50. Post-Zeitungsliste Rr. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2'/, Bogen), der „Jrschnrun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (V, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Jakob der Träumer. — Die Engel der Fremde. Bon Dr. I. Goldschmidt. — Aus dem Berliner Gemeindeparlament. — Das Recht auf Wahrheit. Bon Dr. S. Bernfeld. — Die Wahlen in Niederösterreich. — Das „modernste" Gebetbuch. I. — Wochen- Chronik: Der jüdische Religionsunterricht. — Fehlgegriffen. —Wie „Ritualmorde" gemacht werden. — Einen nicht üblen Scherz. — Dr. I. Hamburger. — Der Ton des Journalisten. — Feuilleton: Aus Palästinas Lehrhallen. (Fortsetzung.) Bon Dr. August Wünsche. — Das große Sterben. (Fortsetzung) Bon Wilhelm Jensen. — Hier und dort. — Litterarisches. — Briefkastcu. — Kalender. — Anzeigen. 3nhoti der (Ttiinmet. Fast noch bewundernswerter als Israel der Gotteskämpfer ist Jakob der Träumer. Vereinsamt und verlassen, auf freiem Felde und starkem Lager, hat er die Kraft und den Mut zu — träumen. Er träumt so herrlich, als gäbe es nicht Tücke noch Bosheit auf Erden, so verheißungsvoll, als ständen Millionen hinter ihm, seines Wortes, seiner Weisung gewärtig. Er träumt, daß eine Leiter, obwohl auf der Erde stehend, mit der Spitze an den Himmel reiche, daß die Engel Gottes, obwohl den Höhen entsprossen, auf den Staffeln nicht blos aus-, sondern auch niedersteigen. Der Träumer Jakob läßt uns den thatkräftigen Israel ahnen, denn aus solchem Holze werden Charaktere geschnitten, ans solchen Charakteren „Gotteskämpfer" gebildet. Wären wir Prediger, wir würden — reim di oder i freß di! — in dieses biblische Bild die Geschichte des jüdischen Stammes hineinpressen. Nämlich so: Angeseindct von seinem stärkeren Bruder, verläßt Jud Jakob das Vaterhaus, gestützt nur auf seinen Stab „Thora"; strebt er einem Ziele entgegen, in weite Ferne gesteckt von seinen Propheten. Unterwegs überrascht ihn die 'Nacht; die Sonne mar untergegangen; ohne Scheu legt er sich nieder, den Stein „Golus" unter dem Haupte und — träumt. Er träumt von der Vergeistigung des Menschlichen, von der Verkörperung des Geistigen; er vernimmt die Stimme der ewigen Wahrheit, die ihm, dem Einsamen und Bedrängten, das Land als Erbteil verheißt. in dessen Gebiet ihn die Nacht überrascht, ihm die Sonne untergegangen war. Trotz Finsternis und Vereinsamung träumt Jud Jakob von der herrlichen Zukunft, die seiner Lehre gehöre . . . Ta wir aber nicht Prediger, sondern Journalisten sind und keine Kanzelrede, sondern einen kurzen Leiter zu schreiben haben, so sei es uns gestattet, in den biblischen Rahmen ein anderes Bild hineinzusetzen, das nicht weniger zeitgemäß, nicht minder aktuell ist als der dieswochige Schriftabschnitt: das Bild nämlich von der neuen Strömung, die im modernen Israel um Anerkennung ringt, von der kleinen noch ohnmächtigen „Partei", die in allen Kreisen Gleichgesinnte sucht. Das Israel der Gegenwart schläft, — hier trotz des alten Synagogensanges, dort trotz des neuen Orgelklanges; es schläft den Schlaf der Indifferenten, aus dem nur lärmendes Geräusch es aufrüttelt, in den es aber gar bald wieder verfällt. Einige wenige in seiner Mitte haben Jungjakob sich zum Vorbilde erwählt; sie haben trotz und in der Oede, die sie umgiebt, trotz und in der Nacht, die sich über sie breitet, Kraft und Mut zu träumen. Sie träumen von der Unvergänglichkeit des jüdischen Idealismus, der die Erde mit dem Himmel verbindet; sie träumen, daß es Engel seien, welche die in die Höhe führende Leiter auf- und niedersteigen. Das Geräusch, welches die Indifferenten aus ihrem Schlafe erwecken soll, rüttelt aber auch sie aus ihrem Traume aus, und der schönen Illusion folgt schmähliche Enttäuschung. Nicht Engel sehen sie auf- und niedersteigen, sondern schwache Menschenkinder, die zu zwerghast sind, um die Höhe emporklimmen zu können, und darum ihre Mitzwerge als Staffel benutzen. Der Eine stellt sich aus die Schultern des Andern und erscheint dem halbgeschlossenen Auge des Schläfers als Riese und wünscht auch von dem minder verschleierten Blick des Träumers als Großer angestaunt zu werden. Und da sich Jungjakob weigert, dieses Zugeständnis zu machen, als Musik anzucrkennen, was nur Paukengerassel ist, zieht er sich aus der Mitte der Vielzuvielen auf den Kreis der Vielzuwenigen zurück, um mit ihnen zu wirken, mit ihnen zu träumen. Und wenn der tiefe Schlaf