Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 43 (23.10.1896)
- Date
- 1896-10-23
- Page
- Seite 723 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 43 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 723. Nr. 43. aus _„v>| ,jvt ^wer Jüdischen^- "tensitzung: Gottes- ^'cht abgehalten on 29 Stimmen beher begründete diese ObuÜL Hagoi) vor, e verflossene,Indem mde richten mir uni r> Wir gehen bald ten Zeit ins Gottesmmte, sondern nur ilung findet bei gutem or der „Schul" statt, ub", die auch gleichlich aber hat sie ihren öachtstnbe aus. Dort lebhaft vor, bis mir „Schul" ist aber auch er eine wendet sich mit e nach Nord. 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Diese Schmach werden wir auf den ungarischen Namen nicht laden. Uebrigens kann man mit wahrer Freude beobachten, daß gerade diese Uebergriffe bereits eine Reaktion herbeisühren, und es steht zu hoffen, daß diese Elemente die volle Uebereinstimmung mit uns, deren sie in hohem Maße bedürfen, mit größerer Beflissenheit als bisher pflegen werden. Vermag man bei uns solche Auswüchse auch nicht wahrzunehmen, so kann doch nicht geleugnet verden, daß die öffentliche Stimmung gegen Oesterreich selbst zeute noch keine solche ist, wie sie sein könnte und wie sie zu unserem Frommen auch sein müßte." □ Prag, 18. Oktober. (Oberrabbiner - Stellverröter Dr. Moritz Tauber) ist am 13. d. Mts. im »6. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager gestorben. Diese krauernachricht rief hier das schmerzlichste Bedauern hervor, >enn Dr. Tauber war als Geistlicher und Mensch gleich vorrefflich. Der Friede in seiner Gemeinde, in welcher er mehr ls ein Vierteljahrhundert wirkte, ging ihm über alles, um hn zu wahren und zu erhalten, verstand er es auch, oftmals m Kampfe mit seiner Ueberzeugung, nachgiebig zu sein. Auch :ine Schüler scharten sich um ihn in wahrer Liebe und Verhrung, er besaß förmlich einen Zauber, die Herzen aller an ch zu ziehen. Auf humanitärem Gebiete entfaltete er trotz :iner oftmals erschütterten Gesundheit eine seltene Rührigkeit nd Ausdauer. Wird man einst von vergangenen Tagen der Eager Jsraelitengemeinde, von ihren verdienstvollen und .'lehrten Männern sprechen, so wird gewiß der Name Dr. Moritz Tauber gern genannt werden, und diese Zuversicht ^eibt der schönste und beseligendste Trost in den Tagen der rauer um den Heimgegangenen. Pp- Podwoloczyska (Galizien), int Oktober. Es hieße ulen nach Athen und Wasser ins Meer tragen, wollten wir e Wohlthaten hervorheben, die Frau Baronin Hirsch seit m Tode ihres Gatten übt. Es ist eben die edle Frau nes edlen Mannes, und wie vordem bei dem im Wohlthun icrmüdlichen und unerschöpflichen Baron Hirsch, pocht jetzt )er Hilfsbedürftige bei seiner großmütigen Witwe an, und e früher findet er Gewährung. Unser kleines entlegenes :ädtchen wurde von einem Brandunglück betroffen. Wohin 1 zunächst wenden? Das Rettungskomitee wußte Bescheid: Wie selbstverständlich an Frau Baronin Klara Hirsch in Paris, die auch nicht zögerte, uns ihre großmütige Spende von 2532 Gulden zukommen zu lassen. $ Rom, 18. Oktober. (Das Ghetto) soll nun endgiltig von der Bildfläche verschwinden. Mit den Demolierungsarbeiten ist bereits begonnen worden. Die in der Judenstadt befindlichen uralten Synagogen sollten ebenfalls fallen und modernen Wohnhäusern Platz machen. Dagegen remonstrierte unsere Gemeinde, und der oberste Gerichtshof hat jetzt erklärt, daß alle diese heiligen Stätten ewiges, unveräußerliches Eigentum unserer Kultusgemeinde seien, und die Stadt kein Recht habe, dieselben zu expropriieren. Die Zerstörung der Gotteshäuser wurde daher auf eine unabsehbare Zeit verschoben. X London, 16. Oktober. (Ein Wort an den Zaren) richtete die „Daily Mail" aus Anlaß der Anwesenheit des russischen Selbstherrschers in unserem Lande zu Gunsten der russischen Juden. „Die Leiden der russischen Juden, schreibt das Blatt, sind nicht etwa geringer, weil sie indirekter Natur sind. Die als Maigesetze bekannten Bestimmungen, nach welchen die Juden auf einen Raum beschränkt sind, der früher groß genug für sie gewesen sein mag, nun aber viel zu klein für die bedeutend vermehrte Bevölkerung geworden ist, bringen ihnen so sicher Hunger, Krankheit und Tod, wie die türkischen Säbel den Armeniern. Diese Gesetze zwängen die Juden fürchterlich ein, von der Wiege bis zum Grabe, wenn es ihnen nicht gelingt, der Tyrannei zu entfliehen und in andere Länder auszuwandern, wo sie wenigstens als Menschen betrachtet werden. England hat ein Recht, zu verlangen, daß die Juden des Zaren besser behandelt werden sollen. Die Masseneinwanderung in unser Land hat, wenngleich sie mit der Auswanderung nach Amerika nicht verglichen werden kann, doch das Ghetto im Osten von London in den letzten zehn Jahren ungemein vergrößert. Die Klasse von Juden, welche hierher auswandern, zeigt schreckliche Spuren der furchtbaren Bedrückung, wenngleich sie — wir gestehen es offen — sich sehr rasch in ziemlich anständige Bürger verwandeln, sobald man ihnen die Freiheit dazu läßt. Fast immer sind diese Juden leiblich und geistig zurückgeblieben, und sehr oft bringen sie die Keime zu unheilbaren Krankheiten mit, die ihnen einen frühen Tod bereiten. Unser Staat hat bis jetzt glücklicherweise noch nicht wesentlich unter dieser Einwanderung gelitten, weil die besser gestellten Juden dafür Sorge tragen, daß ihre Glaubensgenossen niemandem zur Last fallen, außer ihnen. Wir haben aber keine Gewähr dafür, daß diese Wohlthätigkeit nicht plötzlich einmal aus irgend einem Grunde versiegt, und dann hätte der Staat eine schwere Bürde zu tragen, und nur die Behandlung der russischen Juden in ihrem Vaterlande wäre die Ursache davon." □ London, 18. Oktober. In dem indischen Vasallenstaate Janj'ira fand zum ersten Male eine Prüfung der Mädchenschule und eine Verteilung von Preisen statt. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Begum (der Fürstin) die Begründerin des Mädchenunterrichts, Mrs. Schaloam Bapriji mit den höchsten Ehren überhäuft. Mrs. Bapriji ist die Witwe des früheren Premierministers und eine Jüdin von den Ben' Israel.