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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-23 · 43 (23.10.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
43 (23.10.1896)
Date
1896-10-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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. $£■ 1000,3tw. ca. itied lWchpr.): §of.?• 1500, Nbk. ca. 150 ch. Kore. gir. 1200 Jonas Jakob. - nnverh. RI., K. Fix. ^Stern. - Borken 5l, K., sSch. bevorz.) - zu Nbk.- Rhoden >0 Mk. u. Nbk. Reist. A-. K. Fix. 900 Mk. kreise. ig des Wortes Nebbich t eigentlich Nehepach! i bsvs vertäut! - und in Nebbich verdorben S. Birnhard. innrer 41 Ihrer gellassung zu bemerken, doch nicht so unbekannt jung der Worte „nie bei sehr viele Wörter und »ernommen, verstümmelt >em von einem Unglücke so wendet er gewöhnlich bei Euch" an, um anzu- Unglück verschont bleiben i Herleitung des Wortes gen eine irrige. G. Millner. Lasten. chimd-mhl in «i»- „ ch i» Mtt * *■ Berlin, 23. Oktober 1896. Nr. 43. Jahrgang V. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „^esä)urun". Redakteur: A. Levin. Bezugspreis vierteljährlich: Verlag: Siegfried Lronbach, Serliu W. 57. ltn& fei T Deutschland u. Oelterreich-Uuyaru Mk. 2,00, Telephon: * alle andern Länder Mk. 8.50. Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Post-Zeitungsliste Rr. 108. Die „Mochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2Va Bogen), der „Jeschurun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (>/, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post sZeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: In Unterhosen. — Aus dem Berliner Gemeindeparlament. — Meine Antwort. — Der alte und der neue Glaube. Von Dr. S. Bernfeld. — Eine Missionsschrift. II. — Wochen-Chronik: Prozeß Sedlatzek. — Oesterreich und Ungarn. — Das Argentinische Hilfswerk. - Feuilleton: Das große Sterben. lFortsetzung.) Von Wilhelm Jensen. — Hier und dort. — Aus dem Leserkreise. — Kalender. — Anzeigen. I» lliitfrliafni. Ludwig Fulda hat vor einigen Jahren ein bekanntes Märchen dramatisch bearbeitet und auf die Bretter gebracht. So beliebt das Märchen in seiner alten Fassung bei den Kleinen ist, so unbeliebt wurde es in seiner neuen Form bei unseren Großen. Sie vermeinten in der Komödie eine geistreiche Satyre ans das Nnfehlbarkeitsbewußrsein derer zu erblicken, die Macht an sich gerissen; eine humorreiche Verhöhnung aller, die in ihrer Beschränktheit den Unterthanenverstand für beschränkt halten. Und inderhat, das Sujet fordert diese Deutung geradezu heraus: Zwei Männer aus der Fremde erklären einem putzsüchtigen Fürsten, ein Gewand ansertigen zu können, das schön und köstlich sei, wie kein anderes neben ihm, unvergleichlich wunderbar wie keines vor ihm. Es solle ein Talisman sein seinem Träger, ein Prüfstein für die intellektuellen und Charaktereigenschaften derer, die es schauen: Wer dumm sei oder schlecht, vermöge es nicht zu sehen. — * * * So märchenhaft es auch klingen mag, die Taktik der beiden Wundermänner hat Nachahmung gesunden. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat vor acht Tagen seine Winterarbeit mit einer Rede und einer Polemik eingeleitet. Die Rede sollte beweisen, was nur Böswillige bezweifeln, daß die deutschen Juden allezeit deutsche Inden gewesen seien. Sie war gewissenhaft gearbeitet und ward gut vorgetragen, enthielt aber der überraschenden Momente keine. Anders die Polemik, die vom Vorstandstische gegen alle geführt wurde, welche die Art, wie der Zentralverein in Abwehr macht, nicht billigen und ihrer Mißbilligung öffentlich Ausdruck geben. Diese Rede war weder gewissenhaft gearbeitet, noch ward sie gut vorgetragen, dafür bot sie aber ein überraschendes Moment, das redlich verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden. Rechtsanwalt Dr. Fuchs kritisierte die Zeitungsstimmen, welche sich nach dem letzten „Fleischbesudelungsprozeß" gegen die ewige Klagerei aussprachen. Sein Berufs- und Amtsgenosse Dr. Horwitz sekundierte, und that aus eigenen Mitteln die Versicherung hinzu, daß diese Art von Abwehr nur mißbilligen könne, wer jüdische Empfindung nie besessen oder jegliches Ehrgefühl verloren habe, wer ein kurzsichtiger Thor oder ein verkappter Antisemit sei. Wer dumm ist oder schlecht, vermag den Talisman nicht zu schauen, sagten die beiden Wundermänner — des Märchens. * * * Der Fürst dieser Mär nahm das Anerbieten an und die Wundermänner begaben sich an die Arbeit. Sie war weder leicht noch billig. Von früh bis spat klapperten die Webstühle, raffelten deren Schifflein, Schätze an Gold und Geschmeide verschlingend. Die Hofschranzen, die dem Fürsten über die Fortschritte der Arbeit Bericht erstatten sollten, erklärten einmütig, daß der seltene Stoff an Schönheit und Pracht ihre Erwartungen übertreffe. Zwar, sie hatten keinen einzigen Goldfaden, sondern nur leere Webstühle gesehen, allein die Furcht, dumm oder schlecht zu scheinen, ließ sie alles sehen, was ihnen die Wundermänner suggerierten. Und auch dem Fürsten erging es nicht anders; auch er wollte weder thöricht noch verderbt erscheinen, und auch er sah, was er sehen, bewunderte, was er bewundern — sollte. * * * Die antisemitischen Angriffsvereinigungen haben die jüdischen Abwehrvereine ins Leben gerufen. Beschränkten sich diese lediglich auf die Abwehr antisemitischer Angriffe, sie würden als notwendiges Nebel innerhalb der deutschen Juden-

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