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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-16 · 42 (16.10.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
42 (16.10.1896)
Date
1896-10-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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seiner KrMheü des Ortes. L rüden getötet worden sei **£ E Bischen U r nahm bald ft tnb Ben Anführer, den Sie griffen den Kon,- Säbel, so daß sich dich eines Kaufmanns retten Dach eines benachbarten ar er vor der Wut der steinigen, und Steinwurf verletzt. Er et, daß eine Anzahl Haus umgaben und en seitens der aufgeregten tun begannen die Bauer« c ein zufälligerweise ei den Platz zu lück. Tie Verhandlung >zig beträgt, wovon wird demnächst vor robka" (Fleisch- -steuerten dt worden. Tu :ine Reparlitioiü unter dem Voch : das Trimm Nr. 42. Jahrgang V. VA ertte Berlin, 16. Oktober 1896. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Zeschurun". Redakteur: A. Levin. Bezugspreis vierteljährlich: Verlag: Siegfried Lronbach, Serlin W. 57. SLmt und frei T Deutschland u. Oesterreich-Ungarn Mk. 2,00, Telephon: * * alle andern Länder Mk. 8,50. Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Post-Zeitungsliste Rr. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2x/a Bogen), der „Jrschurun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (h, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1696 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Znhalt: Eine Missionsschrift. I. — Religions- und Konfirmanden- Unterricht. Von Dr. S. Bernfeld. — „Gottesdienst und Volksbelehrung." ll. — Auf- und abwärts des Rheins. II. — Wochen- Chronik: Eine wichtige Entscheidung. — Herr Friedrich Lange. — Die Nationalliberalen. — Unter dem Regime Luegers. — Inden und Protestanten ausgeschlossen. — Wer hat Recht. — Feuilleton: Der getaufte Talmud, ll. — Das große Sterben. (Fortsetzung.) Bon Wilhelm Jensen. — Lord-Mayor Phillips. — Hier und dort. — Aus dem Leserkreise. — Brief- und Fragekasten. — Kalender. — Anzeigen. (fiitf NWnsschrift. 1. Eine „Israel war ein Bekenntnis und ein Volk und wird beides wieder werden" betitelte, von Psr. K. in Dr. bei M. verfaßte und von Friedrich A. Wilhelm in Leipzig verlegte Broschüre wurde vor einiger Zeit „an den deutschen (sic!) Rabbinat" gratis und franko verschickt. Derselbe nur durch Initialen angedeutete Verfasser hatte schon vorher eine andere Brochüre, betitelt: „Die jüdische und die christliche Moral" in derselben den Empfängern bequemen und billigen Weise dem „deutschen Rabbinat" zukommen lassen. Aber der von dem Verfasser beabsichtigte Erfolg blieb aus, obgleich dieser Erfolg in nichts weiter bestehen sollte, als daß „der deutsche Rabbinat" eine Erwiderung vom Stapel laufen lasse. Aber — sonderbar! — weil der Erfolg aus blieb, ließ sich der Verfasser nicht abschrecken und schickt die zweite Brochüre an dieselben Adressen. Was nun? Soll der arme Mann, der nichts verlangt, als eine Antwort, sein ganzes Leben lang gezwungen sein, Brochüren zu schreiben und zu verschicken? So will ich der Gabiha b. Pesisa sein, nicht um uns gegen die Ausführungen der Brochüre zu verteidigen, sondern um den Verfasser von seiner Jagd nach dem Glück einer Antwort zu erlösen. Uns gegen die Ausführungen der Brochüre zu verteidigen — das wäre entweder überflüssig oder unmöglich. Die Brochüre ist das Werk eines Mannes, der zu jenen gehört. die sanft sind, wie die Tauben und klug wie die Schlangen. Für den Verfasser der Brochüre, wie er sich in dieser darstellt, existiert die ganze Welt nicht, sondern nur die Heilige Schrift. Aber diese nicht in ihrer einfachen Bedeutung, sondern in der künstlichen Verzerrung, in welche Sophisterei, Homrlie und Missions-Tendenz sie nur verdrehen konnten. Von dem Himmel weiß er nichts, als daß er die Ehre Gottes erzählt, von den Menschen nur, daß sie ihrer Natur nach durch die Erbsünde verderbt sind. Von Erfahrung, Wissenschaft und gesundem Menschenverstand thut der Verfasser, als existierten sie nicht für ihn. Der Prophet hat es verheißen, die Prophezeinng des Propheten muß in Erfüllung gegangen sein, die Erfüllung muß unbedingt in dem Ereignis bestehen, das der Verfasser in die Verheißung hineinlegt — das sind seine Axiomata, mit denen er die Zweifler und die Ungläubigen zum Glauben zwingen zu können meint. Daß dies nicht Axiomata der Logik, sondern des Glaubens sind, die der Zweifler, der Ungläubige eben nicht anerkennt, ja verspottet; daß diese Voraussetzungen, durch die alles bewiesen werden soll, für den Zweifler und Ungläubigen ja erst selbst bewiesen werden müssen — das kommt dem Verfasser gar nicht in den Sinn. Was soll denn „der deutsche Rabbinat" mit den Thesen des Verfassers ansangen? Selbst wenn „der deutsche Rabbinat" von ihnen überzeugt wäre, beim Laienpublikum wäre gar nichts damit anzufangen. Der moderne Laie ist — Zeitungsleser; er weiß, was in der Welt vorgeht. Er hat das Glauben verlernt, er hält sich ans Wissen. „Es steht in der heiligen Schrift" — das ist kein Beweis für den Laien. „Ein Unglaubliches muß vor 2000 Jahren geschehen sein, denn es ist vor 2500 Jahren schon vorher verheißen worden" — das erscheint dem Laien ebenso beweiskräftig, wie etwa der Satz: 2X2 muß 5 sein, denn 3X3 ist ja 10. Also selbst wenn der Prophet unstreitig das verheißen hätte, was der Verfasser hineindeutelt, was der Prophet also sicherlich nicht verheißen hat, selbst dann wäre die Beweisführung des Verfassers ein Gebäude ohne Grund in den Augen des modernen Laienpublikums. Daß sein eigenes Laienpublikum

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