Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 41 (9.10.1896)
- Date
- 1896-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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litt. 411 'Kanzckedncr.UmveW? Kräfte NU Jem, unb Tr. M ^Ptcbtfltw zwei Tem^ öotlciim9en über femift ltc schneidigsten ihrer K;ate"' fungiert als Red«, » iten, schreibt Artikel M ^gewöhnlichem HeißhUp t über Bibel, Kritik, W ^schieden zu viel, r- (»Anglo-Jörael'.) h Israel" in einem Zeitr» für den weit verbreüsa kes, daß die anglo-sächW ekten Nachkommen der ch ^eich Israel im Norden« der Herr Berfaffer, A mprediger in PhiladeW m Gelehrsamkeit und schäm >l der Bekenner zu bitf«;er als hier und trägt nit Ztammesgenossen zu cha l Auflage bemüht sich ta der Judenfrage nach da ent zu lösen, und darin it uns nicht erst zu CHO erscheinen lasten, um l» .e zerfallene Hütte Tavidi' uns nach Palästina znB. t bilden. Er behauptet z« f chaut in den anglo-sächW - n Judas diesen Großrm ,d Israel wieder vereich und die Prophezeiungen |ß> | iladelphia ist manM'j m Synagoge wit orth^L en eingcwandertenGlanl>-°iH . »erü« < JtDlP' Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Iesckuirun". Berlin, 9. Oktober 1896. Nr. 41. Jahrgang V. Redakteur: A. 5evin. Bezugspreis vierteljährlich: Verlag: Siegfried Lronbach, Berlin W. 57. fLrßU und frei T Deutschland u. Oesterreich-Uugarn Mk. 2,00, Telephon: alle andern Länder Mk. 8,50. Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Post-Zeitungsliste Ar. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2'/, Bogen), der „Jeschurun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (V, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Die Borstandswahl in Berlin, ll. — Der Berliner Gemeindevorstand und wir. — Die Antworten auf unsere Frage. IV. — Hamburg aus der Vogelperspektive. II. — Die Aufrichtung. Von Dr. S. Bernfeld. — Gottesdienst und Volksbelehrung. I. — Wochen-Chronik: Lehrerelend. — Adolf Sonnenthal im Lichte der Kreuzzeitung. — Die Juden in Argentinien. — Sündenbekenntnis eines Reformrabbiners. — Feuilleton: Der getaufte Talmud. I. — Das große Sterben. (Fortsetzung.) Von Wilhelm Jensen. — Herr Kremser. — Nebbich. — Hier und dort. — Kalender. — Anzeigen. Pie Noksiandsmlsl in Perlin. II. Das Judengesetz von 1847 hat — es ist kaum glaublich! — eine gute Seite: es zeigt einen echt demokratischen Zug. Das Volk wählt seine Abgeordneten, diese ernennen das Kabinet, nach je drei Jahren ist das Volk in der Lage, sein Votum zu korrigieren, giebt es den Abgeordneten Gelegenheit, unter den Regierenden Umschau zu halten und Unbewährte aus der Leitung der Gemeinde zu entfernen. Einen König auf Lebenszeit, einen Vorsteher von Gottes Gnaden giebt es nicht — nach dem Judengesetze von anno 1847. Dieses Gesetz, dessen Beseitigung alle ehrlichen Freunde des Judentums Ähnlichst wünschen, hat aber durch die Praxis statt einer Verbesserung eine Verböserung erfahren; es ist in den meisten, und nicht zuletzt in den größten Gemeinden zu einer Art Verfassung geworden, wie sie sich jenes Bäuerlein, das eine Republik mit dem Herrn Herzog an der Spitze forderte, nicht schöner hätte wünschen können; wer sich einmal der Leitung der Gemeinde bemächtigt, der behält sie auch ohne, ja selbst gegen den Willen der Gemeinde. So ist es in Bomst, so auch in Berlin; der Unterschied zwischen Bomst und Berlin besteht vielleicht darin, daß wir drei Herzöge haben, während sich unsere Glaubensgenossen in der kleinen Posenschen Weinstadt mit einem einzigen begnügen müssen. Herrn Justizrat Meyer hat der Volksmund längst in seiner Herzogswürde anerkannt, indem er ihn, der im Stadtverordnetenkollegium zum Unterschiede von Dr. Alexander Meyer neben seinem Namen die Zahl I führt als „Meyer den Ersten" bezeichnet. Er wurde von dem Repräsentantenkollegium in dieser Würde bestätigt, indem unsere Abgeordneter: niemals gegen oder auch nur ohne den Willen des Gemeindegewaltigen etwas einnoch durchgeführt haben. Kein Wunder, daß unter den Blättern, die Herrn Justizrat Meyer aus Anlaß seines 25jährigen Vorsteherjubiläums gewidmet wurden, sich ein Sang befand, der den Psalm 21 — „Herr, Deiner Macht freut sich der König" — zum Texte hat. Es wäre nicht deplaziert, heute in dem Psalmbuche ein Blatt umzuschlagen und eine Variation auf Ps. 20 Vers 2,— „Der Herr erhört Dich in der Zeit der Not" — zu versuchen; es wäre nicht deplaziert, aber es wäre erfolglos, denn in unserer Liturgie folgt auf diesen Psalm eine Aphorismen-Sammlung, die mit den Worten beginnt: „Und nach Zion kommt der Erlöser" — das Mandat des Herrn Justizrat Meyer aber läuft erst mit unserem Jahrhundert ab. Herrn Justizrat Meyer, dem Führer des Gauzen, zur Seite, in ihren Dezernaten aber alleinherrschend, stehen die Herren Hermann und Jacoby als Leiter der kultuellen und finanziellen Angelegenheiten der Gemeinde. Herr Jacoby erfreut sich großer Beliebtheit unter seinen Kollegen im Vorstand, weil er ein ins Jüdische übersetzter Miquel, ein Finanzgenie sein soll; Herr Hermann verfügt über die ungeteilte Achtung seiner Amtsgenossen, weil er durch Witz und Wissen ihnen überlegen ist. Zeugte nicht alles in unserer Gemeinde von dem Verlangen nach neuem Leben, von dem Sehnen nach alten Zeiten, wir wüßten keine besseren Männer für die diesjährige Vorstandswahl zu nennen, als die, deren Wiederwahl wir bekämpfen. Ein Finanzleiter, dem das Kontobuch geläufig, und ein Kultusvorsteher, dem das jüdische Schrifttum nicht fremd ist — bess're find'st Du nicht mehr. Allein die Forderung der Majorüät unsrer Gemeinde-Mitglieder, die sich an den letzten Repräsentantenwahlen beteiligt haben, deckt sich nicht mit dem, was diese Wiederwahl uns bieten würde. Wir suchen in dem Unsere Freunde billen mir. in ihren Bekanntenkreisen für unser glatt zu wirken, und stellen die interessanten Septemker-Unmmern gern franeo zur Verfügung.