Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 39 (25.9.1896)
- Date
- 1896-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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w« Enterbten in Israel Q ndm als echtMisch gebch^ ntä finden, nie die ' s" an die Todeskos in Wahrlich hunderttaufent« 1 die „Todeskos" non b« rd. er. Mer hilft?j Inmitten dn Interesse unserer Glanbenz: hier die Enthüllungen eimi er »Franks. Zig.", über dv t in den hiesigen jüdische was unseren leitenden vesm, was sie aber, - bei ie es wüßten, kaum hatte« Korrespondenten des augejo ten gesagt: Ehrlose, nerch s Galizien, - fast durchwrz unter allen möglichen fe in Orient, wo sie Ära dem Verderben preisgegebe« t, wenn wir unseren Feindk« innen, daß die verworsem Wchen beschränken, fanden leiten und verschachern; dera; der Konespondent zu be n Vertreterinnen der niedera nnen sind, was, wie er p t, als man in anderen HaO t, diese Damen wenig in da M. Wir sind hier den A b-r unsere Glaubensgenoss« l anwenden, um die Vmm ländlichen Gewerbe abzubm bleiben, was sie letzt sch Judentum, ein Grene D Nr. 39. Jahrgang V. Berlin, 25. Septemb. 1896. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Ieschurun Redakteur: A. Tevin. fierlag: Liegfried Lronbach, Serlin W. 57. Telephon: Redaktion VII. 4236. * Lxpedition VI, 796. // Treu und frei! Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn MK. 2.00, alle andern Länder MK. 3,50. Poft-Zeitungsliste Rr. 108. Die,,Mo-chenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Zeiten (2 V, Bogen), der „Zrschurim" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (V, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 35 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Kohelet der Zweifler. — Hat das Judentum eine Zukunft? — Zur Charakteristik Samson Raphael Hirschs. — Hamburg aus der Vogelperspektive. — Die Situation in Oesterreich. — Wochen- Chronik: Eine antisemitische Erfindung. — „Taschlich" am Jom kippur. — Die Kolonisation Palästinas. — Feuilleton: Der Schadchen in unserer belletristischen Litteratur. — Das große Sterben. (Fortsetzung.) Von Wilhelm Jensen. — Die Erbin des Baron Hirsch. — Der Vorname der Thora. — Hier nnd dort. — Aus dem Leserkreise. — Briefnnd Fragekasten. — Kalender. — Anzeigen. Kohelet der Amtier. In einer Epoche des nationalen Niederganges und der innern Zerrissenheit, in einem Zeitalter, welches jedes Ideals bar war, lebte in Palästina ein weiser und gedankenreicher Mann, der sich vergebens nach denr geistigen Inhalt im Leben, nach einem erstrebenswerten Ideal, nach einer lebensvollen Idee umsah. Nnd ob der geistigen Oede, die ihn umgab, verzweifelte er gänzlich an der göttlichen Weltordnung, an jedem höhern Lebensziel, an dem, „welches den Vorzug des Menschen vor dem Tiere" ausmachte. In dieser verdrossenen, teils pessimistischen und teils wiederum in der gänzlichen Leugnung der Menschemvürde optimistisch-resignierten Stimmung, schrieb er ein Büchlein, das bald in einem geordneten Jdeengang, bald wiederum in abgerissenen aphoristischen Sätzen ganz die Empfindung wiedergiebt, welche in jener Zeit die gebildeten Juden beherrscht haben muß. Dieses eigentümliche Büchlein, das wir unter dem Namen „Kohelet" im biblischen Kanon besitze,», ist nur durch einen Zufall in die Zahl der heiligen Bücher ausgenommen und so von dem Untergang gerettet worden. Unsere Bibel, diese „große Hausapotheke der Menschheit", wie Heine sich trefflich ausdrückt, besitzt dieses Kleinod, diesen treuen Spiegel einer unzufriedenen, verdrossenen, nach einem Ideal sich vergeblich sehnenden Seele. Unsere großen Lehrer, welche dem ganzen jüdischen Leben eine religiöse Weihe zu geben sich bestrebt haben, ordneten später an, daß dies Büchlein während der Sukkottage zu lesen sei. Wie konnten sie aus diesen merkwürdigen Gedanken kommen? Ich finde aus diese Frage keine objektiv richtige Antwort; aber ich empfinde sie wohl sehr gut. Im Buch Kohelet spüren wir gleichsam einen herbstelnden Hauch, eine gewisse Kühle, die uns durchschauert. Es paßt daher diese Lektüre so vortrefflich für eine Jahreszeit, in welcher die Sommerwärme ihr Ende erreicht und uns die kühlen Herbstnächte zu umwehen beginnen. Auch in nationaler Beziehung repräsentiert der Grundton dieses Büchleins die wehmutvolle Stimmung der Sommer- und Herbstwende, wenn das gelbe Laub von den Bäumen fällt und die Natur sich anschickt, dem langen Winterschlaf sich hinzugeben. So verstanden es auch unsere hochgestimmten Lehrer, am Peßach die Lektüre des Buches Schir- Haschirim, des hohen Liedes, anzuordnen, in welchem die ganze Natur ihre Auferstehung feiert, ein Buch von berückender Poesie, in dem es lebt und blüht, wie in einem reizvollen, blumenreichen Garten. Das Peßachfest, welches den Frühling so stimmungsvoll inauguriert, erinnert zugleich an den Frühling des jüdischen Stammes, an die Zeit des nationalen Umschwungs und eignet sich vorzüglich zu einer solchen Lektüre, die in uns die Erinnerung an jene glorreiche Zeit wachruft. Aber wir leben jetzt im Herbst, und vom Frühling ist uns nur eine wehmütige, schmerzvolle Erinnerung geblieben. Wir können jetzt nicht das Hohe Lied lesen, weil es in uns Erinnerungen der hoffnungsreichen Jugend wachruft, während wir ringsumher herbstliche Kühle, verdrossene Gesichter und Unzufriedenheit sehen. Und so nahm ich mir aus der „großen Hausapotheke" jenes Buch, welches so gut zu der herrschenden Stimmung unseres Zeitalters paßt: Kohelet den Zweifler, der alles bekrittelte, alles anzweifelte, der sich an nichts genügen konnte, selbst an der Kritik, an dem Zweifel. Du unbekannter, verkannter und doch so tief angelegter Mann, der du vor mindestens zwei Jahrtausenden Worte des Zweifels und der Verstimmung hingeworfen hast, die jetzt einem Menschen von ähnlichen Empfindungen zugleich einen Trost und eine Erholung bieten! Also hat es bereits ein