Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 34 (21.8.1896)
- Date
- 1896-08-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4794838-9609712-9610322--1647-9610323- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Allein einer solchen^,«.,.??b°« >ne2ejtre% «***M . ÄufW*^etttönbet »«bunbai 1 ' ^Mch°.Mern,ehranA^ VJ** bie Msche ^K scht eigens einen ruM ' ugend m der rchschen Sp^ I : * * «ch zu sehm, baitol ^"kaufen, um sie ihm I wfebtlbung zu übergeben,: unserer prominente: dem Namen „Jewish Working ' Gesellschaft gegründet, " Mädchen von der Ostseil außerhalb der Stadt;i er Woche zu verleben, ist, wird billiger resp. gam nommen. Vorläusig hat bie ,ue Point, L. I., welche Unter: -ten. Es werden übrigens i» binnen, sondern auch Mich» ime finden. sestpr.) zum 15.9. oder 1. 10. kann und Schochet ist. Air, i. Meld. an I. Gerson. - l. oder 15. 10. Rl. K. Si Reiset. 15 Mk. Meld. n , Unverh. Rl. K. Sch. Fu , Meld. an Rabb. Tr. Kore' um 15. 10. unverh. sem. ged, . ca. 250 Mk., fr. Wohm u. sem. geb. Rl. §chjjit in Heimann Stern. llgerrrerne Berlin, 21. 2Iugust 1896. Nr. 34. Jahrgang V. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Ieschurun". Redakteur: A. Tevin. Verlag: Siegfried Cronbach, Serlin W. 57. Telephon: Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Treu und frei! Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn Mk. 2,00, alle andern Länder Mk. 2,50. Post-Aeitungsliste Rr. 108. Die „Mochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2'/, Bogen), der „Jeschurrrn" Mitte und Ende jeden Monvts mindestens 4 Seiten (Va Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 Mg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoneen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Der Chasen II. — Samson Raphael Hirsch. Bon Dr. S. Bernfeld. — Der stidische Lehrer. Bon Magnus Neumann. — Wiener Volksmänner. — Decadence im Judentums? — Wochen-Chronik: In der Sauregurkenzeit. — „Die Judenfrage in einer sozialdemokratischen Parteiversammlung." — Die Juden und das Handwerk. — Notleidende. — Zaren Legenden. — Feuilleton: Im Londoner Ghetto. Von Ernst Heilborn. — Die jüdische Mutter. (Schluß.) Von Nahida Ruth Lazarus. — Hier und dort. — Aus dein Leserkreise. Kalender. — Anzeigen. Der Wst». II. Mit der Absetzung des Chasen und der Einsetzung des „Kantors" hat die glorreiche Reformbewegung begonnen. Den Anstoß zu diesem Wechsel in Wesen und Dekoration gaben die Predigten und die Prediger. Während die Predigten in dem Gottesdienste der Gegenwart einen wichtigen Bestandteil bilden, den wir trotz aller schlechten Reden und Redner nicht wissen möchten, waren sie in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts lediglich ein Anhängsel, vielleicht noch mehr eine Konzession, die man denen außerhalb der Synagogengemeinde gemacht hatte. Nicht für die Juden wurde die Predigt eingesührt, sondern für die Andersgläubigen, „damit wir gleichen den Völkern ringsher"; nicht für die Juden wurde gepredigt, die treu zu der Väter Sitte hielten, sondern für jene, die für ihr Verbleiben in Israels Bunde der Beschwichtigung bedurften, daß hüben ja nichts anders sei als drüben, nachdem bei uns aus der Schul ein „Tempel", aus dem Gebet eine „Erbauung" gemacht worden. Im Geiste jener Zeit waren auch die Predigten jener Epoche gehalten. Sie bewegten sich, ohne Ausnahme fast, in dem breiten und darum flachen Gewässer des „Menschentums". Sie waren nicht unjüdisch, weil es Juden gewesen die sie hielten; sie waren aber auch nicht jüdisch, obwohl sie von Juden versaßt und vorgetragen wurden. Sollte nun keine Disharmonie entstehen, so mußte die Tonart der Liturgie der Stimmung der Kanzelrede angepaßt werden. Was hatte auch das am Vorbeterpulte in Tönen umgesetzte jüdische Weh neben der „menschentümlichen" Weisheit auf der Kanzel zu suchen; wie durfte der undefinierbare spezistsch-jüdische Seufzer dem tönenden Hallelujah auf die „gesamte Menschheit" folgen! Nein, der Ton der Synagoge sollte der „ganzen Welt" geweiht sein — frei von persönlichem, frei von nationalem Individualismus! Und so wurde deun der „Chasen" in die Rumpelkammer verwiesen, obwohl er mit seiner Gemeinde verwachsen war, und wurde an seine Stelle der „Kantor" gesetzt, der sich noch heute, nach Jahrzehnten, in den Herzen seiner Hörer nicht einzubürgern vermocht hat. Der Erfolg dieses Versuches, dem jüdischen Baum ein fremdes Reis aufzupsropfen, war verblüffend: Die seither gefüllten Gotteshäuser entvölkerten sich, das israelitische Gemeindeleben verflüchtigte sich, die jüdische Zusammengehörigkeit lockerte sich immer mehr; zerstreut weidete die Herde Israels auf einer Flur, die nicht ihr eigen, und sie würde den Treffpunkt völlig verloren haben, wenn nicht die Peitsche Antisemitismus sie konsequent nach jenem Punkte gedrängt hätte. Wir sind angelangt. Den Treffpunkt haben wir nach einigem Suchen gefunden; der Wunsch nach Wiedererlangung dessen, was als veraltet wir von uns geworfen, wird immer reger, wird immer lauter ausgesprochen. Unsere Predigten haben sämtlich einen jüdischen Anstrich bekommen. Mit Ausnahme der jungen Geistesarmen und der geistesarmen Jungen, die von dem leben, was in verflossenen Jahrzehnten geschaffen worden, und der älteren Reformfanatiker, die nicht Lust noch Fähigkeit haben, sich der Forderung der Zeit anzupassen, wird allüberall aus den Kanzeln Judentum gepredigt. Zu diesem altneuen Bilde gehört der altneue Rahmen; zu dem Prediger, der Jude auf der Kanzel, der Vorbeter, welcher Jude am Betpult ist. Die Philosophie des Unbewußten, der uns auf dem jüugsten Gemeindetage erzählte, daß man in der Synagoge sich nicht dürfe durch Kunstmittel stimmen lassen, macht auf Jt /