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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-24 · 30 (24.7.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
30 (24.7.1896)
Date
1896-07-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I tZ'“1 tm en Rabbinern m?r? raaufce - erden, befinden fil??°(°8il| ^d^R b? 7°^o. Uuntatszeugms und beinahe all *****■»£ Mann, Pittsburg unt Präsident Cleveland hat an ch m Ihrem Blatte besprochenen ude als Patriot und Soldat", >ung desselben einen Dankbrief »Ich habe mit großem Vermerk gelesen, denn es erweist II sie nicht immer zugestanden 'den unter anderem Kardinal ine Reihe anderer bedeutender! des Buches ist soeben erim Leiter der Talmud-Thoraer Gans aus Frankfurt a. 1. te Herr Lehrer Stillmanu in äum. Baden). Eos. Rl. K. Sch. >hn. Reiset, d. Gew. Meld. nsburg. K. Sch. mit gut. r. Wohn. - Gilserberg, düng an Rabb. Dr. Munk, rentarschule, auch )lung einer Kom- 1867 ZI' befreit? rei Jahre bezahlt n? § dem Judentum Nr. 30. Jahrgang V. ttttmtitrt Berlin, 24. 3uli 1896. ♦. Nebst einer wissenschaftliichen Beilage „Iescburun". Redakteur: A. Levin. Verlag: Siegfried Lroubach, Berlin W. 57. Telephon: Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Bezugspreis vierteljährlich: Crßu und frei T Deutschland u. Oesterreich-Uugarn Mk. 2,00, 4 * alle andern Länder Mk. 2.50. post-Zeitungsliste Rr. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2Va Bogen), der „Ieschurun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (7S Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Die Oase in der Wüste. Bon Dr. Singer. — König Midas. Von M. A. Klausner. — Die Deutsch-soziale Reformpartei. — Von Hirsch bis Breuer. — Kantorschulen. Von Z. Schönberger. - Wochen-Chronik: Das „jüdische Zentrum". — Die antisemitische artet. — Bismarcks Küchenchef. — Abraham, der Christlichoziale. — Jüdischer Reichtum. — Feuilleton: Die Frau im Judentum. — Der Fortschritt. Von S. Horowitz. — Wieder ein jüdisches Wunderkind. — Hier und dort. — Aus dem Leserkreise. — Brief- und Fragekasten. — Kalender. — Anzeigen. Die Och in der Wüste. (In „Kakbat Uachamu") „Eine Stimme ruft: Bahnet in der Wüste einen Weg dem Ewige», ebnet in der Steppe einen Pfad unserm Gotte!" Es liegt in diesen Worten unseres Propheten, welcher die Sabbate vom 9. Ab bis zum Neujahrsfeste beherrscht, etwas Tröstliches, das mit unbezwinglicher Macht sich in das Herz hineinschleicht, und wer ein Gefühl für seine Religion sich bewahrt hat, kann diesen edlen, durch seine Einfachheit überzeugend wirkenden, durch seine Erhabenheit hinreißenden Ruf nicht ohne tiefe Bewegung verhallen lassen. Wir können es allerdings unseren Vätern nicht ganz nachfühlen, welch heilige Empfindungen ihr Herz durchzogen, wenn es, wie Klänge aus Himmelssphären, an ihr Ohr schlug, daß ebenso wie die Strafe an ihnen vollzogen war, welche das Leben ihnen zu einer Wüstenei mit allen ihren Plagen und ihren Qualen gestaltete, die Verheißung sich auch erfüllen werde, daß eine geebnete, schattige Straße durch diese Ebene sich hinziehen werde. Trotz aller Erinnerungen, welche wir in uns wachrufen, trotz der lebhaftesten Schilderung der Demütigungen und Verfolgungen, denen sie ausgesetzt waren, können wir nicht mehr ganz das Weh nachfühlen, welches ihnen anhastete; es ist eben ein natürlicher Vorgang, daß der Schmerz durch die Zeit abgetönt wird, selbst wenn man ihn am eigenen Leibe erfuhr, um wie viel mehr, wenn er nur durch Erzählungen wachgerufen und durch Erinnerungen geheiligt wird. Viel leichter und besser lassen sich aber frohe Hoffnungen übertragen, und wir sind schönen Erwartungen auch dann zugänglich, wenn der augenblickliche Zustand noch zu den erträglichen zu rechnen ist. Wahrlich wenn das Verständnis für das Beseligende in unserer Religion, wenn das Bewußtsein für unsere Zusammengehörigkeit in uns noch immer so lebendig märe, wie bei unseren Vätern, wir brauchten keinen Augenblick zu verzagen; wenn unsere Feinde uns die Erde in eine Wüstenei zu verwandeln bestrebt sind, wir brauchten nicht zu murren; wenn von jener Seite unsere Solidarität nur im schlechten Sinne betont wird, wir brauchten die Hoffnung nicht auszugeben, daß auch in dieser Wüste eine Straße der Freiheit, des menschenwürdigen Daseins, der Gleichberechtigung sich uns aufthun werde. Ein Rückblick auf unsere Vergangenheit wird uns belehren, daß es nichts Neues unter der Sonne giebt und daß nur derjenige verloren ist, der sich selbst aufgiebt. Unsere Weisen haben es bereits ausgesprochen, daß u.a. Jerusalem zerstört wurde, weil die Israeliten gegeneinander keine Billigkeit übten und weil der Unterricht der Jugend aufgehört hat, ein zweckmäßiger und zielbewußter zu sein. Leider befinden wir uns in derselben Lage, haben aber trotzdem keinen Grund zum Verzweifeln. Als der Druck von außen etwas nachließ, bedurfte der lebhafte Geist des Judentums eines Gegenstandes zur Bethätigung, zur Schärfung, und man versuchte, an dem rohen Stein, als welcher der religiöse Edelstein auf uns überkommen ist, zu arbeiten und ihn zu glätten. Der Oppositionsgeist erregte eine Gegenarbeit, und ehe man es sich versah, war der innere Kampf vorhanden, der verhängnisvolle Kampf, den niemand gewollt hat. Die dadurch hervorgerufene Erbitterung ließ die Parteien hüben und drüben zu weit gehen, und unsere gemeinsamen Gegner hatten ein scharfes Auge für unsere Blößen; sie erkannten nicht allein die verwundbare Stelle, sie wählten auch den richtigen Moment ihre vergifteten Pfeile dagegen zu schleudern. Aber auch sie entgingen nicht dem Prozeß der Zersetzung, der schneller kam als sie dachten, schon beginnt die Auflösung, sie glauben an sich selber nicht mehr und noch weniger Einer an den Andern. Sie hatten auf Sand gebaut und das Haus wird

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