Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 29 (17.7.1896)
- Date
- 1896-07-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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«Lüde» - bet rUchen t " 3U ""breiten, ' "Q“en größeren Mischen i^lfbene Schulen und et= Äubiibten, sie legt Biblw p sachlich russische Klassiker edme Werke in russischer lebersetzung des Pentateuch chast zeigt ein Bild ihm esetzt: Herr ®. Weinschenk Rhein. Sof. ob. spät. Nbk. ca. 400 Mk. u. fr. -1. - Würzburg. Zum Näheres durch Bez.-Rabb. K. Sch. Kore. Fir. 800, iieisek. d. Gew. uchen Gesetzbuches und ,om 26. Juni ist über attiert worden. Es htsfrage, als meines che und zwar um ein ce Geistesumnachtung Es ist daher von Inte dieses Gegenstandes iiitualkodex Schulchan Zdruck gebracht wird. Jebamoth?. U2II lorben, dann ist eine u schwachsinnig oder Scheidung stattfinden. beim Manne oder en Gatten nicht nur Hindernis, sodaß >» vorgenommen werden , d dazu vorhanden | ht der Majorität de . 26. Juni den §l Beilage des «er» | eure in Oftnburg^ .»merksam machen , Baden» bei» bitten n>M Abonnenten ,«vermeiden. entweder Nr. 29. Jahrgang V. slzemerno Berlin, 17. Juli 1896. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „^eschurun" Redakteur: A. Lev in. Bezugspreis vierteljährlich: Verlag: Siegfried Lronbach, Serlin W. 57. Treu und frei! Deutschland u. Oesterreich-Uugaru Mk. 2,00, Telephon: Redaktion VH, 4236. * Lxpedition VI, 796. alle andern Länder Mk. 2,50. Post-Jeitungsliste Nr. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2x/a Bogen), der „Jeschurun" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (Va Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 25 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Unsere Trauer und unser Trost. Bon Dr. S. Bernfeld. — Die Staatsjuden des Judenstaates. Bon Dr. Singer. — Der D.-J. G.-B. Bon Leopold Guttmann. — Eine Stimme aus Amerika. — Wochen-Chronik: Die deutsch-soziale Reformpartei. — Religionsstatistik. — Die Aera Bismarck -Puttkamer. — Zwei Briefe von Marquis Mores. — Christliche „Ritualmörder". — Die russischen Juden. — Ein neuer Kurs in Rußland. — Der alte Kurs. — Rumänisches. — Ein Prototyp. — Christenhaß in China. — Ueber die Juden in Marocco. — Feuilleton: Jeremias. — Die Subotniki. Bon A. N. Stein (Schluß). — Aschmadai. Bon Joachim Rosenauer (Schluß). — Hier und dort. — Brief- und Fragekasten. — Kalender. — Anzeigen. llnfere (Trauer und unser Trust. (Ium 9. Ab.) In allen Gotteshäusern Israels wird am konunenden Sabbat aus dem Buche des Propheten Jesajah gelesen. Einem 1 alten Brauch gemäß werden während der drei Sabbate, die dem Erinnerungstage der Zerstörung des Tempels, durch Titus vorangehen, strafende Reden aus den prophetischen Büchern verlesen, um Israel die Ursachen des. Verfalls und des göttlichen Zornes, der sich zu jener Zeit in vollem Maße über den jüdischen Stamm ergossen, in Erinnerung zu bringen. Ist der Tranertag um die Zerstörung der heiligen Stätte vorüber, so werden wiederum während sieben auseinander folgenden Sabbate irr den jüdischen Gotteshäusern trostverheißende Reden der Propheten verlese,:, welche mit prophetischer Begeisterung Israel Trost und Mut zusprechen, dem jüdischen Stamm die volle Bedeutung der Gnadenwahl durch Gott in Erinnerung bringen und ihn in dem harten Kampf, den er um sein Dasein führen muß, zum geduldigen Ausharren ermutigen. Es ist eine alte Stimme, welche zu uns am kommenden Sabbat im Gotteshause spricht; mehr denn zweieinhalb Jahrtausende sind vergangen, seitdem der große Prophet Jesajah voll sittlicher Entrüstung über die Verirrungen unserer Vorfahren seine warnende und strafende Stimme erhoben hat. Er sprach damals zum ganzen Volke, zu seinen Großen und Häuptern, zu seinen Priestern und Führern, zu der großen Masse der Nation. Er zog die Großen zur Verantwortung ob ihres häßlichen Egoismus, ob der groben Verletzung ihrer Pflichten, ob ihrer Herrsch- und Gewinnsucht; er tadelte die Priester, welche das Heiligtum Gottes zu einer Stätte der schnöden Gewinnsucht und der Volksverführung herabgewürdigt; er rüttelte an dem schlummernden Volksgewissen und führte der Station ihre ganze Verstocktheit vor, ihren moralischen und materiellen Niedergang, ihr Versinken in dem Schlamm der Genußsucht und der niedrigen Gelüste. Nicht wahr, wenn wir diese flammenden Reden des großen Propheten lesen, wenn wir hören, mit welcher Bitterkeit er von den „Fürsten Sodoms", von dem „Volk Amoras" spricht, wenn wir lesen, daß er den damaligen Großen den Vorwurf entgegenschleudert: „Ihr seid alle Abtrünnige, Diebesgesindel, ihr, die ihr Bestechungen liebt und nach schnödem Gewinne jagt, die ihr euch der Waisen nicht annehmt und den Streit um das Recht der Witwe nicht führt", — nicht wahr, wenn wir diese harten Worte des Propheten lesen, so werfen wir uns in die Brust und rufen mit stolzer Genugthuung aus: So schlecht, wie jene waren, sind wir doch nicht; uns treffen solche Vorwürfe keineswegs! Gewiß treffen uns solche Vorwürfe nicht; aber sind wir denn wirklich um vieles besser als unsere Vorfahren, gegen die sich die strafende Stimme unserer Propheten erhob? Sind nicht auch wir abtrünnig geworden dem geistigen Erbe Israels? Haben wir nicht im Lause eines Jahrhunderts mit frivoler Hand alles zerstört, was Israel während dreier Jahrtausende geschaffen, was unser Stamm in heißen Kämpfen, in Strömen von Blut verteidigt hat? Sind unsere Großen, unsere Gemeindeführer und Lehrer des Gottesworts stets bereit, ihre unserem Stamme gegenüber übernommene Pflicht zu erfüllen? Oder herrscht nicht vielmehr unter uns in den meisten Fällen auf Seiten der Leiter der Gemeinde Hochmut und Herrschsucht, auf Seiten der Lehrer Unselbständigkeit und Kriecherei? Nein! Wir sind nicht viel besser als unsere Vorfahren, aber wir stehen ihnen in vielem nach. Dort sehen wir wenigstens die Sünde