Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 23 (5.6.1896)
- Date
- 1896-06-05
- Page
- Seite 403 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 23. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 403. it,n °«d W de, m i ^»«.. bu ®k Lchmb « ®emembeainte angegeben, ende Schmerzen an Men Mf Kopfweh hatten, ,vo- / bei dem Gemeindeainte den beiden Äädchen nur -n gewesen. Die Waclawek, Landsgerichte vernommen de in Haft genommen, und r eine gegen dieselbe er- Vorige Woche fand nun n die Verhandlung gegen ingeklagte verwickelte sich und behauptete, sie habe Gemeindeamte aus Angst Emilie Schwab bestätigen, t von dem „Blutabzapfen" Beiden sowie auch die chtigen Kaufmann niemals Die Waclawek fügte hinlhlt, aber nichts gesehen, üung endete mit der Verf. onaten schweren, mit einem \ en Kerkers. Gegen Sophie \ beim Bezirksgerichte in; leidigungsklage des Herrn nun Getritz bei dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde , mit der Erklärung, daß er sich von der Schädlichkeit der antisemitischen Tendenzen überzeugt habe und nunmehr bestrebt sein werde, für das Prinzip der konfessionellen Gleichberechtigung einzutreten. Er bat schließlich um die llnterstützung der jüdischen Wähler bei der neuerlichen engeren Gemeinderatswahl. * Pest, Ende Mai. Tie ungarische Vorbereitungskommission für den in Moskau abzuhaltenden Aerztekongreß hielt eine Sitzung, in welcher Professor Wilhelm Goldzieher seiner Entrüstung darüber Ausdruck gab, daß Rußland es den jüdischen Aerzten unmöglich mache, an dem Kongresse teilzunehmen. Es wurde beschlossen die Aufhebung dieser Maßregel zu veranlassen. — Der Studienaufseher des Szatmärer Komitats, B«'la Koväts, erstattete in der letzten Sitzung des Verwaltungs-Ausschusses die Anzeige, daß der Rabbiner der Gemeinde Ar.-Medgyes die vor die Synagoge gepflanzten Millenniumsbänme wieder ansreißen und die aus dem Tempel ausgesteckte Trikolore heruuteruehmen ließ. Ter Vizegespan ordnete die Untersuchung der Angelegenheit an. X Petersburg, 31. Mai. Die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen der von der Gesellschaft zur Verbreitung von Ausklärnng unter den Juden gegründeten und unterhaltenen Schulen betrug am 1. Januar d. I. 220, und zwar 112 Mädchen und 103 Knaben. Die Mehrzahl derselben (158 Kinder) war von der Zahlung des Schulgeldes befreit. Außerordentlich wichtig für die Zukunft der Schulen ist der Beschluß der Verwaltung der St. Petersburger Synagoge, zum Andenken an die Vermählung Ihrer Kaiserlichen Majestäten ein eigenes Schulgebäude bei der Synagoge zu errichten. Zum Bau des Schulgebäudes hat der Präsident der Gesellschaft Baron G. O. Günzburg 22.000 Rbl. gespendet und ist zum Bau des Gebäudes bereits geschritten worden. £ London, 28. Mai. Nr. 21 dieses Blattes enthält eine Notiz, betreffend die bevorstehende Schließung des Montefiore- College in Ramsgate. Dieselbe enthält etliche Ungenanigkeiten, die durch folgende, auf Einsicht in die Akten beruhende Darstellung richtig gestellt werden mögen. 1. Das College ist nur zeitweise geschlossen, uni eine sogenannte Reorganisation anszuführei'. 2. Der anklagende Dozent hat die beiden Kandidaten fünf Jahre lang in Talmud und rabbinischen Fächern unterrichtet, nahm sowohl an den schriftlichen als mündlichen Rabbinatsprüfnngen teil und bezeugte seine Zufriedenheit durch Namensunterschrift. 3. Die vom erwähnten Dozenten nach Verleihung der Rabbinatsdiplome vorgebrachten Anklagen werden vom Kuratorium aufs eingehendste untersucht und für „völlig unbegründet" erklärt. 4. Einer mit diesem Ergebnis unzusriedeneil Partei gelang es, eine neue Untersuchungskommission durchzusetzen, von welcher ein Teil ans Grund desselben Beweismaterials zu genau entgegengesetztem Resultate gelangte. Thatsächlich ist ein rechtsgiltiger Beweis für die Schuld der Angeklagten nicht erbracht worden. Um dein Dilemma zu entgehen, haben die Elders der portugiesischen Gemeinden — von denen das College-Kuratorium im Ausschuß ist — eine Resolution auf zeitiveise Schließung der Anstalt angenommen. 5. Thatsächlich hat das College seit Jahren von heftigen Angriffen zu leiden gehabt, die mit dem gefaßten Beschlüsse in enger Verbindung stehen. >1* London, Ende Mai. In diesem Jahre hat die hiesige Universität drei jüdische Prüfungskommissäre: Prof. Samuel Alexander für Ethik, Israel Gollancz für Englisch und Dr. Sidney Phillips für Medizin. Ein solcher Stand der Dinge ist nicht nur ein Beweis von den großen Fähigkeiren der ernannten Herren, sondern von dem duldsamen Geiste, der an der Londoner Universität herrscht, und dem zum nicht geringen Teile die Universität ihren ausgezeichneten Rus verdankt. O London, im Mai. Als Professor S. Schechter in Cambridge einige alte Manuscripte durchsah, welche die gelehrten Frauen Lewis und Gibson von ihrer letzten Orientreise heimgebracht, hatte er das Glück, auf ein Blatt zu geraten, das einen kleinen Abschnitt des hebräischen Originaltextes aus dem Buche „Eoclesiasticus oder die Weisheit des Sohnes von Sirach" enthält. Wenn es gelingt, das ganze Manuscript, zu welchem das gefundene Fragment gehört, zu bekommen, so werden damit manche philologische und sogar historische Probleme mit einem Schlage gelöst werden. Aber selbst das Fragment muß als eine große und wertvolle Entdeckung begrüßt werden. Es wird von großem Interesse sein, zu erfahren, was für ein Hebräisch um das Jahr 200 vor der bürg. Zeitr. geschrieben wurde. * New?)ork, 15. Mai. Die Juden im Staate Massachusetts machen alle Anstalten, durch die Legislatur ein Gesetz durchzubringen, daß allen denen, oie entsprechend ihrer religiösen Vorschrift den Sabbat feiern und das Geschäft an diesem Tage geschlossen halten, das Recht zustehen soll, am Sonntag frei verkaufen zu können. Diese Bestrebungen werden vom Publikum und fast von der gesamten Presse lebhaft unterstützt. X * Ans den Gemeinden. Trotzdem die jüvische Schule in Usch nur noch von vier schulpflichtigen Kindern besucht wird, ist die vakante Lehrerstelle durch den Lehrer Gerson aus Schwedt a. O. wieder besetzt worden. Die Schulgemeinde erhält auch die übliche Staatsbeihülfe von 500 Mark. Eine kleinere aus Staatsmitteln mitunterhaltene Schnlanstalt dürfte es in der preußischen Monarchie nicht geben. — Rabbiner Dr. Schlesinger in Pinne ist als Rabbiner der israelitischen Religionsgesellschaft (orthodoxe Separatgemeinde) in Bingen gewählt morden. — Rabbiner Dr. Breuer in Frankfurt a. M. hat einen Ruf nach Wien, wo er das Amt des sel. Rabbiners Spitzer übernehmen wird, angenommen. Mit ihm wird auch die in Frankfurt errichtete Jeschiwah nach Wien übersiedeln. — Der Präzeptor am israelitischen Lehrerseminar in Würzburg, Herr I. Rosenthaler, ist an die Realschule der israelitischen Religionsgesellschast in Frankfurt a. M. versetzt. — Verstorben: Herr I. Feibel in Jauer. Er war besonders den jüdischen Sträflingen im dortigen Frauen-Zuchthans Schutz und Beistand gewesen. Ehre seinem Andenken. — Vakanzen: Bu r g si n n (Unterfranken) Rl., K., Sch., Fix 600, Nbk. ca. 600 Mk., fr. Wohn., Gart., Heiz. Meld. an Aron Heidelberger. — Sprendlingen (b. Franks, a. M.) sof. unverh. Rl., K., Sch. Fix 600, 'Nbk. 300 Mk., fr. Wohn. Meld. an I. Stern. — Strumpfelbrnnn, sof. Rl., K., Sch. Fix 700, Nbk. ca. 300 Mk. u. fr. Wohn. Meld. an Rabb. Dr. Löwenstein in Mosbach. — Schön fließ (Neum.)