Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 23 (5.6.1896)
- Date
- 1896-06-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4794838-9609712-9610131--1456-9610132- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3h. 22, erl^e rch mir an dieser Batteur, meinen Dank zu Nai 1896. Tr. med. I. Tembo. hiermit erlaube ich mir, Eie ^Gemeinde zu diesen Feieren ersten Abend war laut '90p nur gegen Karten gemein großer Wer und geviel wie möglich das Jnterierben muß. so und so viele, esuch des Gottesdienstes beern- Tie Furcht vor Heberten, die koulante Handhabung Karten rechtfertigt die Bel für Ersatz-Gottesdienst wie h bitte, dies in Ihrem ge- .d hoffe dadurch der Wieder- . vorzubeugen. Eugen Wiener. i Das „Kleine Glaubenstummer abgedruckt, ist kein 'acht, ist ein Ganzes. Der rlich bekannt, er hat aber > darum verschweigen wir se n. Wir hatten noch nicht S. L., Düsseldorf. Der ner Nummer des vorigen u in einem einzigen Handabgeben können. - W-; um Einsendung des JJt|- iÄ^SSfö2- § 2Tb. E Hailsküche')! . Salat oder« Braten. Nr. 23. Jahrgang V. tilgemerne Berlin, 5. Juni 1896. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Jeschurun^. Redakteur: A. Lev in. Verlag: Siegfried Lronbach, Berlin W. 57. Telephon: Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Treu und frei! Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oefterreich-Uugarn Mk. 2,00. alle andern Länder Mk. 8,50. Post-Zeitungsliste Ar. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Seiten (2l/a Bogen), der „Jefchurnn" Mitte und Ende jeden Monats mindestens 4 Seiten (7«, Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anzeigen werden mit 85 Pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Die Rabbinerwahl in Berlin. — Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. — In den Krönungstagen. — Wochen-Chronik: Vom Geschäftsantisemitismus. — Schlechte Geschäfte. — Abg. Jskraut. — Dittes und Galimberti. — Eine wichtige Entscheidung. — Konkurrenz der Wunderrabbis. — Gladstone über Dr. Herzls Schrifts: „Ein jüdischer Staat". — Ein englischer Egidy? — Frau Salis Schwabe. — Aberglaube in Nord-Afrika — Jüdische Kolonien im heiligen Lande — Feuilleton: Das Gehalt der Rabbiner in Elsaß- Lothringen. Von Dr. M. Aschkanaze. — Klassischer Antisemitismus. Von Camille Tauber. — Der Schutzdukaten. (Forts.). — Urdeutsch Von Fred Hood. — Hier und dort. — Aus dem Leserkreise. — Kalender. — Anzeigen. Zur iiiibliiHfimitlil in Öcrliit. Die erste biblische Parabel, die sich als Parabel giebt, ist sicherlich jedernrann bekannt; daß ihr eine Wahlgeschichte zugrunde liegt, ist bezeichnend für die Bedeutung, die in biblischer Zeit allen Wahlen beigelegt wurden. Einst wollten — so heißt es im Buche der Richter — die Bäume einen König wählen. Sie boten die Würde dem Oelbaum, dem Feigenbaum und dem Weinstock an — vergebens : der eine wollte nicht sein Fett, der andere nichtseine Süßigkeit, der dritte nicht seinen Most lassen um der Ehre willen, über „den Bäumen schweben" zu dürfen. Die König- Wahl-Kommission stieg bis zum Dornbusch hernieder. Dieser sprach zu den Repräsentanten der Bäume: Wenn ihr in Wahrheit mich zum Könige wünschet, so versucht, euch in meinem Schatten zu bergen. Gelingt euch dies — bon; gelingt's euch nicht, dann möge Feuer ausgehen vom Dornbusch und verzehren die Zedern des Libanon. Eine spaßige Geschichte und eine lehrreiche zugleich; spaßig freilich nur für Unbeteiligte, lehrreich aber für alle, die einen König wählen wollen. In der Berliner Gemeinde ist eine Krone zu vergeben: min nnr, die Krone der Gelehrsamkeit; die (ruirc in::) Krone des Pfaffentums hat längst Käufer gesunden. Eine all hoc erwählte Kommission hausiert seit viele» Mouaten im Reiche umher, findet jedoch für den Schmuckgegenstand keinen Abnehmer. Ihre Aufforderung: „Komm, sei unser König!" wird, wie in der biblischen Parabel, mit dem Bescheide abgelehnt, man wolle weder eine fette Pfründe noch die süße Bequemlichkeit noch den berauschenden Applaus in dem heimischen Kreise aufgeben, um alsdann über den Berliner Bäumen zu schweben. Nicht ohne Groll vernimmt man hier den Bescheid. Wenn Paris eine Messe wert^ gewesen, so ist Berlin jedes Preises wert. .Für einen von der Bedeutung seines Berufes durchglühten Mann müßte die Aussicht, den diesseitigen, von entblätterten Bäumen und wucherndem Gestrüpp strotzenden Wald wieder grünen machen und säubern zu können, mehr wert sein, denn jede Pfründe, jede Bequemlichkeit, jeder Applaus. Vielleicht aber ist dieser Groll unberechtigt; vielleicht enthält die Art der Ablehnung zugleich eine Motivierung derselben. Wir wollen, so sprachen der Oelbaum und der Feigenbaum und der Weinstock, nicht aufgeben, was wir haben, um alsdann in eurer Mitte über den Bäumen zu schweben. Eure Aufforderung: „Komm, sei unser König!" entspricht nicht der Würde, die zu vergeben ist. Ein geistvoller Mann nannte jüngst die Rabbiner, die in unserm Jahrhundert Macht und Einfluß in Berlin gehabt, wie folgt: Reb Jakob Joseph Oettinger, vr. Michael Sachs und — Justizrat Siegismund Meyer. Was Wunder, daß Männer von Ruf dem Rufe der Berliner Gemeinde nicht folgen wollen! Wollt ihr einen König, so schafft ihm einen Thron; wollt ihr eine ragende Gestalt, so gewährt ihr einen Sockel; wollt ihr einen Rabbiner, so bildet ihm ein Rabbinat. Daß wir mit diesem Wunsche nicht allein stehen, ist bekannt; daß wir bei dieser Forderung die überwiegende Mehrzahl der hiesigen Gemeinvewähler auf unserer Seite haben, deß sind wir gewiß, deß sind die Zuschriften Zeuge, die allwöchentlich in großer Zahl uns zugehen. Eine derselben lassen wir heute im Auszuge folgen: „Vor einem Jahre hat der Vorstand unserer Gemeinde mit Genehmigung des damals noch „liberalen" Repräsentanten- Kollegiums den ältesten Rabbiner in Berlin in den Ruhestand versetzt, und der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde, d. h. der größten Gemeinde der deutschen Judenheit, hat einen öffentlichen Konkurs zur Besetzung des erledigten Rabbinats-