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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-04-10 · 15 (10.4.1896) · p. Seite 276

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
15 (10.4.1896)
Date
1896-04-10
Page
Seite 276 (sequence 16)
Language
German
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Seite 276. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 18. — Personalien. Zum Rabb. in Potsdam ist Dr. Paul Rieger, von der hiesigen Hochschule; — zum Kultus- Beamten in Naugard Herr Kätz aus Falkenberg: — in Cochem Herr Mannheimer aus Wolbeck gewählt.' kitterarisches. * Dr. A. Berliner: „lieber den Einfluß des ersten hebräischen Buchdrucks aus den Kultus und die Kultur der Juden." Verlag von I. Kauffmann, Frankfnrt a. M. Die Bedeutung der Buchdruckerei, dieser Lokomotive der Kultur, für die Entwickelung der jüdischen Litteratur, kann nur ein großer Kenner unseres Schrifttums, den ein wissenschaftliches Können auszeichnet, in ihrer ganzen Tragweite erfassen und darstellen. Nun ist die Belesenheit und die Feinheit der Betrachtung des Verfassers der vorliegenden Schrift allgemein bekannt, so daß eine besondere Empfehlung des Büchleins überflüssig ist. Es gilt nur die Leser dieses Blattes aufmerksam zu machen, daß diese neueste Arbeit Berliners auch für das große nicht fachwissenschaftlich gebildete Publikum von Interesse ist, weil sie eine Fülle geistvoller Anregungen allgemein-jüdischen Charakters birgt. Dr. I. N. * Real-Encyklopädie von Hamburger. Ich erachte es als meine Pflicht, die Herren Kollegen aus die augenblicklich in Heften erscheinende „Real-Encyklopädie des Judentums" vom Landesrabbiner Dr. Hamburger in Strelitz i. Mcklbg. ganz besonders aufmerksam zu machen. Das Werk ist ein Konversations-Lexikon des Judentums, in dem man klar und rasch über jedes Wort, das in Bibel, Talmud, Midrasch, sowie überhaupt in der jüdischen Litteratur vorkommt, über Kultus, Dogmatik, Ethik und über alle im öffentlichen Leben zur Sprache kommenden Gegenstände des Judentums eine eingehende Erklärung findet. Jeder einzelne Artikel ist so anziehend und doch wissenschaftlich geschrieben, daß sowohl der Laie als auch der Gelehrte davon hochbefriedigt wird. Jede aufgestellte Behauptung ist durch Quellenangabe belegt, was namentlich für den Gelehrten großen Wert hat. Ich erwähne von den Artikeln des ersten Heftes aus dem Buchstaben A folgende, die ganz besonders ausführlich bearbeitet sind, um zu zeigen, wie reichhaltig das Werk ist: Aaron, Ab, Abbitte, Aberglaube, Abfall von Gott, Abhängigkeit, Abraham, Acco, Ackerbau, Adonai, Aelteste, Ahab, Allgegenwart, Allmacht, Allwissenheit Gottes, Almosen, Altar, Alter, Ameise, Amos, Andacht, Anthropomorphismus, Araber, Arabien, Aram, Arbeit, Arme, Armut, Arzt, Asasel, Assyrien, Auferstehung u. a. m. Ter von dem gelehrten Herrn Verfasser auf die Abfassung dieses Werkes angewandte Fleiß ist staunenswert; 30 Jahre hat er an demselben gearbeitet und ihm seine beste Kraft gewidmet. Die biblischen Artikel umfassen 7 Hefte, die nachbiblischen Artikel aus Talmud, Midrasch und der Zwischen-, Neben- und Nachlitteratur 8 Hefte, und die Ergänzungen 3 Hefte. Jedes Heft ist 160 Seiten stark in gr. Lexikonformat und kostet 2,50 M. Jedem Kollegen, dem es um seine Fortbildung ernst ist, kann das großartige, in seiner Art einzig dastehende Werk nicht warm genug zur Anschaffung empfohlen werden. Wohl weiß ich, daß es manchem Kollegen schwer wird, soviel Geld für ein Werk auszugeben; deshalb habe ich mich mit dem Herrn Verfasser in Verbindung gesetzt, und derselbe hat sich bereit erklärt, denjenigen Kollegen, welche sich direkt an ihn wenden, jedes Heft für 1,70 M. franko zuzusenden, und da die Hefte in Zwischenräumen von je 10 Tagen erscheinen, so wird die Anschaffung dadurch ganz bedeutend erleichtert. Wer darauf abonniert, wird es nicht zu bereuen haben; man hat dann ein Werk, das eine ganze hebräische Bibliothek ersetzt. Möge der gelehrte Herr Verfasser für seine Riesenarbeit durch recht zahlreiche Bestellungen auf das Werk belohnt werden. I. Gossel, Prediger in Camen i. Wests. Aus dem Leserkreise. — Gesänge zur Trauung. ' Bezugnehmend auf die Anfrage im Fragekasten nach einem Trauungslied, gestatte ich mir zwei Hochzeitsgebete anzuführen, für die ich zwei innige und würdige Melodien komponiert habe, welche ich auf Wunsch, da dieselben noch in der Druckerei sind, dem geehrten Fragesteller gerne abschriftlich zur Verfügung stelle. Popper, Prediger u. Kantor in Mühlhausen (Thüringen). — Noch einmal Einleitung und Schluß der Hagadah. Dem Herrn L. in Hannover möge Folgendes zur Antwort dienen: Im Talmud kommt diese Einleitung gar nicht vor. Dürau (V"2£""l, gelebt gegen 1300), der in seinem Kommentar zur Hagadah diesen Prolog (piska) auch als im Midrasch nicht vorhanden bezeichnet, hat wohl die diesbezügliche Stelle in der Mechiltha nicht gesehen, die bereits vom Kolbo citiert ist. In diesem anonymen allgemein angenommenen Werke, wie auch im vorerwähnten vorzüglichen Kommentar vom berühmten Raschbaz wird bezügliche Einleitung der Hagadah als zum Zwecke, um damit die Kinder zum Fragen auzuregen, betrachtet, weswegen dieselbe auch, wie es die altberühmten Autoren weiter ausführen, in der aramäischen Sprache, ^die z. Z. in Babylon die Landessprache war, versaßt ist. Sowohl Kolbo und Raschbaz z. St., als R. Jesaias^ Horowitz in seinem phänomenalen Werke „Zwei Bundestafeln' (1622 verfaßt), Abhandlung matza schemurah, erklären es, warum in dieser pi8ka auch einzelne rein hebräische Ausdrücke Vorkommen; jene begründen es ganz prosaisch, weil nämlich dies auch die Kinder verstehen und dgl., der Scheloh aber tief kabbalistisch. Maimonides hingegen in Jadhachasakah am Schluffe der Vorschriften von HCHamez und Matzah bringt wohl die beregte Einleitung der Hagada, und zwar ohne jedwede Mischung auch nur eines einzigen rein hebräischen Wortes, macht aber die ausdrückliche Bemerkung, daß dieser Prolog erst zur Zeit des Exils eiugeführt wurde, und zwar begann man nach dem Einschenken des zweiten Buches mit den Worten: bebhilu juzunn me-Mizraim. — Was den Schluß der Hagadah betrifft, so könnte man dem Verfasser eine prophylaktische Absicht zuschreiben. Bekanntlich kommt in diesem Gedichtchen der Todesengel nicht gut weg. Um also diesen Gefürchteten nicht zu verletzen, dichtete der vorsichtige und gläubige Autor aramäisch, nach der talmudischen Mitteilung (Traktat Sabbath 12H), daß die Engel wohl sämtliche Sprachen verstehen, mit Ausnahme der aramäischen. Rabb. Dr. Aschkanaze, Straßburg (Elsaß). Briefkasten der Redaktion und des Verlages. Hrn. I. S., Z. Der Bezug des Blattes durch die Post ist für beide Teile bequemer. — Hrn. N. I., B. Der Verlag ist nicht in der Lage, das Blatt zu einem ermäßigten Preise abzugeben. Wir haben von vornherein einen geringen Bezugspreis festgesetzt, damit die „Wochenschrift" von jedermann gehalten werden könne — Hrn. M. I., Frkf. a. Q. Wenden Sie sich an die Direktion des „Timarianum", die Ihnen Auskunft geben wird. Die Adresse finden Sie im Anzeigeteil. Verantwortlicher Redakteur: A. Levin, Berlin. — Verlag: Siegfried Lronbach, Berlin W. 57. — Druck: Arthur Schalem, Berlin C., Roßstr. L.

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