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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-04-10 · 15 (10.4.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
15 (10.4.1896)
Date
1896-04-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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2Ir. 15. Jahrgang V. Berlin, 10. April 1896. lltzemeirre Nebst einer wissens^crftlicben Beilage „Iesct)urun". Redakteur: A. L e v i n. Bezugspreis vierteljährlich: Verlag: Siegfried Lronblich, Berlin W. 57. Treu und freiI Inland MK. 2,00. * Ausland M\\. 2,50. Telephon Amt VI, Ar. 796.__ Postzeitungsliste Ar. 108._ Die „LUochenschrist" erscheint an jedem Freitag mindestens 16 Seiten (2 Bogen), der „Jeschurnn" am Schlüsse jeden Monats mindestens 8 Seiten (l Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Inhalt: Platz für einen Mann! — Zur Schul- und Hausbibel-Frage. I. Bon Dr. L. Treitel. — Jüdische Wissenschaft 6n äs sissls. Bon Dr. S. Bernfeld. — Wochen-Chronik: Der jüdische Referendar. — lieber den Lehrerbund. — Non ölet. — Präsident Faure. — Dr. Berschadski - Die russischen Juden — Die Juden m Barka. — Feuilleton: Ter religiöse Fortschritt. BonZadoc Cahn. — Das jüd. Bürgertum — eine sehr alte Institution. — Die Peitsche des Herrn Daniel Jtzig — Die Insurgenten. — Eine jüdische Oper in London. — Uebersetzer wider Willen. — Erste Eifersucht. — Hier und dort. — LitterarischeS. — Aus dem Leserkreise. — Kalender. — Anzeigen. illnti für filmt ittmin! Vom Ausschuß des „Deutsch Israelischen Gemeindebundes" geht uns folgende, von den Herren Pros. Dr. Philippson und Theodor Lllstig gezeichnete Mitteilung zu: „In der Ausschußsitzung vom 26. März hat unser bisheriger geschäftsführender Vorsitzender, Herr Geheimrat Dr. Kristeller zu unserem lebhaften Bedauern aus Rücksicht auf sein vorgerücktes Alter und seinen Gesundheitszustand sein Amt eudgiltig uiedergelegt. Bis zum statutenmäßigen Zusammentritt des Gemeindetages, der für den 21. Juni d. I. in Aussicht genommen ist, wurde die Neuwahl eines Vorsitzenden hinausgeschoben, und die Führung der Geschäfte unter mehrere Mitglieder des Ausschusses verteilt. Mit seinem, seit so langen Jahren bewährten Opfermut hat Herr Geheimrat Kristeller auch ferner seine gütige Mitwirkung nach Maßgabe seiner Kräfte zugesagt." Aus dem Umstande, daß diese Mitteilung nicht blos an die Bundesgemeinden, sondern, mit dem Ersuchen um Veröffentlichung, auch an die jüdische Presse versandt wird, ist zu schließen, daß sie vom Ausschuß des D. I. G. B. nicht als eine interne Vereinsangelegenheit betrachtet, daß ihr vielmehr ein allgemeines Interesse vindiziert wird. Dem ist in der That so. Und bei dem Einfluß, den der jeweilige Vorsitzende auf die Leitung der Bundesgeschäfte hat, und bei der Bedeutung, die man dem Gemeindebund für die Entwickelung unseres Gemeindelebens beimißt, wird man es begreiflich finden, Anzeigen werden mit Ü5 pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. wenn wir das Ausscheiden des ersten Vorsitzenden nicht mit einer kurzen Notiz und dem obligaten Lobspruch abthun, sonderu es für angemessen erachten, aus diesem Anlaß einiges über den D. I. G. B. zu sagen — über das, was er ist, und das, was er sein sollte. In diesem Monat begeht der Bundesgedanke, der in dem D. I. G. B. sichtbaren Ausdruck gefunden, seinen 27. Geburtstag. Am 28. April 1870 trat in jener deutschen Stadt, die mit der heiligen Stadt das gemein hat, daß man dort dreimal jährlich Glaubensgenossen „von allen vier Enden der Erde" versammelt sieht: — in Leipzig — der geschästsführende Ausschuß des „Deutsch-israelitischen Gemeindetages" zu einer ersten Beratung zusammen, und am 1. Mai desselben Jahres wurde die Beratung fortgesetzt. In seiner Eröffnungsrede zeigte der Ausschußvorsitzende, Moritz Kohner, den Weg, der einzuschlagen, und das Ziel, das anzustrebeu sei. Der Gemeindetag sollte der Zersplitterung innerhalb der deutschen und der Not inmitten der slavischeu Judenheit wehren, die kleinen, leistungsunfähigen Gemeinden stützen, für die Armen und Enterbten innerhalb derselben, für die Kultusbeamten, sorgen. Was hat der Gemeindebund gehalten von dem, was der Gemeindetag versprochen? Er hat der Zersplitterung gewehrt, indem er ihr mit verschränkten Armen zugesehen; er hat die leistungsunfähigen Gemeinden gestützt, indem er alljährlich in einem Aufrufe klagte, daß noch immer 8000 jüdische Kinder in Deutschland aus Mangel an Gelegenheit ohne jeden Religionsunterricht sind; er hat für die jüdischen Kultusbeamten gesorgt, indem er einer kleinen Anzahl von Lehrern eine kaum nennenswerte Unterstützung zu einer sehr geringfügigen Lebensversicherungsprämie geivährt. Und als die Zersplitterung innerhalb unseres Gemeindelebens immer größer wurde, entschuldigte der Gemeindebund seine Unthätigkeit mit seiner statuarisch festgelegten „Unparteilichkeit"; und als immer wieder die 8000 unterrichtsloseu jüdischen Kinder citiert wurden, erklärte er, er könne ja nicht mehr thun, als schreien; und als ein Rabbiner in öffentlicher Sitzung des Gemeindetages für die Kultusbeamten eintrat.

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