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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-03-27 · 13 (27.3.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
13 (27.3.1896)
Date
1896-03-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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2Tr. 13. Jahrgang V. N t Berlin, 27- 2Uärz 1896. ^Mlaemerne 1^-«} Hebft einer wissenschaftlichen Beilage „Ieschurun". Herausgeber: A. Tevin. Redaktion und Periag: Uotzstratze 3. Bezugspreis vierteljährlich: ItVtfa frßi! Inland |Mk. 2,00. * Ausland PtU. 2,50. Telephon Amt 1, Ar. 558. Post-Zeitungslifte Ar. 108. Tie „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 16 Seiten (2 Bogen', der „Irschurun" am Schlüsse jeden Monats mindestens 8 Seiten (1 Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expeoition. Anzeigen werden mit 25 Pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditwnen sowie unser Bureau nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: In eigener Sache. Spätwinter. Semitische Feigheit — arische Tapferkeit. Bon Dr. L. Goldschmied. Rabbiner, Prediger und Lehrer. Bon Lion Wolfs. Drei weltgeschichtliche Momente. Bon Dr. D. Finck. Kalendarisches. Bon L. Cohen. Feuilleton: Die Insurgenten. Bon S. P. — Baron Willy von Rothschild. — Eine Trommel mit Bibelversen. — Peßach und Ostern. — Zum Peßachfeste. Bon F. Saphra. Wochen-Chronik: Die Berliner Stadtverordneten. — Einverstanden. — Die Lehrerbesoldungskommission. — Die Wiener Bubokratie. — Der Kampf ums Dasein und die Juden. — Stimmungsbild aus Rußland. — Zickzackkurs in Rußland. — Amerikanisches Allerlei. Hier und dort. — Literarisches. — Brief- und Fragckasten. — Anzeigen. In eigener Zache. Der Verlag der Allgemeinen Israelitischen Wochenschrift nebst der Beilage Jeschnrun geht mit der nächsten Nummer in den Besitz einer der angesehensten Verlagsbuchhandlungen Berlins über, welche die gesamte geschäftliche Leitung übernimmt. Was käuflich gewesen an diesem Blatte, das Sicht- und Greifbare an ihm, wird das Eigentum eitles andern „fürewige Zeiten"; das Jnponderable, das Unmeß- und Unwägbare, bleibt unser Eigentum „für ewige Zeiten". Und während wir im Namen der Verlagsbuchhandlung versprechen, daß die gesamte geschäftliche Leitung allen Anforderungen, die an den Verlag eines Blattes gestellt werden dürfen, entsprechen, daß besonders die — wie wir zugeben müssen, nicht unberechtigten — Klagen über die Expedition aushören werden, geloben wir für die Redaktion, zu bleiben was wir sind: Mahner und Warner und Wecker: zu bleiben wie wir sind: unabhängig nach allen Seiten, fern dem verblaßten Partei- Plunder: — treu und frei! Die Redaktion: ZMmiller. Der Winter wird dem Menschen am unheimlichsten und beschwerlichsten in den Tagen, wo er mit dem Frühling kämpft und oft für eine kurze Spanne Zeit die Herrschaft wieder gewinnt. Der junge Lenz war schon oft eingezogen, der milde Strahl hatte schon die Keime hervorgelockt und der Mensch selbst fühlte sich wie neubelebt, da neues Leben rings um ihn sich regte; da war die Enttäuschung nur um so schmerzlicher als der Winter, der schon ganz überwunden schien, doch wieder wie aus einem Hinterhalte hervorbrach und über die allzukühnen Keime ein jähes Welken brachte. Zuweilen hat der Frühling selbst mitgewirkt an dem vorübergehenden Erfolge des Spätwinters. Dort oben im Norden hat die steigende Sonne einen gewaltigen Eisblock losgelöst, der dann aus den Regionen des ewigen Eises seinen Weg gefunden in mildere Zonen und dort, weithin die Landschaft erkältend, dem Frühling für eine kurze Zeit das Szepter entwindet. Solch eine Wiederkehr des Winters nach kurzen schönen Frühlingstagen erfahren wir Israeliten in diesen Zeiten; und wir sind auf den Winter gar nicht mehr eingerichtet. Unsere Väter hatten es nicht besser, ja oft noch viel schlechter gehabt; aber sie waren an die Kälte, an das Elend gewöhnt. Sie wußten, daß es im Winter nur im Hause behaglich ist und sie hatten sich dorthin zurückgezogen; sie mieden die Außenwelt, deren kalter böser Hauch ihnen so gefährlich war. In ihren vier Pfählen aber fühlten sie sich wie Könige und hocherhaben über ihre Dränger, und hätte einer unseren Vorfahren am Sederabende von der Gleichberechtigung gesprochen, nach der jetzt unser Herz sich sehnt, sie hätten ihn zurückgewiesen und geredet: wir wollen nichts gemeinsam haben mit jenen Argen, denen alles Menschliche fremd ist, die uns quälen, höhnen, plündern und die dabei so thun, als erfüllten sie eine religiöse Pflicht. Unsere Väter wußten, daß sie im Winter lebten und schützten sich dagegen. Wir aber hatten eine Zeit lang den

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