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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-02-21 · 8 (21.2.1896) · p. Seite 145

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
8 (21.2.1896)
Date
1896-02-21
Page
Seite 145 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 145. türkischen Krieges dem Kaiserlichen Hauptquartier attachiert, wo er alsbald zum Generalstabsarzt und Obersanitätsiuspektor der Armee ernannt wurde. Für die in dieser Eigenschaft geleisteten Dienste wurde er durch verschiedene Orden ausgezeichnet und ihm die Oberleitung einer Anzahl medizinischer Institute anvertraut. Auch in dieser hohen Stellung blieb er bis an sein Ende dem Glauben seiner Väter treu. . c- — In Tiberias haben die EheleuteLazarPoliakoff und Gemalin aus Moskau ein jüdisches Krankenhaus gestiftet. Deren Gesuch, auch in Taganrog eine ähnliche Anstalt errichten zn dürfen, wurde abschlägig beschieden. c. — [©ine Demonstration für Dr. Krauskopf.j Wir haben jüngst über eine merkwürdige Rede des Rabbiners Dr. Krauskopf in Philadelphia berichtet, aus der die Zuhörer den Wunsch, das Judentum mit dem Christentum zu vereinigen, herausgehört hatten. Wir haben auch von der Abwehr, die diese Rede erfahren hat, Notiz genommen. Nun hat auch die Gemeinde Krauskopfs zu der Frage Stellung genommen. Die New-Iorker Staatszeitung schreibt: „Die Tempelgemeinde Keneseth Israel in Philadelphia.hielt sich verpflichtet, auf die Angriffe, welche ihr Prediger Rev. Dr. Krauskopf wegen seiner jüngst gehaltenen, mehr als radikalen Reformpredigt, geworden, dadurch zu antworten, daß ihr Vorstand eine Spezial-Versammlung berief und trotzdem der Termin ihres Predigers noch zwei Jahre in Kraft ist, ihn jetzt schon auf weitere fünf Jahre zu erwählen. Nach diesem Vertrauens-Beschluß seiner Gemeinde ist es nicht abzusehen, welche weitere tolle Einfälle der junge Heißsporn aushecken wird." — Auch der Schlußsatz stammt aus der genannten amerikanischen Zeitung. — [Amerikanisch-jüdische historische Gesellschaft.j Am 30. Januar wurde iu Philadelphia die 11. Jahressitzung der „American Jewish Historical Society“ eröffnet, zu welcher sich viele hervorragende Gelehrte eingefunden hatten, darunter Dr. Cyrus Adler von Washington, D. C., David Ferguson von Seattle, Wash., Dr. I. H. Holländer von Baltimore, Dr. M. Kayserling von Budapest, Max I. Köhler von New Port, G. A. Kohut vor: Berlin (?), N. Taylor Phillips von New Jork unb Dr. D. Philipson von Cincinnati. In der Sitzung am 31. war eine interessante Sammlung von Geldstücken und Dokumenten, die zu der amerikanischjüdischen Geschichte in Beziehung stehen, vorgezeigt und auch mehrere Vorträge gehalten worden. Die Gesellschaft, in New Aork gegründet, beschränkt sich in ihren Bestrebungen, ihrem Mitgliederkreis und ihren Forschungen nicht ausschließlich auf das Judentum.— Aha! Daher der Name: „American Jewi*sh Historical Society! Personalien. Berufen: Herr I. Baer von Birnbaum nach Waldenburg i. Schl. — In Epinal starb der Nestor der französischen Rabbiner, Herr Moise Dürkheim. Derselbe, 1802 geboren, hat über ein halbes Jahrhundert segensreich in dieser Gemeinde gewirkt. — Der Sultan ernannte Herrn Elie Leon zum Attache bei der türkischen Gesandschaft in Paris und Herrn Dr. Samuel Barzilai in Konstantinopel zum Regierungsarzt. Brief- und Lragekasten. — Hrn. S. L. E., Oppeln. Ihre Gegenerklärung können wir ihrer Fassung wegen nicht bringen. Bon Ihrer Mitteilung jedoch, daß der Verein Ahawas Achim als aufgelöst zu betrachten sei, nehmen wir mit Vergnügen Notiz. Die zweite Breslauer Gründung wird hoffentlich bald folgen und mit ihr ein öffentliches Aergernis aus der Welt geschafft, ein öffentlicher Skandal vermieden werden. — Hrn. S. Ph., hier, Prenzlauer Allee. Die Bestellung wird hier von dieser Woche an besser werden. Daß Sie der Streit zwischen Lehrern und Rabbinern nicht interessiert, glauben wir herzlich gern. Allein unsere auswärtigen Leser interessiert er umsomehr. Zeitungen, die alles für jeden bringen, giebt es nicht. — Hrn. I. F, Jauer. Die hier bestehenden Humanitätsvereine unterstützen nur Mitglieder, so daß auch unsre Intervention zwecklos wäre. — Indem ich Ihnen hiermit dankend den Empfang der mir im Aufträge der Herren H. u. S. E. für den nunmehr verstorbenen 114-jährigen übersandten 10 Mk. bestätige, bitte ich Sie, noch in der nächsten Nummer Ihrer Zeitung bemerken zu wollen, daß ich bereit bin, die Beträge an ihre Absender zu retournieren oder zur Ausschmückung der Grabstätte zu verwenden. Ich empfing ferner an Beiträgen: Von N. N. in N. 2 Mk., E. F. Oranienburgerstr. 5 Mk, zusammen 17 Mk. Liebstädter, Lehrer, Mrotschen. — Sehr geehrter Herr Redakteur! In der jüngsten Nummer berichten Sie von dem in Aschaffenburg — meiner Heimatsstadt — beendigten Kompetenzstreit, das Net'lavorbeten durch den Rabbiner betreffend. Es wird Ihnen von dort dazu geschrieben: „Man ist in orthodoxen Kreisen darauf gespannt, ob der Rabbiner von seinem Rechte Gebrauch machen wird, da er im bejahenden Falle gegen den Schulchan Aruch handeln würde." Wie mein Vater es damit halten wird, weiß ich nicht, ich habe ihn deshalb auch gar nicht gefragt. Da ich aber, wie Sie sich vielleicht erinnern, auch einige Male in jener Angelegenheit Thatsachen richtig gestellt habe, erlaubeich mir auch diesmal um Richtigstellung—und zwar im Interesse der Halacha — zu bitten. Der Din von Meruzah loAm und Mithpalel bechasaka kann hier^mmöglich in Anwendung kommen, denn Absicht des Schulchan Aruch §581 ist es, wie der Zusammenhang ergiebt, nur unlautere Elemente vom Vorbeierdienste an den hohen Festtagen — wenigstens — fernzuhalten, die sich etwa mit Hilfe der Behörde an das Vorbeterpult drängen könnten. Dagegen hält der Schulchan Aruch seinen Satz aufrecht, daß man den Würdigsten und Gelehrtesten als Vorbeter bestelle, und daß dies in diesem Falle zutrifft, bestätigen die sämtlichen Zwistigkeiten in A., welche lediglich in der vielen A.'ger Herren unbeqemen Gewissenhaftigkeit meines Vaters begründet, sind. Uebrigens bemerke ich noch, daß von dem von HUPE nach der Quelle aus dem der Remoh diesen Hin geschöpft, der „ständige Vorbeter" — und für das Ne'lla - Gebet gilt allenthalben der Rabbiner als solcher — ausgeschlossen ist. Ich werde Ihnen zu Dank verpflichtet sein, wenn Sie vorstehenden Zeilen in Ihrem w. Blatte Raum gewährten. Hochachtungsvollst Schildberg. Rabbiner Dr. M. L. Bamberg er. IHF* Der Gesamtauflage der heutigen Nummer liegt eilt Aufruf des „Deutsch-israelitischen Kinderheims" zn Diez a. d. Lahn bei, auf den wir unsre gesch. Leser aufmerksam machen. Der Verlag. Mache«- Februar 1896. Adar. 5656. Kalender. Freitag . . . 22 7 man Sabb.-Ausg. 6,10. Sonnabend . . 23 8 [Sabb. Sachor.j Sonntag . . . 24 9 Montag . . . 25 10 Dienstag . . . 26 11 Mittwoch. . . 27 12 Donnerstag . . 28 13 Freitag . . . 29 14 Purim.

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