Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 2 (10.1.1896)
- Date
- 1896-01-10
- Page
- Seite 34 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 34 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 2. scheine mit der Wahrheit auf gespanntem Fuße zu stehen, denn in einer Versammlung habe er entweder die groben Lügen eines Andern verbreitet oder sich selbst einer solchen schuldig gemacht, um einen politischen Gegner, einen kleinen Zigarrenfabrikanten um Beruf und Brot zu bringen. Das Gericht sprach Pros. Stengel frei, da erwiesen sei, daß Pfarrer Jskraut Unwahres behauptet habe, was den Ausdruck gemeine Lügen rechtfertige. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Privatkläger (Jskraut) auferlegt. * Der Württembergische Verein zur Unterstützung von Witwen und Waisen armer israel. Lehrer und Vorsänger versendet soeben seinen Rechenschaftsbericht über das Jahr 1894/5. Der Verein verzeichnet eine Einnahme von rund Mk. 3990 und eine Ausgabe von rund Mk. 2970. Das Vermögen des Vereins beträgt Alk. 47,563, d. h. Mk. 1394 mehr als in dem vorhergehenden Rechnungsjahre. An Unterstützungen gewährte der Verein im Jahre 1894/5 Mk. 2490. An der Spitze der Spender steht auch diesmal die Kö nigi n von Württemberg. Möge der Verein auch in Zukunft blühen und gedeihen! *Die Jsr. Präparantenschule (Talmud Thora) in Burgpreppach hat ihren 20. Rechenschaftsbericht erscheinen lassen. Der Bericht gedenkt an erster Stelle in warmen Worten der Anerkennung des langjährigen Leiters der Anstalt, Rabb. Dr. Deutsch, der zum Direktor der israel. Waisenanstalt in Fürth ernannt worden, und macht Mitteilung über Lehrziele und Lehr-Erfolge der Schule. Die Erfolge der Anstalt können wir von hier aus nicht beurteilen, wohl aber die Ziele. Und von diesen darf man sagen, daß sie hoch gesteckt sind. Erreicht sie in der Praxis, was theoretisch auf dem Papiere steht, dann ist die Anstalt in Burgpreppach eine der besten ihrer Art, dann erzieht sie nicht blos Menschen, sondern auch Juden, und das will in unsrer Zeit viel sagen. Der Bericht meist eine Einnahme von Mk. 19,840 und eine Ausgabe von Mk. 16,655. In dem Rechnungsjahre wurden 55 Schüler von 6 Lehrern unterrichtet. Leiter der Anstalt ist jetzt Distriktsrabb. Dr. Salomon Bamberger, früher Rabbiner der orthodoxen Sondergemeinde in Bingen. Die Anstalt sei dem Wohlwollen unsrer reichen Glaubens-' genossen wärmstens empfohlen. ) * Rheinisch-Westfälischer Lehrer-Verein. Von der Ruhr, 1. Januar. Heute fand zu Essen die Hauptsitzung des Vorstandes des „Vereines isr. Lehrer Rheinlands und Westfalens" statt. Nachdem Herr B lu m e n s e l d- Essen, bisheriger Vorsitzender im Vorstande, aber wegen vorgeschrittenen Alters und aus Gesundheitsrücksichten sein Mandat niedergelegt, — die Sitzung eröffnet und den Rechenschaftsbericht erstattet hatte, wurde Herr Gras, Hauptlehrer in Essen, einstimmig zum Vorsitzenden gewählt, nachdem er in der letzten Konferenz zu Hörde in den Vorstand gewählt worden. Die Mitglieder des Vorstandes sahen mit schmerzlichen Gefühlen ihren bisherigen Vorsitzenden aus seinem Amte scheiden. Der Vorstand besteht nunmehr aus den Herren: G ol dst ein-Grevenbvoich, Graf-Essen, Lev i-Reuß, S t e i n w e g-Rheda und T r e u-Münster. Möge der Verein unter der thatkräftigen Leitung des Herrn Graf auch weiter zum Segen wirken, getragen von dem redlichen Eifer der Lehrer, gefördert vom Wohlwollen der Gemeinden und der Unterstützung edelgesinnter Gönner, stets neue Kräfte sammeln.— Die Rechnunglage ergab: Grundkapital, eiserner Fonds 82000 Mk. An Zinsen — 3043 Alk. An Jahresbeiträge der Mitglieder 1136 Alk. Beitrüge, Spenden von Gemeinden und Privaten 3798 Mk. Von diesen drei letzten Posten welche eine wesentliche Mehreinnahrne gegen frühere Jahre ergeben, mußten nach Abzug der Kosten statutenmäßig Zweidrittel — 5010 Mk. zur Verteilung auf 140 Quoten gelangen. Die außerordentliche Vermehrung der Quotenzahl von 100 aus 140 im Laufe dieses Rechnungsjahres ließ voraussehen, daß die Beträge der einzelnen Quoten herabgemindert werden müßten, was gewiß sehr schmerzlich empfunden wird. Dieses Resultat stell aber auch die Forderung zu erhöhter Thätigkeit, und dieser möge es gelingen, die Pensionsbeträge in dem neuen Jahre nicht nur auch die vorige Höhe, sondern über dieselbe hinaus zu bringen. — Ein zeitweiliger Rückgang der Quotenbeträge ist übrigens schon einmal ohne Nachteil der Pensionäre dagewesen, indem ein hochherziger Gönner unseres Vereins, der zu Warendorf geb. und vor einigen Jahren zu Berlin gestorbene Rentner E. Mayer, dein Vereine zur nachträglichen Verteilung die den Ausfall deckende Summe übermachte. Die Zunahme an Mitgliedern ist in der letzten Zeit eine sehr erfreuliche gewesen, indem 15 neue Mitglieder der Pensionskasse beigetreten sind. pro p'n Kier und dort. — Das Ende von „ Fr ei Deutsch l an d". Nach einer Bekanntmachung im „Reichs-Anzeiger" hat sich die Verlagsanstalt „Frei Deutschland", eines wenig bekannten antisemitischen Unternehmens, durch Beschluß der Gesellschafter am 9. November 1895 aufgelöst. — Berliner Vereins-Chronik. Der Hnmanitätsverein Cemilus Chassodim feiert am 12. d. M. in Dräsels Festsälen sein Stiftungsfest verbunden mit Ball re. Ein Eintrittsgeld von 75 Pf. wird zuin Besten der Vereinskasse erhoben. — Der Humanitäts- Verein Gewul tow hält am 28. d. M. im Englischen Garten seine diesjährige ordentliche General-Versammlung ab. — Tie Genleral-Versammlung der Wisst Verein, jüd. Schulmänner findet am 11. d. Mim Vereinslokale Hotel Münchener Hof statt. — Der jüdische Litteraturverein „Sephat Emeth“ in Straßburg (Elf.) eröffnete im Oratorium der Synagoge mit einem Vortrage von Dr. Wiener einen Cyklus von Vorträgen über das Judentum, "beginnend vom Jahre 1000 bis zur Jetztzeit- Diese Vorträge finden regelmäßig alle 14 Tage Samstags statt. Auch Ntchtmitglieder haben freien Zutritt. — Personalien. Zum 1. Kantor in M Y s l o w i tz ist Herr I. Spandau, ein Zögling des Berliner Lehrerseminars, gewählt worden. — Versetzt: HcrrJosgour von Kirchbrombach nach Bischofs- ' Brief- und Mgekafteu. — Die nächste Nr. unsres Blattes wird an unsre auswärtigen Abonnenten wie gewöhnlich unter N a ch n a h m e gesandt^Wir^sttten, die Sendung anzunehmeu. — Bitte um Auskunft, welches Theaterstück zum Pnrimfeste sich für jüdische Schulkinder am besten zur Aufführung eignet und womöglich zu welchem Preise es zu bekommen ist. (Unseres Wissens soll ein solches Stück noch geschrieben werden- Red.) M- P-, Fi lehne. - Welche Predigtbücher können dem Lehrer, der Kanzelreden zu halten hat, empfohlen werdend A-, Rexin gen. — A- I- U., Paris. Wir bestätigen hiermit den Empfang des Bezugsgebühr (Mk. 10, ~) pro 1896. — Hrn- Dr- K., I- Zu meinem großen Bedauern kann ich nur m den dringendsten Fällen brieflich antworten- — Hrn. Dr. D. F., Zw. S je forderten s- Z. entweder ) o t_o r 11 g e lt Abdruck oder Retournierung des Dis- Da das Blatt besetzt war, mußten wir Ihrem Wunsche gemäß, das Msretournieren. — Hrn. M- St., G- Sie sagen uns viel Freundliches wegen der Haltung unseres Blattes und senden in demselben Briefe die BezugSgebühr um 50 Pf. zu wenig- Das ist uns doch zu viel. Wir bitten darum um den Rest- Unser Blatt kostet 2 Mark für Alle ohne Ausnahme.