Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 1 (3.1.1896)
- Date
- 1896-01-03
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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// Seite 18. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 1. — Die Königliche Regierung zu Posen hat ans ein von Mitgliedern der israelitischen Gemeinde in Ostrowo eingereichtes Gesuch angeordnet, daß bei der bevorstehenden Schnlvorstandswahl nicht mehr wie bisher vier, sondern nur zwei oder höchstens drei Mitglieder in den Vorstand gewählt werden sollen, lieber den weit größeren katholischen und evangelischen Schulkörper dortselbst sind auch nur je drei Schulvorsteher gesetzt. — In W r e s ch e n fand am 25. Dezember die ordentliche General- Versammlung des israelitischen Männer-Krankenvereins statt. Der Verein wurde im Jahre 1882 gegründet, fast alle Gemeinde-Mitglieder gehören dem Vereine an. In dem Rechnungsjahre 1894/05 weist der Verein folgende Einnahmen ans: an monatlichen Beiträgen 182,75 M., Spenden 104,80 M., Saminlungen 4,90 M., Zinsen 32,99 M. Hierzu an Bestand aus den Vorjahren: ein Pfandbrief 301 M., ein Sparkassenbuch 190 M., bar 36,41 M- An Ausgaben sind zu verzeichnen im ganzen 243 M-, mithin verblieb ein Bestand von 609,85 M. — Am 16. Dezember fand in London die diesjährige „Synagogen-Parade" d. h. die Versammlung aller jüdischeil Soldaten in der Borough Synagoge statt. Die Zahl der Soldaten und Offiziere, welche gekommen waren, um der von Rev. Cohen geleiteten Festfeier beizuwohnen, war erheblich größer als im Vorjahre.' — Der russische Minister des Innern hat den Minister der Wegekommunikationen ersucht, den Eisenbahn-Bauunternehmern in Sibirien zu verbieten, Juden aus dem Innern des Reichs als Arbeiter anzustellen. — lind hinterher wird es heißen, daß die Juden nicht arbeiten wollen. Alk glätter. * Mendelssohn über den Talmud. Bekanntlich gefallen sich die antisemitischen vorgeblichen Talmudkenner darin, ab und zu ihre Talmudweisheit leuchten zu lassen, und zwar zur großen Heiterkeit aller wirklichen Talmudforscher. lieber die von der Schule zu Kairuau in Nordafrika bereits im Jahre 987 angeregte, sehr schwierige Frage der Talmudredaktion gehen die antisemitischen Gelehrten mit einer Leichtigkeit hinweg, als ob diese Frage gar nicht bestünde, die Frage nämlich: ob die Mischna und die beiden Gemaras schon in der talmudischen Zeit schriftlich redigiert wurden und als litterarische Erzeugnisse vorhanden waren, oder ob sie sich bloS durch mündliche Mitteilung fortgepflanzt haben. Zur Belehrung der antisemitischen gelehrten Thebaner seien hiermir die geist- und gemütvollen Worte angeführt, die Mendelssohn in seiner Vorrede zur „Mischne Thora" schrieb, um das Verhältnis der mündlichen Ueberlieserung zum schriftlichen Gesetze zu charakterisieren. „Die Handlungen des Menschen," äußert sich Mendelssohn, „sind vorübergehend, haben nichts Bleibendes, nichts Fortdauerndes, das so wie die Bilderschrift durch Mißbrauch oder Mißverstand zur Abgötterei führen kann. Sie haben aber auch den Vorzug vor Buchstabenzeichen, daß sie den Menschen nicht isolieren, nicht zum einsamen, über Schriften und Büchern brütenden Geschöpfe machen. Sie treiben vielmehr zum Uebergange, zur Nachahmung und zum mündlichen, lebendigen Unterricht. Daher waren der geschriebenen Gesetze nur wenig und auch viele ohne mündlichen Unterricht und ohne Ueberlieserung nicht ganz verständlich, und es war verboten, über dieselben mehr zu schreiben. Die ungeschriebenen Gesetze aber, die mündliche Ueberlieserung, der lebendige Unterricht von Mensch zu Mensch, vom Mund ins Herz, sollten erklären, erweitern, einschränken und näher bestimmen, was in dem geschriebenen Gesetze aus weisen Absichten und mit weiser Mäßigung unbestimmt geblieben ist. In allem, was der Jüngling thun sah, in allen öffentlichen sowohl als Privatverhandlungen, an allen Thoren und an allen Thürpfosten, wohin er die Augen oder die Ohren wandte, fand er Veranlassung zum Forschen und Nachdenken, Veranlassung, einem älteren und weiseren Manne aus allen seinen Tritten zu folgen, seine kleinsten Handlungen und Verrichtungen mit kindlicher Sorgfalt zu beobachten, mit kindlicher Gelehrigkeit nachzuahmen, nach dem Geiste und der Absicht dieser Verrichtungen zu forschen und den Unterricht einzuholen, dessen sein Meister ihn fähig und empfänglich hielt. So waren Lehre und Leben, Weisheit und Thätigkeit, Spekulation und Umgang auf das Innigste verbunden oder sollten es vielmehr der besten Einrichtung und Absicht des Gesetzgebers nach sein." Israelitische Heil- und Mge-AiMt für Nerven- und Gemütskranke Sayn bei Coblenz a. Rhein Bestand seit 1869. Gesonderte Abteilungen für 150 Kranke beider Geschlechter. Prospekte durch die Anterzeichneten -N? Bnrnün I)r. ißcfiri'tttif. Ul. Uol'entünl Möbel- BÜ88M»NN & Bloch, gerliit SW., Jerusalems. 1112, am Dönhoffsplatz. Reichste Auswahl von holz- und Polster-Möbeln. Komplete Wohnungs-Einrichtungen in jeder Styl- und Holzart von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung. Fabrikpreise. Koula,rieste Zahlungsbedingungen. Preis-Courant der "lEo §roßfd)fctd)tcm po» Central-Markt-Halle, Stand 138. Garantiert nur Prima-Ware s ■ Ila Rindfleisch.ä Pfd. 60 Pf. Ia Schierbraten. ,, Jx " Ia Oberschale. ,, 75 » > ft I > I l I I l » rt Ia Kalbsschnitzel . . Ia Pökel-Räucherbrust Rindfett 100 100 45 Absehen- Januar 1896. Tewes. 5656. 1 Kreitag . . . 3 17 \ Sonnabend . . 4 18 mar Sabb -Ausg. 4,52. Sonntag. . . 0 19 Montag . . . 6 20 Dienstag . . . 7 21 Mittwoch . . 8 22 Donnerstag . . 9! 23 Areitag . 10 24!mm