Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 1 (3.1.1896)
- Date
- 1896-01-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Io. 1. Jahrgang V. £1 tt t Nertin, B. Januar 1896. Iluemerne V __ _ k _ > Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Ieschurun". Herausgeber: A. (evin. Redaktion n. Zlerlag: Gr. Hambnrgerstraße 21. Keöffnet werktäglich von 9—IS. Bezugspreis vierteljährlich: ' Inland Mk. 2,00. * Ausland Mk. 2,50.X Gveu und frei! > VoK-^eilnna^kiKe Nr. 108. Die ,,Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 16 Seiten! (2 Bogen), der „Jeschurun" am Schlüsse jeden Monats mindestens! 8 Seiten 0 Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsre Erpedition. Anzeigen werden mit 2.1 H»fg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unser Bureau nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Treu und frei! Suum cuique. I. Die konstituierende Versammlung. Aus der Berliner Gemeinde- Auch etwas über „unsere" Rabbiner. Zur Frage des obligatorischen Religionsunterrichts- I- Von Dr. Julius Schneider- Zur Wahl in Kolonien Gesamtheit und Jndividuuni- Von A. Treu. Die Juden in Konstantinopel. Von Dr. I. Niemirower. Zahn um Zahn. Wochen-Chronik. — Kalender — Anzeigen. Treu imb frei! Vorwort zum fünften Jahrgange. Unseres Blattes neue Devise — treu und frei — kündet kein neues Programm; der Wahrspruch, der heute zum ersten Male unseren Titel schmückt, bestätigt nur unser altes Bekenntnis. Ziel und Weg sind für uns unverändert die nämlichen geblieben, Absicht und Mittel haben keinen Wandel erfahren, in der Zeiten Laus hat unsere Gesinnung nicht gewechselt. Treu stehen wir zum Judentume, zu unserer Väter Erbteil, das wir nicht blos ungeschmälert, sondern in erneutem Glanze den kommenden Geschlechtern hinterlassen möchten. Treu halten wir am Hause Israel, an seiner ruhmvollen Geschichte, an seiner Menschheit umfassenden Mission. Ehrfürchtig betrachten mir, was unsere Großen in der Vergangenheit geschaffen. Was diese gekonnt, das wollen wir erstreben, um der Vorfahren würdig zu sein. Die selbstlose Arbeit der Gegenwart soll ihren Lohn in sich tragen, soll eine Grundlage für den Bau der Zukunft werden. Dem Forstmannn gleich, der erntet, was er nicht gesäet hat, und säet, was er nicht ernten wird, wollen wir thätig sein für das Gedeihen einer späteren Zeit. _ So viel wir der Vergangenheit verdanken, so groß ist unsere Schuld an die Zukunft, und diese Schuld wollen wir abtragen. Frei stehen wir im Judentume. Die Ehrfurcht, die unser Herz vor den Ueberlieferungen großer Ahnen empfindet, wird uns nicht zur lähmenden Scheu und nicht zur Fessel. Hat die alte Zeit sich mit Glück unterfangen, am Tempel Israels zu bauen, seine reichen Güter zu ordnen, seiner unschätzbaren Juwelen Pracht zu fassen, so wollen wir thun, wie die Väter thaten: Auch wir wollen am Tempel Israels bauen, — pietätvoll, nach echt jüdischer Art. Auch wir wollen Israels reiche Güter ordnen, — nach unserer Zeit Bedarf. Auch wir wollen seiner unschätzbaren Juwelen reiche Pracht fassen, — unbekümmert um das non possumus der einen und die Nivellierungssucht der andern Richtung im Judentum. Treu im Handeln, frei im Forschen und Gestalten, schenken wir staunende Achtung unseren großen Ueberlieferungen. Doch den Schatz der Ueberlieferungen wollen wir an unserem Teil mehren; und wenn des Einzelnen Kräfte nicht zu anderen als zu Kärrnerdiensten taugen, so wollen wir eifrig Kärrnerdienste thun, damit die Könige unter uns, ist ihnen einst Leben gegönnt, für stolze Bauten geordnete und zugerichtete Bausteine vorfinden. In die Schule der Alten wollen wir gehen. Wir wollen ihre Lehren erfassen, von ihnen lernen, wie man alte Lehren ausbaut und ausbildet; und wenn mir treu bei ihnen gelernt, so wollen wir frei wie sie handeln. Uns treibt nicht Lust an Neuerungen noch Nachahmungssucht. Unter dem, was uns umgiebt, ist so wenig, das uns zur Nachahmung reizen könnte. Wir wollen im Gegenteil die Eigenart wahren — so wahren, daß sie vorbildlich zu sein verdient. Das ist keine Ueberhebung, denn dieses Verdienst würde keinen! Menschen gebühren, gebührt nicht einmal unserem Lehrer Mose, der die Lehre zuerst zu empfangen gewürdigt worden ist. Wir bekennen rückhaltlos, daß jeder Einzelne unter uns die Pflicht hat, dieser vorbildlichen Eigenart sich selbst erst würdig zu machen. Treu zum Judentum haltend, frei im Judentum stehend, wollen wir Erkenntnis zu gewinnen trachten, damit wir zu unterscheiden vermögen zwischen dem Kern der ewigen Wahrheit und dem Kleide, das einer vorübergehenden Zeit angehört, 'Nicht um das Kleid abzustreifen, sondern um zu hindern, daß der innige Glaube mit abergläubiger Verehrung sich mische. Israel hat — ohne all sein Verdienst und Würdigkeit — der Welt den Gottesglauben gegeben, durch Israel sind vor Jahrtausenden öffentlichrechtliche Satzungen von solcher Erhabenheit verkündet worden, daß ihre thatsächliche Anerkennung trotz aller Fortschritte noch heute aussteht — Israels Mission ist also noch unerfüllt, die Mission nach innen sowohl wie die nach außen. An dieser Mission wollen wir arbeiten.!: treu und frei! eratung Herrn 7 chnung Eine ersten jb(e ab- ,|ob an ’l gs die rten n- | Majo.. § bestin. I chen. , . liechte de \| rnlassung estehenden •' rbgelehnt; 'über das )r. Adlerten Eininftimmig - eleg. 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