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Jeschurun · 1895-01-18 · 3 (18.1.1895) · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1895)
Issue
3 (18.1.1895)
Date
1895-01-18
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 3. ZescHurun. Seite 45. sie. — In derselben Nr. desselben Blattes läßt sich derselbe Mitbegründen der Reform in Amerika über den Wert des Sonntagsgottesdienstes wie folgt aus: ״Wir sind der Ansicht, daß man am Sonntag mehr n i ch t jü d i sch e Zuhöhrer zu einem Vortrage heranziehen kann als am Sabbat. Wem also besonders daran gelegen ist, ob Rabbiner oder Gemeinde, das nichtjüdische Publikum zu belehren, der hat ja ganz recht, wenn er am Sonntag Vorträge hält, besonders wenn er auch wirklich jüdische Lehren zur Anschauung zu bringen beflissen ist und nicht über alle möglichen Themata einen willkürlichen Richterspruch verhängt. Daß aber auch das Jud.entum dabei etwas gewinnt, steht noch immer zu beweisen. Es scheint sogar, daß die Israeliten, die keine Sonntagsvorträge zu hören bekommen, noch immer die loyalsten sind. Dem Vernehmen nach sind die Israeliten bei den Sonntagsvorträgen nicht sehr stark vertreten, wohl aber bei den Freitag-Abend-Vorträgen, wie wir jüngstens wieder in New Orleans gesehen haben, und aus allen westlichen und südwestlichen Gemeinden einstimmig mitgeteilt wird." * * * * Hier und dort. Man schreibt uns aus L i s s a: Am 6. d. Mfeierte der jetzt in Berlin lebende Hauptlehrer S i e g m a n n seinen 80. Geburtstag. Derselbe trat im Jahre 1886 nach bOjähriger Amtsthätigkeit, von welcher Zeit 42 Jahre auf seine Wirksamkeit als Lehrer der hiesigen jüdischen Schule fallen, in den Ruhestand. Die hiesige Schule gratulierte durch ein Telegramm. — Am 7. Januar feierte der emeritierte erste Kantor hiesiger Gemeinde Hr. Bischofwerder mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit- Zn diesem Feste waren sämtliche Söhne, welche in angesehenen Stellungen als Kaufleute, Aerzte und Rechtsanwälte leben, anwesend. Selbst den weiten Weg über das Meer hatte der eine Sohn nicht gescheut. Zahlreiche Deputationen brachten ihre Glückwünsche dem Paare dar. Hr. Landrat v. Hellmann überreichte die von Sr. Majestät dem Ehepaar verliehene Ehejubiläums- Medaille. Die hiesige Gemeinde schenkte einen silbernen Becher mit schöner Widmung. — Die Krankenunterstütznngskasse des israelitischen Jünglingsvereins in Rödelheim, die nahezu 50 Mitglieder zählt und ein Vermögen von etwa 15 000 Mk. besitzt, beging am 7. d. M. ihr 75jähriges Jubiläum, welches durch ein Festessen gefeiert wurde. — In Mannheim starb der 82 Jahre alte emer. Lehrer Salomon Hilpolsteiner. Derselbe war früher Lehrer in Dürmstein (Rheinpfalz) an der Elementarschule. — Der Gemeinderat in Wie n hat für die Erteilung des jüdischen Religions-Unterrichtes an den Volks- und Bürgerschulen im Schuljahre 1894—95 einen Kredit von 13,778 fl. und für die Instandhaltung der Schullokalitäten einen Zuschußkredit von 35 000 fl. bewilligt. — Nach dem ״Journal offiziell" sind in dem diesjährigen Budget Frankreichs folgende Posten für den israelitischen Kultus ausgeworfen: Ausgaben für den israelitischen Kultus überhaupt 22 256 Francs, für das Seminar 3667 Francs, Unterstützung für Bauten 9800 Francs. * Unsre Glaubensgenossen in der Schweiz, wo bekanntlich die Schechitah verboten ist, hatten unter namhaften Opfern durch Errichtung einer Schlachterei in St. Ludwig (jenseits der deutschen Grenze) für die rituellen Bedürfnisse der Gemeinden gesorgt- Nun droht ihnen eine neue Gefahr. Dieier Tage war der Schochet der Gemeinde in Basel vor das Polizei-Strafgericht geladen, um sich ״wegen Tierquälerei" zu verantworten. Er hatte eingestandenermaßen das Verbrechen begangen, ein Huhn ohne vorherige Betäubung zu schlachten! Vergebens berief er sich daraus, daß nach dem gesunden Menschenverstand das Gesetz doch nur die Betäubung von Schlachtvieh verlange, daß kein Mensch, weder Jude noch Christ das Geflügel vor der Tötung betäube. Es half alles nichts. Der Amtsanwalt berief sich aus deu Wortlaut des Gesetzes, welches von allen Tieren spricht, und beantragte 30 Francs Buße- Das Urteil lautete auf 5 Frcs. Angesichts der prinzipiellen Wichtigkeit dieser Gerichtsentscheidung welche das Schächt-Verbot doppelt empfindlich gestaltet, wird es selbstverständlich bei dem erstinstanzlichen Urteil nicht sein Bewenden haben, vielmehr Appellation eingelegt werden. rpseheir- 1895. 5655. Areitag . . . 18 22 (Sabb.-Anf. 4,28) Sonnabend . . 19 23 שמות (Sabb. Ausg. 5,13). Sonntag. . . 20 24 INenmondweihej. Montag . . . 21 25 Dienstag . . . 22 26 Mittwoch . . 23 27 Donnerstag . . 24 28 Areitag . . . 22 29 Mischt Gemeinde. Gottesdienst. Freitag, den 18. Januar, in allen Synagog. Abends 4V2 Uhr. Sonnabend, den IS. Januar in der alten Synag. Morg. 8V2 Uhr, in den übrigen Synag. Morg. 9 Uhr. Predigten Vorm- 10 Uhr: Neue Synag. Hr. Rabb. Dr. Maybäum. Linden str. - Synag. Hr. Rabb. Dr. Weisse, Nachm. 3^/r Uhr: Alte Synag., Hr. Kand. Dr- Morgenstern. Jugendgottesdienst Nachm. 3V2 Uhr: Kaisejr st r. - Synag Hr- Rabb. Dr. Rosenzweig. Gottesdienst an den Wochentagen: Alte Synag. 11. Kaiserstr. Synag. Morg. 7 Uhr. u. Abends 4V2 Uhr. Neue Synag. u. Linden straße Morg. 7V2 Uhr und Abends 4 Uhr. Am 1. Septemb. cr. wird die Lehrer-, Kantoru. Ured.-Stelle in unserer Gemeinde vakant. Reflekt. wollen sich baldmögl. unt. Klarleg. ihrer Familienverhältn., Einreichung ihrer Zeugn. u- Gehaltsansprüche an den Vorstand der israek. Gemeinde in Htuhrort a. Rh. wenden. Infolge Pensionierung des bisherigen Beamten ist die Stelle des Kchiichters, 2te» ilorbeters 11. Mg-Mms in unserer Gemeinde pr. 1. Juli d. I. neu zu besetzen- Bewerb, nehmen wir bis zum 15. März entgegen. Liegnitz, den 14. Januar 1895. Der Vorstand der Synag.-Gem. _Heinrich Cohn. Die Stelle eines KirttusbectnrLen ist sof. zu besetz. Gehalt 700 M. u. ca. 400 M. Nebeneink. - Ser Vorstand der Synag.-Äern. Hinten Ostpr. _M. Elias._ Die Gem. Aumund - Vegesack sucht per sof. ev. 1. April einen seminarist. gepr. Relig.-Lehrer orthodoxer Richtung, Vorbeter und Schochet. Gehalt 1200 M. Reisespesen nur dem Gewählten- Der Vorstand K. D. Kerz, Vegesack. Tie Stelle des Lehrers und Kantors ist zum 1. Mai zu besetz. Anfaugsgeh. 1200 M- Relig.-Unterricht am Progymnasium u. an der höheren Mädchenschule wird besond. honoriert. Meldung, bis 1. Febr. Der Vorst, der Synag.-Gem. Wattenscheid. Weier Nötigen. Israelitische Heilmd Me-Malt für Nerven- und Gemütskranke zu Sayn bei Coblenz a. Rhein Bestand seit 1869. Gesonderte Abteilungen für 150 Kranke beider Geschlechter. Nrofpekte durch die Unterzeichneten Uß Iaeovtz. Dr. VeyrendL. Dr. NüsenLyal.

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