Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1893
- Issue
- 26 (30.6.1893)
- Date
- 1893-06-30
- Page
- Seite 417 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 26 -־h I c f ri! u r u n. Seite 417. aus plutvuischen und Neptunischen Gebilden — bestehenden Welt anfährt, wird eine geringe, jedocy vor Gott sehr große Person sich einstellen, welches der letzte Regent vom Kurstamme sein wird. * b In vielen jüdischen Blättern wird von jüdischen Seemännern berichtet; warum nicht auch im Jeschurun? Wenn wir nicht irren, versteht der Kapitain ebenfalls die Kunst des Lavierens (Nein!) und weiß selbst den kontrairsten Wind zum Nutzen seines Fahrzeuges zu lenken. Darum wollen wir au dieser Stelle einen kleinen Bericht über jüdische Seemänner zur Unterhaltung unserer Leser der Öffentlichkeit übergeben. Ob die Juden unter den Seeleuten, welche Columbus begleitetenfiguriert haben — daß sie mit ihm in andern Ländern gedient haben, ist bewiesen — ist noch ein streitbarer Punkt. Doch das wissen wir bestimmt, daß im 16 Jahrhundert die Türkei einen jüdischen Admiral in der Person des Ciefut Pascha, ״Jll Guideo", oder ״der Jude" benannt, besessen hat, welcher zugleich ein Kollege des berühmten Korsaren Barbarossa . gewesen ist. Ein günstiges Feld für jüdische Seemänner war später die Flotte der Bereinigten Staaten Kommandeur Uria P. Levy war ein ausgezeichneter Marineoffizier. Mehrere Glieder der Familie Nones erhielten Rang und Namen unter den Amerikanischen ״men - of war.“ Kapitain I. P. Levy, ein Bruder des Uria Levy, spielte eine hervorragende Rolle im Mexikanischen Kriege. Kapitain Levy Meyers Harby focht tapfer in der Expedition gegen Algierischen Piraten, und unterstützte im Bürgerkriege die Verteidigung von Galveston zugunsten der Verbündeten. Herr Isaak Marken berichtet in seinem ״Hebrews in Amerika" von einer großen Masse jüdischer Schiffsoffiziere. Mehrere Juden haben in der französischen Marine ebenfalls figuriert, unter denen ein Sohn der berühmten Tragödin Rahel sich ebenfalls befand. * Gegenüber der Unsumme von modernen Schriftwerken über die Lösung der sozialen Frage, ifi es lehrreich zu sehen, wie vollkommen und elegant der alte jüdische Gesetzgeber das Problem in einem Kapitel gelöst hat. Von der Erde, von der der Mensch genommen ist und zu der er zurückkehrt, geht er aus. Agrarische Unruhen, wie in Rom, Deutschland und Jrrlard, hat der jüdische Staat deshalb nicht gekannt. Er hatte keine Großgrundbesitzer, aber er hatte auch keine besitzloseiy Tagelöhner. Denn das Land gehörte Jehovah, d. h. dem Staate: ״Das Land ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Gäste (?) vor mir.“ Ungesunde Grund- und Boden-Verhältnisse waren deshalb im jüdischen Staate unbekannt. ״Nach der Zahl der Jahre vom Halljahr ab sollst du das Land von deinem Nächsten kaufen, und was die Jahre hernach tragen mögen, so hoch soll er dir's verkaufen." Das Halljahr war das fünfzigste Jahr. Der Grund und Boden hatte also nur einen Preis, welcher sich aus der Multiplikation der Jahre, die man ihn besaß, mit dem jährlichen Ertrage (dem Zins) berechnete. In jedem fünfzigsten Jahr nahm der Staat eine Sichtung des Landbesitzes vor: ״Das ist das Halljahr, in dem jedermann wieder zu dein Seinen kommen soll. Das Land soll auch seine Früchte geben, daß ihr zu essen genug habet u׳ d sicher darinnen wohnet.“ Verarmte jemand innerhalb der 50 Jahre und mußte sein Land verkaufen, so konnte er oder ein Freund für ihn es jederzeit wieder einlösen. Im Halljahr fiel es ihm von selber wieder zu. Ein interessantes Beispiel, wie weit das Anrecht an Grund und Boden zurückreicht, bietet die nach Bethlehem eingewanderte Moabitin Ruth. Nicht minder schön als das Hall- (Erlaß-) Jahr, war das Feierjahr, jedes siebente Jahr: ״Im siebenten Jahr soll das Land seine große Feier dem Herrn feiern, darinnen du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden sollst." Was in diesem Jahre von selbst wuchs, durfte der Eigentümer des Landes nicht ernten. Es war Gottes Gabe für alle: ״Die Feier des Landes sollt ihr darum halten, daß du davon essest, dein Knecht, deine Magd, dein Hausgenosse, der Fremdling bei dir, dein Vieh und die Tiere in deinem Lande — alle Früchte sollen ihnen Speise sein." — Jeder kann sich ausmalen, wie glücklich ein Volk mil so gesunden Grundbesitz-Verhältnissen gelebt haben muß. (״Volksztg.") * Ein jüdischer Dolmetscher. Abrahams Novaro stand als Dolmetscher im Dienste der Ost-Indischen Kompagnie und erhielt nach den noch erhaltene!: Aufzeichnungen dieser Gesellschaft jährlich 50 Pfund Sterling Gehalt. Im Jahre 1682 ging er in einer besonderen Mission nach China, 1683 begleitete er den Kapitän Smith auf einer Expedition, die von der Gesellschaft nach Bangkok geschickt wurde und fand hierbei Gelegenheit, den englichen Abgegesandten bei dem ihnen vom Könige von Siam bewilligten Audienzen wesentliche Dienste zu leisten. William Strough, der Hauptvertreter der Ost-Indischen Kompagnie erwähnt in seinem Tagebuche dieses jüdichen Dolmetschers mit ganz besonderem Lobe und rühmt seine Gewandtheit und seinen filteneu Eifer, den er im Dienste zeigte. Novaro verheimlichte seinen Glauben, vbglich ihm als Juden vielerlei Gefahren erwuchsen. Zur Reise nach Siam war er jedochßinfolge eines Berichtes eines Griechen nur schwer zu bewegen. Dieser hatte religiöse Gespräche mit dem Könige von Siam geführt und rühmte sich, ihn für das Cristenthum so eingenommen zu haben, daß er sich geneigt zeigte, Christ zu werden. Bei der Erzählung von den Leiden und dem Tode des Religionsstifters sei er von religiösem Fanatismus ergriffen worden und habe geschworen, daß er jeden Juden, den er in seinem Reiche träfe, in ähnlicher, wenn nicht noch schlimmerer Weise behandeln würde. ״Ich gestehe", fügte Strough hinzu, daß die Furchl Novaro's berechtigt und natürlich war. Da ich ihm indes versprach, über ihn zu wachen, willigte er ein, mir zu folgen". Der jüdische Dolmetscher blieb dann auch unbelästigt. Im Jahre 1689 wurde er von der Ost-Indischen Kompagnie nochmals dorthin gesandt, und bei seiner Rückkehr nach London wurde ihm der ehrenvolle Auftrag, in Gemeinschaft mit Sir John Child die Friedensverhandlungen mit dem Groß-Mogul zu führen. 8. K, Wochen- Juli. j 1893. Tammus. I 5653. Kalender. Freitag . . . 30 i 16 בלק Sonnabend . . 1! 17 Sonntag. . . 2 1 18 י״ז בתכזוו נדהה Montag . . . Dienstag. . . 3 4 i 1« i 20 Mittwoch . . f 1 21 Donnerstag 6 j 22 Freitag . . . 7; 23 N