Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1893
- Issue
- 24 (16.6.1893)
- Date
- 1893-06-16
- Page
- Seite 385 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 24. Seite 085 I e s ch u r u n. Hütte Moses nach richtigen Maßen, des ersten Tempels in Jerusalem zur Zeit Salomos, des zweiten Tempels zur Zeit Christi und der Moschee, die jetzt auf deren Stelle steht, ferner vier Gyvsreliefs von Jerusalem und Umgebung zur Zeit der Richter, zur Zeit Salomos, zur Zeit Christi und der gegenwärtigen Zeit, sowie auch eine prächtig grünende ägyptische Papyruspflanze im Besitze des Herrn Pfarrers Hechler. Jüdische Gedenktage. Zusammengestellt von Lehrer D. Mannheim. Das Volk von Sevilla, die durch Fernando Martinez'Brandreden aufgestachelte und fanatisierte Menge, griff am (6. Juni 1391) 1. Tarn ns 5151 das Jndenviertel (Jndaira) an, steckte es in Brand und richtete ein grauenhaftes Blutbad an. Von den 7000 jüdischen Familien der reichen Gemeinde Sevilla — etwa 30000 Seelen — blieben nur wenige übrig; 4000 erlagen den Streichen der Blutmenschen, während die meisten von Todesangst ergriffen, die Taufe nahmen. Dies waren die ersten Marranen (Anuffim, Zwangstäuflinge) in Spanien. Jüdische Frauen und Kinder wurden als Sklaven verkauft. Von den drei Synagogen in Sevilla wurden zwei in Kirchen verwandelt. Der gesinnungstüchtige, edle und hochherzige Samuel Abravanel, der unter Heinrich II. eine einflußreiche Hofstelle bekleidete, nahm ebenfalls die Taufe. Dieser Mann, die Zierde seiner Zeitgenossen, ist der Ahn der in der Geschichte Israels für alle Zeiten berühmt gewordenen Familie׳ Abravanel. * Jakob beit Meir Tam, gewöhnlich ״Rabbenn Dam" genannt, starb am 4. Tamus 4931 (Mittwoch, 9. Juni 1171). Dieser Gesetzlehrer und Dichter ist in Rameru (Frankreich) 4860 (1100) geboren. Der jüngste der drei gelehrten Enkel Rascku's, konnte R. Tam nichts von seinem Großvater lernen, den er als Kind von fünf Jahren kannte und war Schüler von dessen Jünger, von seinem Vater Meir und von Joseph Bonfils (Tob. Elem. II.). Er erlangte eine solche Tüchtigkeit in der Talmudkunde, daß er seine Zeitgenossen und selbst seine älteten Brüder Jsak und Samuel (Raschbam) überstrahlte. Reich begütert und vom Landesherrn Thibaut II. hochgeschätzt, bekleidete er kein Rabbinar; dessenungeachtet unterordneten sich ihm die hervorragendsten Rabbiner Frankreichs, Italiens und Deutschlands, selbst die Gemeinde von Paris, damals der Sitz talmudischer Gelehrsamkeit, ließ sich von dem scharfsinnigen Gelehrten Vorschriften und Formeln für Ehescheidungen feststellen, kurz: er war die erste Kapazität der Toffafistenschule Als Dichter verfaßte er nicht nur liturgische Gebetstücke, sondern auch prpfane Gedichte. Auch die gründliche Erforschung der hebr. Sprache zog R. Tam in den Kreis seiner Studien und brachte es auf diesem Gebiete zu großer Fertigkeit. Im Jahre 1146 wurde er von den Kreuzzüglern überfallen, geschlagen, halbtot vor dem Stadtthore niedergelegt und nur durch List gerettet. * Eine Horde Haidamaken, unter Krywonosz, griff die Stadt Tulczyn an, wo 600 Christen und ungefähr 2000 Juden in der Festung Nesierow Zuflucht genommen hatten. Es waren darunter tapfere Juden, die nicht ohne Gegenwehr sterben wollten. Edelleute und Juden beteuerten einander durch einen Eid, Stadt und Festung bis auf einen Mann zu verteidigen. Die kosakischen Bauern wandten aber eine List an Sie versicherten die Edelleute, daß sie es nur auf die Juden, ihre Todfeinde, abgesehen hätten; wenn ihnen diese ausgeliefert werden, so würden sie abziehen. Die eidvergessenen Adeligen stellten daher an die Juden den Antrag, die Waffen abzuliefern. Die Juden lieferten die Waffen ab und die Polen ließen darauf die Bande in die Stadt- 'Nachdem diese den Juden alles genommen hatten, stellten sie ihnen die Wahl zwischen Tod und Taufe. Aber kein einziger von ihnen wollte um diesen Preis sein Leben erkaufen;gegen 1500 Juden wurden unter den Augen der polnischen Edelleute gemartert und hingerichtet (4. Tamus 5108- 24. Juni 1648) Nur zehn Rabbiner ließen die Kosaken am Leben, um große Summen von den Gemeinden zu erpressen. Die Polen traf aber sogleich die Strafe des Verrates. Des Beistandes der Juden beraubt, wurden sie von den Kosaken angefallen und mit Hohn getötet. Brief- und Fragekasten. Herrn D. B. in H. ״Der Bequeiulichkeit halber wäre es wohl ׳e,|er, wenn das Blatt in Halbbogen, die Bogen gleich ausgeschnitten, erschiene. Vergrößern sich dadurch die Kosten der Herstellung des Blattes?" ~ Nein, aber es wird beabsichtigt, Pen ״Jeschurun", sobald die Verhältnisse es gestatten, geheftet zu liefern, aus diesem Grunde wird der zweite Bogen als Einlage gedruckt. Schneiden Sie doch das Bl. auf, ehe Sie zu lesen beginnen, dann ist es bequem und handlich. Herrn I. H. R. in R. ״Bei der Lehrerversammlung in Breslau, wo Ihr Blatt rn vielen Exemplaren vertreten war und ein durchaus günstiges Urteil seitens der Kollegen erfahren, wurde trotzdem Ihrem wertem Blatte der Tadel nicht erspart, daß Sie die allgemeine Vakanzenlifte nicht bringen. Ich glaube daher, im Interesse des Fortbestehen des Blattes raten zu dürfen, daß Sie alle Vakanzen aus allen jüdischen Blättern und zwar wie die Monatsblätter sie bringen." — Aber wir bringen ja sämtliche Anzeigen aus allen jüdische Fachblättern im Inseratenteil, wozu also noch eine Vakanzenliste? Herrn S. H. in Dessau. Sämtliche 'Nummern des ״Jeschurun," somit auch die gewünschten, sind vergriffen, bedauren daher nicht dienen zu können. Herrn K. R. in D- Wir werden demnächst wieder Rezensionen oringen. Viele Bücher liegen unbesprochen bei den Herren Rezensenten Wocheni Juni. 1893. .t—.: Kalender. | 0603. Freitag . . 16! _ 1 Sonnabend . 17 קרה , 3! Sonntag. . . 18! ■ 4! Montag . . . 19 :!■ Dienstag. . . 20 i 6; Mittwoch 21 i 7 Donnerstag 22 : 8 Freitag . . . 23! 9 i I | L Bekannte (Mittollekte A, ßerloff, in Nauen Berlin. Grosse Hannoversche Silberlotterie schon 4. Juli. — Orignalloos nur 1 Mk. Porto und Liste nur 20 Pf. — 3223 Gewinne. — Hauptgewinn 10000 Mk. W. 90°/0 haar. sraelltW Keil und Wege-AnAlt für Nerven- und Gemütskranke zu Sayn bei Goblenz a. Rhein. Bestand seit 1869. Gesonderte Abteilungen für 150 Kranke beider Geschlechter. Prospekte durch die Unterzeichneten M. Jacoby. Dr. Behrendt. Dr. Rosenthal