Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1893
- Issue
- 14 (7.4.1893)
- Date
- 1893-04-07
- Page
- Seite 223 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 223. Nr. 14. I e s ch Obdach und über Sabbat, ein gutes Freikostbillet. Am Sonntag machte er seine Privatbesuche und erhielt in jedem Hause eine Geldunterstützung und als Beigabe Lebensmittel aller Art. Am Montag trat er die Heimreise wieder an. Es war Mittags 2 Uhr, heller Sonnenschein; sein Reisegepäck bestand in einem Zwerchsack, der aus der einen Seite allerlei Habseligkeiten, wie: geschenkte Wäsche, Kleidungsstücke u. dgl. enthielt und auf der andern Lebensmittel, besonders viel Brot. — In Frendenthal waren Militär- > sträflinge interniert, um die Wasserleitungen zum königlichen I Schlosse und Hofgarten zu bedienen und die Straßenreinigung zu besorgen, sie waren bei ihrer Arbeit von Militärposten überwacht. Lob fragte die Schildwache, ob er den Gefangenen nicht. Brot geben dürfe, was diese gestattete. Löb öffnete seinen Zwerchsack und gab jedem iber sechs Arbeiter ein Stück Brot. Da trabte eine Abteilung Feldjäger heran und hinter derselben das Sechsaespann des Königs Friedrich I. mit dem Generaladjutanten Graf Dyllen. Der König sah den Verkehr des Betteljuden mit den Sträflingen, ließ halten und gebot einem Vorreiter, den Inden und die Schildwache herbeizuführen. Streng fragte er den zitternden Löb, was er hier gomacht habe. Löb legte seinen Zwerchsack ab und war unfähig zu reden. Graf Dyllen sprach ihm Mut zu, und so wagte er dem Könige Rede zu stehen. Er erzählte, wie er zwangsweise ausgewiesen, nahrungslos und ohne Dach sei. Hier habe er von seinen Glaubensgenossen Geld und Nahrungsmittel erhalten. Da ihm aber das Brot auf der Heimreise verschimmelt wäre, so habe er es aus Mitleid den Militärsträflingen gegeben, denn U r U N. Kr diese seien noch unglücklicher als er. Der König dem das Benehmen des Armen gefiel, fragte ihn, wie er sich fernerhin zu ernähren gedenke. Löb erwiderte, daß er keinen anderen Nahrungszweig habe, als das Betteln, und wenn ihm kein Paß bewilligt werde, müsse er mit seiner Familie darben. Noch an demselben Tage wurde er in die Geheimkanzlei beschieden, wo er einen Paß erhielt, worin stand, daß er zeitlebens ungehindert im Königreich Württemberg reisen und „schnorren" dürfe. Löb hat von dieser Erlaubnis ausgiebigen Gebrauch gemacht. Er schnorrte bis in sein hoh.s Alter, und zwar mit bestem Erfolge, wie es bei einem ausschließlich privilegierten Gewerbe nicht anders denkbar ist. *) cfr. auch Den Aufsatz in dieser Nr. Aus Elsäßers schriftl. Nachlaß". Die Red. Wocheni April j 1892. Nissan, j 5653. Kalender. Freitag . . . 7 > 21 Schewii schel Pessach Sonnabend . 8 1 | 22 A charon ,, Somttag. . . 9 j | 23 Montag . . . 10 24 Dienstag. . . 11! 25 . Mittwoch . . 12 | 26 Donnerstag 13 1 27 | Freitag . . . 14 : 28 1 kmNaiidite: Insterburg. W. Schulz, iliale: p M-mel. mr Tilsit, r» mechanische Möbelfabrik 11. KuniMchlerei. Größtes Fabrikationsgeschäft für Ostu Weftpreutzrn nnv billigste direkte Bezugsquelle. 200 Arbeiter, r/i/^ Permanente Mobiliar Ausstellung in 30 kompl. Zimmer-Einrichtungen, vom einfachsten bis elegantesten Genre, zu billigst festgesetzten, aber nur festen Preisen. Jeder Gegenstand ist sichtbar mit Zahleausgezeichnet Bei Baarzahlung 4 Prozent Rabatt Bet Baarzahlung nach außerhalb franko Bestimmungsort Bahnhof. Coulante Zahlungs - Bedingungen, auch Theilzahlung. Säinnitl. Dekorations- Gegenstände, Portieren, Teppiche. 47525624