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Jeschurun · 1892-11-17 · 8 (17.11.1892) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1892
Issue
8 (17.11.1892)
Date
1892-11-17
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 8. I e s ch u r u n. Seite 127. Uereinsbiite. Am 23. und 24. Oktober wurde in Belgard die diesjährige Konferenz des Vereines jüd. Lehrer des Regbz. Coeslin abgehalten. Der Vorsitzende des Vereines, Rabb! Dr. Hahn-Stolp, eröffnete die erste Sitzung mit einem! Überblick über Stand und Tendenz des Vereines und j betonte besonders die Wichtigkeit der ״geistigen Hebung des z Lehrerstandes". | Vor Eint: itt in die eigentliche Tagesordnung übermittelte j Rabb. Dr. Goldschmidt-Colberg, als Delegieiter des , D.-J. G.-B., die Grüße an die Versammlung und sprach! namens des Vorsitzenden des D.-J. G.-B. den Wunsch j aus, den Unterricht in den 15״ ethischen Grundlehren des Judentums" in allen Schulen ausgenommen zu sehen. Daraufhin wurde von dev Versammlung eine hierauf bezügliche Resolution einstimmig angenommen. Die Lehrprobe: ״Aus der Geschichte des Passahfestes" die von Meyer-Bütow gehalten wurde, leitete die weitere Tagesordnnndg. Nach einer eingehenden Diskussion über die Lehrprobe erhielt Kamerase- Belgard als Referent der Kommission das Wort zu dem ״Minimal-Lehrplan". Eine Einigung über die Anfvrderungen und Ziele eines Minimal-Lehrplans war auch diesmal nicht zu erzielen Schließlich wurde ein von Dr. Goldschmidt gestellter Antrag, eine Kommission zu erwählen, bestehend aus 5 Fachmännern und 3 Herren aus den Gemeindevorständen, die in einem längeren Zeitraum einen für den Regierungsbezirk maßgebenden Lehrplan entwerfen soll, von der Versammlung angenomruen. In der Sitzung am folgenden Tage erhielt Kahn-Rügenwalde das Wort zu seinem Vortrag: ,,Über die sociale Stellung der jüd. Lehrer". Die von dem Vortragenden aufgestellten Thesen führten zu einer lebhaften interessanten Debatte und zu dem endgültigen Beschlüsse: Es soll eine Kommission eingesetzt werden, welche für die nächste Konferenz Vorschläge vorzubereiten hat, in welcher Weise das Verhältnis zwischen Genieinde und Beamten, namentlich bei Anstellung des letzteren zu verbessern sei. In diese Kommission wurden 4 Geindevorstünde und 3 Beamte gewählt. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Stotp bestimmt und die Zeit auf den 23. und 24. Mai festgesetzt. Loft glatter. Fabeln und Erzählungen unserer alten Lehrer. Von Dr. L Levynsohn. 5. Über das Wiesel werden folgende Sagen mitgeteilt: Bei der Einrichtung des Weltalls saß in der Rats- Versammlung auch der Herrscher des Meeres und verlangte mehr Bewohner und Unterthanen, wogegen er sich verpflichtete, dieselben reichlich zu ernähren. Es wurde ihm gestattet, worauf er von allen Landtieren ein Geschlechtspaar in's Meer warf, so daß von den Landtieren ein mehr oder weniger ähnliches Äquivalent auch im Meere sich befindet. Das Wiesel jedoch entging dieseiu Geschicke durch eine List. Es stellte sich auf ein erhöhtes Ufer, so daß sein Abbild auf der Wasserscheibe sichtbar war und sprach zu dem Wasserfürsten, als er es ins Wasser werfen wollte: ״Siehe, ich bin ja bereits ins Meer geworfen worden." Der Fürst glaubte es. (Ieruschalmi zu Sabbat cap. 14, fol. 14, col. 3.) 6. Bekannt ist die Sage oom Wiesel, welches das Rind eines Mannes tötete, weil er den Eid der Treue, den er als Iügling einer züchtigen Jungfrau gegeben, gebrochen und mit einer anderen sich vermählt hatte (S. Tanit 8, a); weniger bekannt ist die Angabe eines arabischen Schriftstellers, sie lautet: 7. Jemand fing ein junges Wiesel und sperrte es derart in einen Räsig, daß es die Mutter sehen konnte. Alsobald lief diese und brachte aus ihren: Schlupfloch eine Münze herbei, welche sie dem Menschen hinlegte, als wollte sie ihr Junges freikaufen; als aber dieses nicht entlassen wurde, so wiederholte die Mutter mehrmals den Gang, bis sie so nach einander fünf Münzen herbeigebracht hatte; als aber noch jetzt das Junge nicht freigegeben wurde, da brachte das alte Wiesel einen Lappen herbei, welchen es ausbreitete, u׳n die Entleerung des Goldvorrates aneudeuten. Aber auch jetzt wollte der Gefangenwärter nicht zinwilligen, und da machte die Alte Miene, das Geld wieder zurück zu nehmen, worauf sie das Junge zurückerhielt. — Diesem artigen Geschichtcheu liegt die naturhistorische Eigenschaft der kleinen, in Löchern lebenden Raubtiere zu Grunde, nach welcher dieselben gerne glänzende Gegenstände verschleppen, deshalb heißt der Geizige ״ ׳עכבר דשכיב אדינריdie Ratte, welche auf den Denarien ruht." (Sanhedrin 29, 5). * * Noahs Sohn. Eine orientalische Legende erzählt: Mitten unter dem Brausen des herabstürzenden Regens und dem Wehklagen der Menschen glitt Noahs Schiff ruhig und׳, ungestört über die Fluten. Da schaute Noah auf die Gewässer hinaus und sah nicht weit von sich ein kleines Schiff taumeln, in welchem einer von seinen Söhnen saß und mit trotziger Anstrengung dem Strome entgegentrieb. Schiffe mit uns, mein Sohn! rief ihm Noah zu, und halte Dich nicht zu den Sündern! Ich werde mir selber helfen, antwortete dieser. Dort auf dem hervorragenden Gebirge will ich aller dieser Fluten lachen. Vertraue dem Herrn! sprach Noah, denn ohne ihn hilft Deine Mühe nichts. Da schlug eine Welle zwischen beiden nieder und Noahs Sohn ward in die Tiefe verschlungen. Noahs Schiff aber fuhr auf das Gebirge, die Erde sog ihre Ströme ein, der Himmel ward heiter. Und aus der Höhe kam eine gewaltige Stimme und sprach: Der Herr allein kann retten, wehe dem Hochmütigen! Brief- und Fragekasten. ״Die Finanzwirtschaft der Gemeinden", Höre Israel", verschiedene Beiträge für Rubrik ״Für und Wider" und anderes mußten für die nächste Nummer zurückgelegt werden. In derselben werden die Rubriken ״Revue der Presse" und ״Jüd. Gedenktage" wieder beginnen. — Für alle teilnehmenden Erkundigungen herzlichen Dank; ich bin, Gottlob, wieder auf dem Platze. Synagogen-Gemeinde Königsberg i. Pr. Gottesdienst: Freitag,3^; Sonnabend, vormittag8/7 Predigt: 91/, nachmitt. 3; abends 487. — An Wochentagen: morgens 71/*, abends 372•

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