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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-12-27 · 52 (27.12.1895) · p. Seite 863

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
52 (27.12.1895)
Date
1895-12-27
Page
Seite 863 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 52. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seile 863. berg-Steelc widmeten dem Heimgegangenen Kollegen Worte ehrenden Nachrufs. — Herrn Jnstizrat Tr. I. Hausmann in München ist aus Anlaß seines Rücktritts vom Amte als Notar das Ritterkreuz des Zivilverdienstordens der bayerischen Krone, mit welchem der persönliche Adel verknüpft ist, verliehen worden. — Herr Dr- S. R. Landau in Wien hat aut seine Dozentur für das polnische Fach am dortigen Rabbiner-Semmar verzichtet. Die Gründe sind doppelter Natur: Erstens, eine Ueberbürdung in seiner schriftstellerischen Berufsthätigkeit; zweitens die politischen Gegensätze zwischen Dr. Landau und dem Mitgliede des Polenklubs Tr- Byk, der ini Kuratorium das polnische Referat hat- Kries- und Iragckaftk». — Zur Mendelssohnskontroverse- Obgleich ich mit Hein. Laube der Ansicht bin, daß von keiner Erklärung etwas Vernünftiges herauskommt, — mit Ausnahme etwa einer Liebeserklärung, muß ich Sie doch bitten, folgende Zeilen in Ihrem Blatte abdrucken zu wollen. In der Briefkastennotiz Ihrer letzten Nummer, für deren Abdruck ich Ihnen gewiß dankbar bin, wird gegen mich ausgeführt, die Ansichten über Moses Mendelssohn seien schon vor etwa 60 Jahren und zwar durch keinen geringer« als S- R. Hio'ch ausgesprochen worden; auch werden mir die Schriften Hirsch's zur Lektüre empfohlen. Ich habe darauf zu erwidern, daß ich nie Anspruch darauf erhoben, das Judentum erfunden oder entdeckt zu haben; weder Hirsch noch ich dürfen in dieser Beziehung ein Erfinderrecht beanspruchen. Schon als jene verhängnisvolle Zerstörungsarbeit gegen das Judentum begann, waren redliche und aufrichtige Männer gegen jene Modenarren aufgetreten und man kann es als eine Art Nemesis der Geschichte bezeichnen, daß der alte Wessely, ein langjähriger Freund jener Schule, der übrigens ebenfalls sehr überschätzt worden ist, in seinen letzten Tagen gegen die hohlen „Reformer" seine warnende Stimme erheben mußte und daß ferner der Enkelsohn des letzten Oberrabbiners von Berlin und der Mark Brandenburg, R- Hirsche! Lewin, der gegen die Mendelssohnische Schule io „tolerant" war, um dafür das Lob Gleims und Konsorten einzuheimsen, daß dieser Enkelssohn, seines Zeichens der letzte Landesrähbiner von Schlesien, zum Katholizismus übergetreten ist. Aber jene redlichen Männer wurden stets mit der Behauptung abgefertigt, sie seien Fanatiker und „ungebildet", „hinter den Anschauungen der Zeit zurückgeblieben" u. s. w., während wir gerade vom Standpunkt der modernen Bildung gegen die seichten, hohlen und unwissenden Reformfexe kämpfen. Wir kämpfen gegen das Protzertum, das sich in der Gemeindestube, und gegen das Komödiantentum, das sich in unserem Gotteshause breit macht, welche beide zusammen das Judentum verödet haben. Dr- S. Bernfeld. MW Gkmeinde.! Sitzung der Repräsentanten-! Versammlung: Sonntag, den! 29. Dezember, Vorm. 11 Uhr im Sitzungssaale Oranienburger- Straße 30. Einen tüchtigen Schachet. der unverheiratet ist, sucht Lehr. Kröhkich, Weilburg a. Lahn/ Vakanzen. Waldenburg, Schl- Zum 1. 3. gepr- Rl., K-, Sch. (auch Pr.) Fix- 1800 Mk. u. erheb!. Nbk. Potsdam. Zum 1. 4. Pred. Auf.-Geh. 2100, für R--U. an städt. Schulen 300 Mk. Lausersweiler. Sof. Rl-, K., Sch-, Fix- 700, Nbk. ca. 300 Mkn. fr. Wohn. Rhaunen. Sof. 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