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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-12-13 · 50 (13.12.1895) · p. Seite 826

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
50 (13.12.1895)
Date
1895-12-13
Page
Seite 826 (sequence 14)
Language
German
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Seite 826. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 50. U a ch t rn9. Das Ergebnis der Repräsentantenwahlen in Berlin. Am vergangenen Mittwoch Abend ist die Zählung der bei der Repräsentantcnmahl abgegebenen Stimmen beendet worden. Im ganzen haben etwas über 4600 Gemeindemitglieder oder rund 35 % der Wahlberechtigten ihr Wahlrecht ausgeübt — 7 % mehr als bei den vorigen Wahlen. Wie unsere Leser wissen, standen zwei Kandidatenlisten einander gegenüber, die des Zentralvereins und die des sogenannten liberalen Vereins. Beide Listen hatten nur einen einzigen Kandidaten gemeinsam: den dem Zentralverein nahestehenden seitherigen Repräsentanten Maurermeister Fränkel. Dies vorausgeschickt, lassen wir die Namen der neu gewählten Repräsentanten unter Beifügung der Stimnren, die sie aus sich vereinigt haben, folgen: 1. Maurermeister Fränkel 4550 Stinnnen 2. Kaufmann Leichtentritt 2990 „ 3. Kaufmann Löwenberg 2895 „ 4. Sanitätsrat Dr. Blumenthal 2890 „ 5. Geh. Sanitätsrat Dr. Kirstein 2874 „ 6. Geh. Mediz.-Rat Prof. Dr. Senator 2741 „ 7. Justizrat Hepmann 2697 „ 8. Prof. Dr. Lewin 2651 „ 9. Louis Sieskind 2636 „ 10. Rentier Julius Oppenheim 2601 „ Diese Männer sämtlich sind Kandidaten des Zentralvereins gewesen.. Nach dem geltenden Wahlrecht sind diejenigen 15 Kandidaten, die nach den Genannten die meisten^ Stimmen erhalten haben, Repräsentanten-Stellvertreter, die berufen sind, der Reihe nach als Repräsentanten innerhalb der nächsten drei Jahre vorzutreten, sobald in dem Kollegium eine Lücke entsteht. Die 15 gewählten Stellvertreter sind: 1. Professor Baginsky mit 2561 Stimmen 2. Rechtsanwalt Apolant I „ 2546 „ 3. Direktor Isidor Sachs „ 2538 „ 4. Kaufmann Moritz Neufeld „ 2525 „ 5. Kaufmann A. Breslauer „ 2514 „ 6. Kaufmann Js. Blumenthal „ 2500 „ 7. Kaufmann Oskar Berlin „ 2478 „ 8. Rechtsanwalt Holz „ 2419 „ 9. Kaufmann Heilmann „ 2403 „ 10. Kaufmann Mar Weiß „ 2369 „ 11. Justizrat Makower „ 2365 „ 12. Dr. med. Jul. Stern „ 2354 „ 18. Geh. Sanitätsrat Dr. Boas „ 2347 „ 14. Fabrikant Isidor Löwe „ 2326 „ 15. Rentier Js. Gutmann „ 2284 ,, Von diesen 15 Männern sind 11 der Candi - datenliste des Centralvereins entnommen. Nur der neunte, elfte, dreizehnte und vierzehnte Stellvertreter gehören dem sogenannten liberalen Verein an. Das Ergebnis ist also eine vollständige Niederlage des sogenannten liberalen Vereins. In dem Repräsentanten-Kollegium haben die Männer des Zentralvereins jetzt die absolute Majorität. Für die Entwickelung der jüdischen Gemeinde Berlin ist der Wahlausfall von großer Bedeutung. Die Gemeinde hat kundgethan, daß sie die Verwaltung von Grund aus geändert wissen will. Die nächste Wirkung wird sich schon bei der bevorstehenden Rabbinerwahl zeigen. Wir würden glauben, dem Vorstande zu nahe zu treten, wenn wir daran zweifelten, daß er seine Entlassung nehmen wird, da er es wissen muß, daß er mit den Anschauungen der großen Mehrheit der Gemeinde und ihrer Vertretung nicht in Uebereinstimmung ist. Das Wahlergebnis erfüllt uns mit aufrichtiger Befriedigung, nicht minder, daß wir beanspruchen dürfen, zu seiner Herbeiführung unser Teil beigetragen zu haben. In einer Wählerversammlung gaben wir der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, am Stichtage werde das Verdikt der Gemeindemitglieder gegenüber dem Vorstande und dem sogenannten liberalen Verein lauten: „Gezählt, gezählt, gewogen und zu leicht befunden." Unsere Hoffnung hat nicht getrogen. Am ersten Abend des Chanukkah-Festes ist sie in Erfüllung gegangen. Den Sieg haben mir errungen — jetzt hört der Kampf aus und die schaffende Arbeit muß beginnen. M. A. K. Kries- und Fragekastr«. Auf die Frage des Herrn L. in H. (Nr. 49 der Allg. Jsr. W.) warum das Chanukkahfest nicht am Dienstag beginnen kann, beehre ich mich, folgende Antwort zu erteilen: Das Fest fällt in einem überzähligen Jahre auf den 85. Tag nach Beginn des Rosch-Haschonoh — also genau auf denselben Wochentag -, in einem regelmäßigen oder mangelhaften jedoch auf den 84. Tag, d. h. auf den Wochentag vor denjenigen, an welchem das Neujahrsfest seinen Anfang genommen hat. Da nun Rosch-Haschonoh niemals am Mittwoch beginnen kann, so ist der Anfang des Chanukkah am Dienstag in einem regelmäßigen und mangelhaften Jahr von vornherein ausgeschlossen. Dieser Fall könnte sich nur dann ereignen, wenn Rosch Hasch, am Dienstag beginnt — also dreimal in je 28 Jahren — und das Jahr ein überzähliges ist. Dies ist aber nicht möglich, weil jeder der Kalenderberechnung Kundiger weiß, daß wenn Rosch-Haschonoh am Dienstag beginnt, das Jahr ein regelmäßiges sein muß, Cheschwan also nur 29 Tage hat, und Chanukkah deshalb auf den 84. Tag nach Rosch-Haschonoh fällt, d. h. am Montag beginnen muß. Dr. Ri. — Antwort: Chanukkah kann deswegen nicht Dienstags beginnen, weil Vt’DS fYH nie auf Sonnabend fällt, und letzteres, weil "tf>n V'T'X X1?. Näheres siehe im "D nn da eine ausführliche Erklärung die Spalten des Blattes zu sehr in Anspruch nehmen würde. B. M- Auerbach, Rabbiner, Witkowo- — Hrn. Dr. A., Straßburg. Ihre wissensch. Arbeit wird in unserer Beilage erscheinen. Ueber diese Beilage werden wir in nächster Nr. ausführliches mitteilen. — Herren I. Sch., Landsbergerstr., M. L., Neue Friedrichstrhier. Für Ihre fr. Benlühung im Interesse unseres Blattes herzl. Dank- — Hrn. M. F., Zerbst. Wir werden Ihnen in nächster Zeit brieflich antworten. — Hrn. S. P., Mühlhausen- Wir haben in der Expedda? Erforderliche veranlaßt. Wo bleibt Ihre Melodien-Sammlnng?

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