Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 39 (27.9.1895)
- Date
- 1895-09-27
- Page
- Seite 630 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 630. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 39. Philanthropinnen in Paris geehrt, indem sie die Straße Rne Furtado- Heine benannte. Tie (Großmutter von Madame Furtado-Heine kam besonders den Armen im 14. Arrondissements zu Gute, in welchem die von ihr gegründeten und vollständig unterhaltenen Wohlthätigkeits- Institute liegen. — Tie Kön'gin-Regentin der Niederlande hat die Nitterwürde des Lrdens vom Niederländischen Löwen Herrn I. L. de Lcao Laguna, 0 Vorsitzender des Aeltesten-KollegiumS der spanisck-portngicischen Gemeinde in Holland, und Herrn *■. S. van Nierop, Direktor der Bank von Amsterdam, verliehen. — Englische Blätter meldeten jüngst, daß der jüdische Bankier- Baron Jacques de Menasce in Alexandria (Aegypten) einen Platz für die Errichtung einer protestantischen Kirche in Hcluan geschenkt habe. Dieser Tage hat der Baron nun ein gleiches Geschenk für eine griechisch-orthodoxe Kirche gemacht. — Wir wiederholen die Frage: Was hat der Herr Baron für seine Glaubensgenossen gcthan 'i Vlätter. Kol-Mre in Spiifii. 3it finsterer Nacht, da sammeln sic sich Vor spähenden Blicken verborgen, Im tiefsten Gewölbe verrammeln sie sich Und weinen und stehn bis znm Morgen. , , .Und inmitten der Hall', in der Betenden Kreis, Steht an einem kleinen Altäre In der Hand eine Noll', ein gebrechlicher Greis Im weißen, langen Talare. „Ich löse die Schwüre, die ihr gcthan Durch Henkershand gezwungen, Wir wandeln wieder die rechte Bahn, Vom Namen Iehovah's durchdrungen; Und Gelübde lös' ich, die ihr gcthan ,, Bon Furcht und Schrecken umschlungen, -3 Wir wandeln wieder die rechte Bahn Pom Namen Jehovahs durchdrungen. V Ich nehm' euch die blinde und jedes Vergehn, \ Das ihr im Eifer begangen: Ich führ' euch hinan zu den himmlischen Höhn v-. Von Iehovah's Armen umfangen." Er schwieg, und es jauchzt dem erlösenden Wort: „Er hat uns verziehen, vergeben, Und nimmt man das Heute, das Dasein uns fort Bleibt uns doch ein besseres Leben- —-" Sie liegen im Staub, sie weinen, sie stehn, Bis die Sonne des Tages erschienen, Tann gehen sie fort, um wieder dem Sohn Und dem heiligen Geiste zu dienen. N. Aron stamm, cand. med. Mit dieser Nr. schließt das dritte Vierteljahr des lausende» Jahrganges der „Allgem. Israel. Wochenschrift". Unsere geehrten Postabonnenten werden um schleunig e Ernenerung des Abonnements beim Postamte gebeten. Unsere Expeditions-Abonnenten erhalten die Wochenschrift fortlaufend zugesandt, falls sie nicht bis zum 1. Qktobcr ansdrürkkich abbestellt wird. Die Expedition. üritf- und ftagelniljc». Für die freundliche Ansmerksamkeit ans Anlaß des Jahreswechsels allerseits herzlichen Tank uden Wunsch einer!2"N Die Nedaktio». — „Deborah", Eincinnati- Die Mitteilung, daß an der Rabb.-Konferenz nur 15 Mitglieder teilgcnommen, hat auch in einem amerikanischen Blatte gestanden, das wir für gut unterrichtet halten mußten, nämlich m der — „Deborah". Ihre Vermutung, daß unsre aus N.-Ä datierten Berichte „in der Nähe der Gr. Hambiirgerstrin Berlin das Licht der Welt erblicken", ist nnzutrestend; sie sind sämtlich in New- Pork geschrieben. Wenn Sie versichern, durch den Ton der Berichte ans diese Vermutung gebracht worden zu sein, so erwidern wir nur. daß es — so unglaublich dies Ihnen erscheinen mag — drüben Journalisten und Nabbiner giebt, die ein gutes und korrektes Deutsch schreiben können- Nichts für ungut! — In einer der letzten Nnmnicrn dieser gesch. Zeitschrift wird ans den in der Verlagsbuchhandlung von I. Kauffmann, Frankfurt a. M-, erschienenen, reichhaltigen Katalog „Musikalische Spnagogen-Bibliothck" freundlichst hingewiesen, der, Werke von Meistern der Tonkunst enthaltend, gewiß eines jeden Freundes synagogalen Gesanges Interesse errege. Allein so löblich und anerkennenswert der auf diesem Gebiete entfaltete Eifer ist, so glaube ich doch, mit der Behauptung nicht irre zu gehen, daß mit nur wenigen Ausnahmen die Gesänge, so schön und erhebend sie auch sein mögen, unbekannt bleiben, ja häufig kaum die Schwelle der Verlagshandlung überschreiten- Und der Grund% Nicht ist es meines Erachtens in der Gleichgiltigkeit der Interessenten jüd- Musik gegenüber zu suchen- Gern würde der Kultnsbeamtc einer kleinen Gemeinde dieser eine neue Piece zu Gehör bringen, müßte cr nicht, um dies zu können — tief inseine Tasche greifen. Er muß sich zu diesem Zwecke gleich ein ganzes — Werk anschaffen, das selten unter 10 Mark zu haben ist. Ganz anders würde jedoch meiner Meinung nach der Absatz sein, wenn sich unsere Komponisten dazu verständen, ihre Gesänge, wiedies bei den weltlichen Gesängen der Fall ist, einzeln herauszugeben. Der Kultusbeamte würde dadurch in die angcnhme Lage kommen, seiner Gemeinde öfter Neues bieten zu können, das Interesse der Gemeinde am Gottesdienste würde gehoben und der Eifer unserer Tonkünstler wäre belohnt — nicht nur pekuniär, sondern auch ideell indem ihre Gesänge Verbreitung fänden. Einzeln ist ja das hie und da geschehen, und wäre es daher im Interesse aller zu wünschen, wen n dies allgemein geschähe. G- Lev i-Eolberg. Die Annahme Clemenceau's, (Nr. 31es müßten russische Inden tartarischcr Abstammung sein, findet ihre Bestätigung durch die Geschichte Im südrnssischen Reich der Ehazaren, eines alten Volkes vom uralischsinnischcn Stamm, das vom 7. bis in's 10. Jahrhundert hinein sich vom Ural bis südlich znm schwarzen Meer und westlich bis zu den Karpathen ausdehnte, waren alle Konfessionen geduldet. Inden, Christen, Moslemin und Anhänger des mittelasiatischen Naturkullus lebten friedlich nebeneinander. Die Herrscher-Familie und die Große» des Volkes bekannten sich ursprünglich zum Islam, traten aber, und mit ihnen ein großer Theil des Volkes, znm Judcnthnm über, nach der später noch herrschender gewordenen Staats-Maxime: Cujus regio ejus religio. (Vgl. Frähn: Excerpta de Chasaris 1821), derselbe „Jbn Foszlan" (das- 1823.) Z. wseheii- Lspt. 1895. Tischri. 565.;. | HaUnbtv. Sreitag . . . 27 0 Sonnabend . . 28 10 CV> (S. Ausg. 0,20). Sonntag . . . 29 11 Montag . . . 30 12; Dienstag . . . 1 13 1 Mittwoch . . 2 14 Donnerstag . . 3 15 Treitaa . . . 4 16 j Gaben für die Untcrstützungskassc des Vereins israelitischer Lehrer Westfalens und der Rhcinprovinz seit Juni a. c. Shnagogen-Gemeindc Minden 15 Pik-; Daniel Selig Dortmimdcr Jahrzeitstiftnng 200 Mk., Legat des sel. Hrn. Löwenstein in Liibbcck 30n Mk., Lehrer Tnblon-Tülmen a. e. Hochz. ge. 20 Mk., Lehrer Weinberg-Wickcrath gcs. 8,50 Pik., Spnagogengemeinde Bon»,-'" Nlk-, Hanptlehrer Gras-Essen f. 10 Exempl. einer Schrift 'des Hrn. Treu 10 Mk., Lehrer Goldschmidt-Brakel gcs. 5 Mk-, Lehrer WeinlE