Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 37 (13.9.1895)
- Date
- 1895-09-13
- Page
- Seite 598 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 598. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 37. und schwerfällige Definitionen und schlägt einen freien, mehr Vortragenden, denn streng dozierenden Ton an. Die meisten Schulbücher sind nicht imstande, das Interesse für ihren Gegenstand auch über die Schulzeit hinaus zu fesseln, das Feilchenfeld'sche hingegen darf gerade Erwachsenen ein willkommener Führer durch das hehre Gebäude der jüdischen Religion sein. Leicht faßlich und belehrend geschrieben, wäre die Anschaffung des Buches jedem jüdischen Hause zu empfehlen. Was dein Werke einen besonderen Reiz verleiht, das ist die glühende Begeisterung, die innige Liebe zum Bäterglauben, von dem es in allen seinen Teilen durchweht wird. Es tritt uns weniger mit den Waffen philosophischer Abstraktion gegenüber, sondern sucht uns durch Einwirken aus unser religiöses Gefühl für das Judentum zu erwärmen und zu entstammen. Diese beiden Vorzüge freierer Behandung und begeisterter Liebe, die in der Darstellung zum Ausdruck kommt, werden dem Feilchenfeld'schen Lehrbuch unsere Häuser und überhaupt einen weiteren Wirkungskreis erschließen. Auf Einzelheiten soll hier nicht weiter eingegangen werden. Jedoch sei aus einige Inkorrektheiten im Ausdruck, wie z. B. tiefsinniges (vermutlich ein Druckfehler und soll „tiefinnigeres Gefühl" heißen. Red.) Gefühl hingewiesen, Inkorrektheiten, die bei einer hoffentlich bald zu veranstaltenden Neuauflage einer entsprechenderen Bezeichnung weichen müßten. — In der Verlagshandlung von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. ist ein musikalischer Katalog „Musikalische Spnagogen-Bibliothek" erschienen, der den erfreulichen Beweis führt, daß auch auf diesem Gebiete Meister des Gesäuges uno der Tongestaltung einen löblichen Eifer entfalten. Der Katalog führt etwa 200 Nummern auf. Gewiß eine außerordentlich rührige Thätigkeit, wenn man die kurze Zeit der Tonsetzung bei uns berücksichtigt. — Die Pirke Aboth und ihre Verwertung für den jüdischen Religionsunterricht von Dr. Sinai Schiffer, I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Ein Büchlein, das auf 16 Seiten die Religionslehre in grell orthodoxer Färbung zusammenstellt. Unserer heutigen Jugend die traditionswidrige Deutung als besonders strafwürdig hinzustellen, die den Verlust des Anteils an der künftigen Welt nach sich zieht, das wird doch selbst manchem Orthodoxen, wenn er das Selbstdenken noch nicht ganz verlernt hat, etwas zu viel sein. Um Verlauf, was ist eine traditionswidrige Deutung, möchten wir fragen. War Maimonides, den die Orthodoxen seiner Zeit lästerten und verketzterten, kein traditionswidriger Ausleger? Welche Kriterien bilden die traditionsgemäße und welche die traditionswidrige Deutung? Auch der letzte Vers des kurzen Büchleins, daß Gottesverehrung der erhabene Zweck der Weltschöpfung sei, ist wohl etwas heikel, wenn manF unter Gottesverehrung, wie gewöhnlich. Gebet und Andacht versteht. Diese naive Auffassung zeigt uns Gott doch wohl als ein auf seine Größe allzusehr eingebildetes Wesen. Wen diese Bedenken nicht stören, kann die Zusammenstellung der Religionssprüche für den tlnterricht allenfalls gebrauchen. — Drei Erzählungen von Benedict Hause, I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Der schaffensfrohe 80jührige Greis entfaltet eine bewunderswerte Rührigkeit, den Idealen seiner Jugend litterartschen Ausdruck zu geben. Durch warmen Ton und frische Entwickelung sucht er unsere Zeit für die altväterliche Einfachheit und Sittenstrenge, für altjüdisch Tugend und Genügsamkeit zu begeistern. Möge dieses Hohe Wollen fruchtreichen Erfolg zeitigen. Bernhard T r a u b e n b e r g. Kriktiitti) stageklilik». Herrn A., Pr. P. Die Aufnahme Ihrer Kritik könnte uns mißdeutet werden. Herrn N. H.. Breslau. Wir können doch keine Vakanzen machen, uni sie alsdann zu drucken! wseheir- 8ex>t. 1895. Elul. 5655. Uatcntcv. Kreitag . . . 18 24 '■ (Sabb.-Anf. 6,18). Sonnabend . . 14 25! I1?’! C’3SJ (S. AnSg. 7,8). Sonntag. . . 15 20 Montag . . . 10 27 | Sienstag . . . 17 28 ' Mittwoch . . 18 29 Donnerstag . . 19 1 5 Rösch haschanah 5050. )reitaq . . . 20 2 1 Möbel-Fabrik llüssmann & Bloch, Kttlin SW., Inichlkinnstr. >112, am Dönhoffsplatz. Reichste Auswahl von Holz- und Polster-Möbeln. Komplete Wohnungs-Einrichtungen in jeder Styl- und Holzart von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung. Fabrikpreise. Koulanteste Zahlungsbedingungen. Harmoniums im Preise von Mir. 200—Wk. 0000. Paul Koeppen Berlin, Friedrrchstraße 295 (Ehamisso-HauS). Milcht Gkmmdt. «Gottesdienst. Freitag, den 18. September in allen Synagogen, Abends 00- Uhr. Sonnabend, den 1-1. September in der alten Synagoge Morgens 8V2 Uhr, in den übrigen Synag. Morgens 9 Uhr. Abendgottesdienst 7 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen : in allen Synag. Morg- 61/« u. Abends 6 Uhr- 10 neue Predigten zu den Tifchri- Festen aus Rahmeris „Schul- und Predigt-Magazin" (1895) versende! franco gegen Einsendung v. M. 2,— die Expedition in Magdeburg « M. Poppelauer's Bnchhdlg., Berlin. IWF“ Per 1., evcntl. 15. Oft. ist die Stelle eines Elementarlehrers und Kantors zu besetzen. Anfangsgeh. b. vollst. fr St. o. Nb. Rk. d. Gew. Padberg i.W- Synag.-Borst