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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-08-23 · 34 (23.8.1895) · p. Seite 550

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
34 (23.8.1895)
Date
1895-08-23
Page
Seite 550 (sequence 14)
Language
German
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Seite 550. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 34. gründeten „Antisemitischen Volkspartei" in Firma Ahlwardt- Böckel hat sich jetzt ein „Antisemitischer Freiheitsverein" abgesplittert, der mit der Führung der Volkspartei nicht einverstanden und namentlich auf Ahlwardt wegen seiner geschäftlichen Manipulationen schlecht zu sprechen ist. — Sic transit . . . * Eine famose Redebliite leistete sich Herr Ahlwnrdt auf seiner jüngsten Agitationstour. „Der Liberalismus," ließ sich der Wackere vernehmen, „liebäugelt mit dem Judentum, wie Romeo mit seiner Desdemona!" — Die „Rede" AhlwardtS kann infolge dieser Wendung eine hervorragende litterarische Bedeutung erlangen, indem der alte Streit, ob Shakespeare oder Bacon Verfasser der unter dem Namen des ersteren erschienenen Werke sei, hierdurch entschieden werden kann. Man öffne die Gräber der beiden großen Engländer; der Verfasser von „Romeo und Julia" muß sich nach jenem Ahlwardt-Abend unbedingt im Grabe mngedreht haben. * Den Antisemiten ins Stammbuch. Am 5. August wurde die Enthüllung des, von der jüdischen Gemeinde Gailingen für ihre Helden von 1870/71 errichteten Denkmals in feierlichster Weise begangen. Rach 2 Uhr fand die Uebergabe durch den Bürgermeister statt; Ludwig Rothschild, Präsident des Kriegervereins, dankte herzlich im Namen seiner Kameraden. Die eigentliche Festrede hielt Dr. Heilbronn, prak. Arzt. Das Denkmal, das auf dem Synagogeuhofe errichtet wurde, ist nicht nur eine Zierde für den Ort,' sondern auch ein Beweis für das friedliche Zusammenleben von Juden und Katholiken, was auch Wilhelm Moos in seiner Rede speziell erörterte. Die Tafel enthält die Namen von 34 Kriegern aus Gailingeu, und zwar von 17 Juden und 17 Katholiken. * Jubelfeier. Am Sonntag, den 1. September, wird die 50jährige Jubelfeier der Einweihung der im Jahre 1845 vollendeten Erbauung der Synagoge in 'NordHausen festlich begangen. , Die Eröffnungsfeier fand im Jahre 1845 in folgender Weise statt. Am Freitag, den 12. September, wurde durch den damaligen Prediger Cohn im Beisein der ganzen Gemeinde und in Gegenwart der cingeladenen städtischen und Staatsbeainten die Weiherede gehalten. Am Sonnabend, den 13. September, hielt die Festrede der Braunschweigische Landesrabbiner Prof. Tr. L. Herzfeld. Im Jahre 1887 mußten wesentliche bauliche Veränderungen vorgenommen werden, womit auch eine Vergrößerung der Synagoge verbunden wurde. Die Einweihung der renovierten Synagoge fand am 18. August 1888 statt. Als Prediger und Rabbiner waren nach Abgang des oben erwähnten Cohn später Dr. Rosenfeld von 1852—1855, Anerbach von 1856—75, Dr. Leimdörfer von 18/5—83, Dr. Gelbhans von 1883—89 und seit jener Zeit Dr. Schönberger thätig. * Schlechter Geschäftsgang. Der jüngst erschienene Bericht der „Londoner Gesellschaft zur Verbreitung des Christentums unter den Juden" besagt, daß die Gesellschaft innerhalb der letzten 20 Jahre 153 meistens aus Polen stammende Juden zum Ehristentume bekehrt hatte und seit ihrem Bestehen die Kleinigkeit von drei Millionen dreihundertsünszigtausend Sterling oder Vierundachtzig Millionen Franks — ausgegeben hat, das macht also nahezu eine Million Franks per Jahr. Wohlverstanden, diesen enormen Betrag hat nur eine der zahlreichen Missionsgesellschaften ausgegeben, um aus schlechten Juden schlechtere Christen zu machen, und das in einer Stadt, wo jährlich Hunderttausende fast Hungers sterben, denn von dem gräßlichen Elend, das in den ärmeren Stadtvierteln Londons herrscht, macht selbst der Londoner sich keinen Begriff, weil er sich fürchtet, den Fuß hineinzusetzen. Kier: und öo/vt. — Personalien. Professor In lins Hirschberg ist 311111 Geheimen Medizinalrat ernannt worden. Derselbe ist seit 25 Jahren Dozent für Augenheilkunde an der Universität Berlin. Seit ebenso langer Zeit unterhält er, ein Schüler Albrecht von Gräfe's, hier eine stark besuchte Augenheilanstalt. — Die „Smithonian - Institution" in Washington, eines der berühmtesten wissenschaftlichen Institute, hat drei Berliner Israeliten ausgezeichnet: Dr. Franz Oppenheimer, Jesse Lewy u- Marcus, u. zwdie beiden ersteren durch die bronzene^ Medaille und den letzteren durch eine ehrenvolle Erwähnung. — Versetzt: Hr. Menke von Massow nach Schönsee, — Hr- Lewin von Pudewitz nach Filehne, — Hr. G 0 ldkraut von Grabow nach Sandberg.—In Frankreich wurden zu Kavalieren der Ehrenlegion ernannt: M. Lion, Rat am Appellgericht zu Aix, Alfred Läman, Ehef des 52. Bataillons der Territorial-Armec, N- Alkan, Professor am Konservatorium der 'Musik. — Die militärische Medaille haben erhalten: I. A. Heymann, Adjutant im I. Fremden-Regiment, der 11 Tienstjahre und 11 schlachten mitgemacht hat. und M. Moog, Adjutant im 4. Afrikanischen Regiment, der 13. Dienstjahrc und 10 Schlachten aufzuweisen hat. '— Die 25 jährige Wiederkehr der Einweihung der Synagoge in Hannover soll festlich begangen werden. Das erwählte Festkomitü teilt den Gemeindemitgliedern mit, das; am Sonnabend, den 7. Septeniber eine Festfeier in der Synagoge und am darauffolgenden Sonntag ein Festbanquet für die männlichen Gemcindemitglieder ftattfindeu werde. Krikfnnd Itngdinlkii. Hrn- H., N., hier. Sie haben es nicht erraten. Durch das Nachdrucksvcrbot wollen wir uns lediglich gegen die Wiedergabe bestimmter Aufsätze, die nach Innen wirken sollen, in gegnerisclien Blättern schützen. Hrn. M. G., hier. Jawohl. .,Malkiel",^hier. Uns gegenüber dürfen Sie Ihren Namen nicht verschweigen; Sie können dies getrost 0)1111, das Redaktionsgcheimnis wird unter keinen Umständen preisgegeben. 10. Frage. Ich wäre sehr dankbar, wenn ich in Brief- und Fragekasten dieser gesch. Zeitung genau erführe, wie viel 1 Talent, 1 Mine und 1 Scheckel nach unserem heurigen Gclde betragen. Sondheimer giebt an: ’/a Scheckel—1,30 M., desgleichen Auerbach, (Schulnnd Hausbibel 1. 281) eine 'Mine—100 Scheckel, über Talente fehlen die Angaben. In einem von einem Nichtjnden verfaßten Handwörterbuch ist zwar zu lesen: > Talent—3000 Scheekel, in demselben Buche wird aber eine Mine mit nur 50 Scheckel geivertet. M. A. in H. W^° Nach Schluß der Redaktion erfahren wir, daß die Delegierten des zu begründenden D.-J.-L.-B. auf den 7. n. 8. Qktober einbernfen werden. rvseheir- AugU8t 1895. Elul. 5655. Krcitag . . . 23 3 (Sabb.-Anf. 7,09) Sonnabend . . 24 4 □’EEicr (S.Ausg. i,54). sReumondweihe. Sonntag . . . 2» 0 Montag . . . 26 6 Sicrfftag . . . 27 7 ) Mittwoch . . 28 8 | Rosch Ehodelch Elnl. Sonncrllag . . 29 9 > Zreitag . . . 30 10

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