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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-08-16 · 33 (16.8.1895) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
33 (16.8.1895)
Date
1895-08-16
Page
Seite 534 (sequence 14)
Language
German
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Seite 534 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 33. strebt selbst nach Heiligkeit, der liebt die Tugend, Recht und Gerechtigreit, der achtet und liebt seine Mitmenschen. Ktralill. und orientalischen Israeliten werden. Außer dem „Buch der Bücher" fehlen uns ja im Hebräischen — „Bücher für Kinder". Mögen sich die deutschen Leser durch diese Zeilen zur Lektüre des Buches angeregt fühlen! * Von Januar bis Dezember. Aus Natur und Menschenleben. Ein Buch für Kinder, von Freifrau Lionel v. Rothschild. Frankfurt a. M. 1895. I. Kaufnrann. Es ist kein neues Buch, das wir hier der deutschen Lesewelt anzeigen; es ist schon 1873 in englischer Sprache erschienen und liegt nun zum ersten Male in deutscher Uebersetzung vor: aber es ist ein gutes Buch, und in unserer Zeit, wo das Beste an den Büchern gewöhnlich deren Neuheit ist, gereicht es einem Buch doppelt zum Lobe, gut zu sein, obgleich es nicht'neu ist. Ein „Buch für Kinder" muß aber auch stets diese Forderung erfüllen, daß es über den Reiz der Neuheit hinaus seinen Wert behalte. Wir Erwachsenen lesen ein Buch einmal und greifen dann zu einem andern. Anders das Kind. Das Buch, das ihm gefallen hat, nimmt es immer wieder und immer wieder zur Hand. Je vertrauter es mit den Gestalten einer Erzählung wird, desto mehr wird es erfreut, noch einmal sich in Freud und Leid seiner Lieblinge hineinzuversetzen. Mair könnte darum wohl mit einer gewissen Berechtigung die paradoxe Behauptung aufstellen: Ein Buch für Kinder muß wert sein, in eine andere Sprache übersetzt zu werden, oder es ist kein Buch für Kinder. Für diese Behauptung spräche auch der Umstand, daß der Geist der Kindheit international ist, da die Kinder noch an der Schwelle des Lebens stehen, und das Leben erst die mannigfachen Verschiedenheiten in die Humanität hineinbildet, wie ja auch, nach einer Bemerkung, die schon Jean Paul in seiner Lewana mit pädagogischer Tendenz macht, „die Kinder der Samojeden schön und nur die Eltern häßlich" sind. — Vorliegendes Buch ist nun im besten Sinne des Wortes, ein „Buch für Kinder". Es ist eine wertvolle Bereicherung der Jugendlitteratur. Es ist ein Aussiuß liebevoller Hingebung eines reichen Gemüts an die Natur, ohne kalte Spekulation und ohne Schwärmerei, sowie die sinnige Behandlung solcher Seiten des Menschenlebens, die dein Kinde kein Buch mit sieben Siegeln sind. Merkwürdig bleibt es ja, daß eine Freifrau von Rothschild, die auf den Höhen des Lebens wandelt, in den lieblichen Thälern des kindlichen Herzens so heimisch bleiben konnte. Einen nicht geringen Beitrag zu dieser Fähigkeit dürste der hohen Dame ihre echt religiöse Erziehung geleistet haben, sowie ihre aus vielen Seiten des Buches hervortretende Vertrautheit mit der heiligen Schrift zu erkennen ist. —- Das vorligende Buch wird sich gewiß in der deutschen Kinderwelt einbürgern, und vielleicht wird die deutsche Uebersetzung noch die Uebersetzung in andere Sprachen veranlassen. — Ganz besonders könnte eine Uebersetzung ins Hebräische von großem Nutzen sein. Es giebt noch ungeheure Striche, wo das hebräische die Litteratur-Sprache der Israeliten bildet, im europäischeil Rußland wie im Orient. Den Israeliten dieser Länder fehlt ganz besonders, was die Vorzüge dieses Buches sind: einfache Raturauschauuug und der Sinn für das allgemein Ethisch-Acenschliche, das Element des Pädagogischen — lind selbst nur als Lektüre der Lehrer und Eltern könnte dies Buch ein Segen für die Kinderwelt der russischen Kriesuni) singekulieii. Hrn. N. L., Zachau. Wir konstatieren gern, daß Ihr verewigter Schwiegervater, Hr. R- A- Neu mann, die erforderlichen rab'binischen Qualifikationen besessen- Hrn. I. R., Neuwied. Sie können unmöglich die Notiz für die Oeffentlichkeit bestimmt haben. Hrn. S. B., Adelebsen. Wären Ihnen Personen und Dinge so bekannt wie uns, würden Sie hinter die Kulissen gesehen haben, wie wir. Sie würden noch mehr empört gewesen sein, und dann sogar mit Neckt. Nur die leidige Furcht vor einem Chillul haschem hindert uns, die unerhörte Charlanterie in allen Einzelheiten zu beleuchten. Quittung: Für den notleidenden Kultnsbeamten haben wir Mk. 2,05 von Hrn. F Goldstein, hier, erhalten. Erped- August 1895. Aw. 5655. üitlcitfccv. Ilreitag . . . 10 26 (Sabb.-Ans. 7,26) Sonnabend . . 17 27 HKI (S.Ausg. 8,11). Sonntag . . . 18 28 sNeumondweihc.s Montag . . . 19 29 pienstag . . . 20 30 | Mittwoch . . 21 1 Rosch Chodesch Elnl. ponncrllag . . 22 2 1 5-reitaq . . . 23 3 Gottesdienst. Jüdische Gemeinde Freitag, den 16. August iu allen Synagogen, Abends 70'2 Uhr. Sonnabend, den 17. August in der alten Synagoge Morgens 8'/» Uhr, in den übrigen Synag. Morgens 9 Uhr. Predigten: Vorm, 9'/2 Uhr: Alte Synag. Hr. Nabb. Tr. Weisse, Vorm-10 Uhr Kaiser st r. - Synag. Hr. Nabb. Dr. Rosenzweig. AbendgotteSdienst 8 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen : in allen Synag. Morg. 6V2 u. Abends 6V2 Uhr. Für die Lippmann - Thauß- Synagoge in Berlin wird ein Kantor bat korea, bal tok6a"(Religionslehrer) per 1. Sept. er. verlangt. Berliner bevorzugt. Meldungen beim Vorsitzenden M. Rheinhardt, Berlin, Grüner Weg 111. Sämtliche fünf predigt Helle mn llulibinee Dr. l:u>>»-Iiiu>u>u!linu. Preis 3 Mark. f'Ä Einen Lehrling suche für meine Buchdruckerei als Schriftsetzer. Bedingungen mäßig. Eintritt 15. Qkt. od. 1. Novbr. d. I. Derselbe muß von ordeutl. Herkommen sein. Brilon, (Westfalen). Moritz Friedländer. ▲▲▲▲▲▲▲▲▲▲ mit: N12T Gratulationskarten, 100 Postkarten 0,60, 100 Grtl. m. 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