Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 30 (26.7.1895)
- Date
- 1895-07-26
- Page
- Seite 486 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 486 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 30. — In 53 amberg hat am 15. und 16. d. M. die 3. freie Konferenz der bayer. Rabbiner stattgefunden, deren Beratungen sich auf allgemein religiöse Angelegenheiten föwie ans Fragen des Religionsunterrichts und der Wissenschaft des Judentums erstreckten. Im Anschluß an die Konferenz der Rabbiner tagte am Nachmittag des 15. Juli der Ausschuß des Landesvereins zur Unterstützung notleidender israel. KnltnSgemeinden in Bagern, welcher die Rabbiner und eine größere Anzahl von Vertretern der Kultusgemeinden Bayerns in sich vereinigt. Aus ein an den Prinzregenten gesandtes HuldigunStelegramm lief folgende Antwort ein: Seine kgl. Hoheit der Prinz-Regent hat die loyale Kundgebung der in Bamberg tagenden Konferenz der bayrischer Rabbiner gern entgcgengenommen und lassen allen Teilnehmern allerhöchst ihren huldvollen Dank entbieten. Im allerhöchsten Anstrage Frhr.-von Zoller, Generalmajor, Generaladjntant! *St. Aus Amerika An die Mitglieder des Zentralvereins der Amerikanischen Rabbiner wurde folgendes Zirkularschreiben gesandt: Die jährliche Versammlung des Zentralvereins der Amerikanischen Rabbiner wird in Rochefter, N. 5)., stattfinden. Die Versammlung wird am Mittwoch Abend, den IO. Juli, iiw Tempel Berith Kodesch eröffnet. Die Sitzungen werden bis zum Ende der Woche dauern. Es wird erwartet, daß die verschiedenen Kommiteen, die beauftragt wurden, ein „Handbuch für den Religionsunterricht," einen „Plan für den Religionsunterricht,", ein „Handbuch für den Rabbiner" und ein „Hymnenbuch" ansznarbeiten, Bericht erstatten werden. Folgende schriftliche Abhandlungen werden vorgelegt werden: „Bedeutung und Tendenz der Resormbewegnng in dem Amerikanischen Judentum" von Dr. E. G. Hirsch. „Versuch einer Bibliographie des Amerikanischen Judentums" von Dr. David Philipson. „Missionsbeftrebungen im Judentum" von Rabbiner I. S. Moses. „Die Gesetzesrolle" von Dr. G. Deutsch. — iSiehe den besond. Art.) Kierr und öorit. —- Personalien: Zn Ehren des Sennnarlchrcrs Hrn. Schwarzschild in Eöln, der demnächst das 25 jährige Dienstjubilänm feiern wird, soll am 15. Anglist eine Festlichkeit stattsinden. Die Kollegen des Jubilars, HHr. Goldichmidt und Gut erteilen aut Wunsch nähere Auskunft. -- Zum t. Kantor in Beuthcn ist der bisherige Opern - s äug er Hr. De Beer (von wotz) gewählt worden. Diese Gemeinde hat nunmehr den dritten Bühuensänger zum Gottessänger gemacht! — Versevt: Hr. Nnßbanm von Bingen nach Wiesbaden, — Hr. Sommerfeld von Ritschenwalde nach Liegnitz. —Zinn 1- Kantor der orthodoxen Gemeinde Adaß Jisroel in Berlin ist..Hr- S. Tnbowskv aus Taruowitz gewählt worden. Am vorletzten Sonntag wurde auf dem Friedhofe zu Weißensee bei Berlin Herr R- A. N e u m a n u zur letzten Ruhe gebettet. Der Verstorbene gehörte früher dem Religionslehrerstande an und zählte zu den Kenntnisreichsten seiner Berufsgcnossen. Neben einem ausgedehnten Wissen in den profanen Fächern, verfügte der Heimgegangene über eine staunenswerte Belesenheit in der talmudischen und midraschischen Litteratnr. Er erreichte ein Alter von fast 7t, Jahren und war bis zur letzten Stunde seines Lebens regen Geistes und von jener ungetrübten Gemütsverfassung, die ein durch Wissen geklärter Glaube gewährt. Au der von einer grollen Zahl Leidtragender umgebenen Bahre hielt Herr Rabb. Tr. Stier dem Entschlafenen einen geist- und gemütvollen Nachruf. „Süll ist der Schlaf des Arbeiters". — Eine ehrenvolle Auszeichnung, ehrenvoll für alle Beteiligten, wurde am Sabbat Ebukkath dem Lehrer und Kantor Herrn Bähr- Tilsit, der nach kurzer Wirksamkeit aus der dortigen jüd. Gemeinde am t. Juli schied, um, einem Ruse der Gemeinde Birnbaum folgend, dortselbst die Prediger- und Lehrerstelle zu übernehmen. Von der. ttauzel herab brachte Herr Rabbiner Dr. Ehrlich dem scheidenden Lehrer die Anerkennung und de»' Dank der Gemeinde zum Ausdruck.' Er sagte ungefähr folgendes: Auf der gebahnten Straße u'ollcii wir hinanfziehen". Verbinden wir damit noch einen Wunsch, den wir dem Scheidenden mit auf den Weg geben. Es hat ihm nst. * recht glücken wollen, hier festen Fuß zu fassen, und er sieht sich veranlaßt, den Wanderstab zu ergreifen. Treu und redlich nach bestem Können und mit entsprechendem Erfolge hat er der Gemeinde gedient, so lang er unter uns weilte, und redlich hat er sich unseren Tank verdient. Auf der gebahnten Straße zog er stets in seinem Amte: auf der Bahn des Rechts und der Gewissenhaftigkeit. Möge denn die Balm, welche sich nun vor ihm aufthut, geebnet sein, auf daß er sic leicht und glücklich durchziehe, vorwärts schreitend das Ziel erreiche, das für ihn aufwärts liegt. Ten Segen den ich über die Gemeinde ausspreche gelte auch ihm: „Jewarechechax." ge. — Tie schlesischen Antisemiten hatten kürzlich bei einem Sonnnervergnügeu in Sibyllcnort Telegramme an den Kaiser und den König von Sachsen (Schlesier an den König von Sachsen!) gesandt. Von letzterem ist eine Antwort eingegangen, vom Ka iser nicht. — Hatten die Herren eine Antwort erwartet? — In Adelnau, woselbst die jüdischen Schüler die evangelische Schule besuchen, beabsichtigt die jüdische Gemeinde, eine eigene jüdische Volksschule mit öffentlichem Ebarakter zu errichten. Die Schülerzahl beläuft sich auf 45. — Dem einzigen in Anhalt praktizierenden jüdischen Rechtsanwalt ist die erbetene Ernennung zum Notar verweigert und hierbei eröffnet worden, daß die abschlägliche Bescheidung allein wegen der Konfession des Petenten erfolge, und daß eine Aenderung des einmal vom Herzogs. Staatsininisterium eingenommenen Standpunktes nicht zu erwarte» sei- — Säwn ist das nicht, aber ehrlich! — Am 18. Juli starb in Karlsruhe 82 Jahre alt, Herr Benjamin Willstätter, Großherzoglicher Oberrat a. T., Inhaber des Kommandeur-Kreuzes LL, Klasse des Ordens vom Zährinaer Löwen. — Ein Hr. Martin in W ü r z b n r g zeigt in politischen Blätter» Koschere" — Kochherde ’c. an. Läßt sich da der Paragraph von« groben Unfug nicht in Anwendung bringend — Unter lebhafter Teilnahme von Kauflustigen tvurde neulich in Luxemburg die bisherige Synagoge versteigert. Den Zuschlag als Meistbietender erhielt mit 20 000 Frs. die Kongregation der „Nonnen unserer lieben Iran". — Tic Iren. Ztg. überschreibt diese Notiz: „Einc^ Freude für alle Antisemiten". Diese Logik ist nicht zutreffend. Die Juden in Luxemburg haben die alte Synagoge verkauft, weil sie ein neues Gotteshaus cRant haben, wobei sie vom Staate subventioniert worden sind — das ist keine Freude für die Antisemiten, denn es zeigt, daß cs mit der Gleichberechtigung der Jude» ernst genommen wird — in Luxemburg. llricl- und fragcknllni. Hrn. I. F., Dettcnscc. Wir können uns über die Frage öffentlich nicht gut äußern, jedoch scheint in dem Urteil Ihres schwäbischen Freundes einiges Uebelwollen zu liegen. Hrn. M. I., Kngsberg. Das Erscheinen der homil. Beilage ist s. Z. bis auf weiteres »stiert worden, sie wird aber in nicht allzulanger Zeit zu neuem, besserem Lebe» wieder erwachen. Hrn- I. F., Gerdauen. Exempl. aus dem Jahre 1804 sind nicht mehr vorrätig. Hru. H. O., Frankfurt u. a. Wir lverden nuserm neuen Freunde in Krähwinkel Ihre Grüße und Wünsche übermitteln. Lassen Sic ilm doch erst die Einsegnung des Schammesiohncs, für deren würdige Vorbereitung ihm „nur" noch 5 Monate zur Verfügung stehen, überwinden rVseheir- Juli 1805. Aw. 5055. Arcitaa . . . : 20 f) 1 (Sabb.-Anf. 8,11) Sonnabend . . j 27 0 (S.Ansg. 8,50>. Sonntag . . . 28 7! Montag . . . 20 8!; i Dienstag . . . 80 0 Tisclfii.l/Aw Mittwoch . . 81 10 Donnerstag . .! 1 11 i 5-reilaa . . . >! 2 12 *