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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-07-05 · 27 (5.7.1895) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
27 (5.7.1895)
Date
1895-07-05
Page
Seite 438 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 27. e f « rutt. Seite 48«. M" Siechenhanses wird uns von anderer Seite geschrieben: Ernst und würdig war diese Feier, die nur innerhalb eines kleinen .Streifes erfolgen konnte, weil der für dieselbe verfügbare Nauru Beschränkung gebot. In seierlichern Zuge begaben sich knrz nach 11 llhr. die Anwesenden, unter denen sich der Stifter, Herr Moritz Rohr aus Berlin, dessen Gattin und nächste Verwandten befanden, vor die verschlossene Thür der zum kranken- und Siechenhause gehörigen Synagoge. Herr Schönlank, der Vorsitzende des (Gemeinde-Vorstandes, überreichte mit kurzer Ansprache Herrn Moritz Rohr den Schlüssel. Tiefbewegt erwiderte Herr Rohr, und betrat als erster das Gotteshaus. Tie Feier begann hieraus mit einem Gebet und einer Ansprache des Herrn Schönlank, und die Einiveihung der Synagoge mit dem Anzünden der ewigen Lampe durch Herrn Moritz Rohr und der Einhebung der Thorahrollcn. Sodann betrat der Gemeinderabbiner Tr. Feilchens e ld die Kanzel und hielt die Weihepredigt. Er pries das geschaffene Werk und den, der es geschaffen, der leidenden Menschheit zum Segen, seinen Eltern zum Gedächtnisse, sich selbst zum unvergänglichen Ruhme. Rach der Rezitation eines Psalmes gedachte der Rabbiner der Brüdergemeinde Herr Tr. Bloch der Segnungen, welche die Anstalt zu erfüllen berufen sei und schloß seine Ansprache mit einem Gebete für den Kaiser und das kaiserliche Haus. Gesang.und ein Gedächtnisgebet für die Eltern des edlen Stifters, deren Ramen die Anstalt für alle Zeiten trägt, beschlossen die Feier. r n. Kierr rtnö öorf. — P ersonalie u. Rabbiner Tr. Earlebach in Lübeck feiert am 6. Juli das 25jährige Amtsjubiläum. — Versetzt: Herr I. Bä hr von Tilsit nach Birnbaum, — Hr. S. E o hn von Woldenberg nach Liegnitz, — Herr I. K antbal von Bevern nach Baumbach. — Ter Vorstand der jüdischen Schulgemeinde zu Ostrowo hat vor einiger Zeit bei der Regierung zu Posen die Umwandlung der dreiklassigen jüdischen Volksschule in eine zweiklassige angeregt, weil die Schülerzahl, die sich jetzt aus knapp 100 beziffert, in den letzten Jahren erheblich abgenommen hat. Die königliche Regierung nimmt aber zu diesem Anträge eine ablehnende Haltung ein, weil die Gemeinde 40 Prozent der Einkommensteuer als Schulabgabe zahlt, somit leistungsfähig ist, und die dortige (Kymnastal-Vorschule sowie eine private Spielschule, welche eine größere Anzahl jüdischer schulpflichtiger Kinder gegenwärtig beherbergen, in nicht nllzuserner Zeit eingehen dürfen und dann eine Mehrbevölkerung der jüdischen Volsschnle sicher ist. — In Bad en ist ein von säst sämtlichen Rabbinern und Synodalmitgliedern Unterzeichneter Ausruf zur Errichtung eines' israelitischen Landesasyls verbreitet worden, Rücküußerungen über die Ausnahme des Ausrufs und darüber, ob die Synagogeurüte geneigt sind, Delegierte zu einer inj Spätsommer nach Karlsruhe oder Baden zu bernsenden Lnndversammlung zu entsenden, wolle man an die Bezirkssynagoge Freiburg richten. — Ter Anwalt des verstorbenen Barons Königs - w arter, der verfügte, daß beim Uebertritt von Tescendenten zu einem anderen Glauben eine Million zu wohllhütigen Zwecken gewidmet werden muß, verständigte 10 meist israelitische Vereine, daß eine Summe von 000,000 fl. wegen der Taufe des Enkels fällig fei. Die Kommune Wien erhält 400,000 fl. zur Errichtung eines Hospitals für Arbeiterkinder. — Tie jüdische Gemeinde zn Sunna in Pemen läßt jetzt in Wien das Gebetbuch der Juden Südarabiens (r.-pc p’ -r) in zweitausend Exemplaren drucken. Ta es nun in Europa gewiß viele Rabbiner, Orientalisten und öffentliche Bihliotheken giebt, die gerne ein Exemplar von diesem hö hst interessanten Gebetbuche besitzen möchten, so werden diese hiermit aus dieses hebräisch-litterarische Ereignis aufmerksam gemacht. — Viel ärger als in Maroeco ist die Lage der Juden in Persien, weder ihr Vermögen noch ihr Leben ist irgendwie sicher, da sie völlig rechtlos find. In der Stadt Sinab find 8000 jüdische Einwohner, welchen jede gewerbliche Thätigkeit streng verwehrt ist. Sie sind so verarmt, daß es ihnen absolut unmöglich ist, eine Synagoge in noch so primitiver Form zu bauen, in der sie ihren religiösen Bedürs» nisten genügen könnten. Von allen jüdischen Kindern haben nur <10 Unterricht in der Religion ihrer Väter; gleichwohl ist es den eifrigen Bemühungen der christlichen Missionare bisher noch nicht gelungen, jüdische Kinder in ihre Schulen zu locken. Um einen Begriff von den Rechten zu bekommen, die ein Jude hat, ist zu melden, dast vor kurzem in der Stadt Biruün fünf Juden ermordet wurden. Obwohl man die Mörder kannte, regte sich kein Finger zu ihrer Bestrafung und den Juden blieb nichts übrig, als zu versuchen, sich direkt an den Schah selbst zu wenden, was jenen auch gelang. Ter Schah verurteilte nunmehr die^ Mörder, an seine Kasse für jeden ermordeten Inden je 40 Tunn (etwa 10 Psnnd Sterling!) zu zahlen. Das ist also der Preis für die Ermordung eines Juden. Bis jetzt hat man noch nicht gehört, daß die Klagen der persischen Juden ähnliche Berücksichtigung bei den europäischen Mächten gesunden hätten, wie die viel weniger begründeten der christlichen' Armenier. Kriesimii frngcltufkn. Tie it«cf) ft c Nummer (2S) unsres Blattes wird an linste geehrten auswärtigen E x p e d i t i o n s - Abonnenten unter N a d, - n a ti nt c gesandt. Wir bitten die Sendung anznnehmen. Tie Expedition. In den Berichten über die 40. Istnesversa.anlnng des Vereins isr- Eleinentralehrer Westfalens und der Rheinprovinz ist ein Beschluß ausgelassen, den ich gern nachgetrage» batte. Tie Anwesenden sind nämlich dahi-: übereingekommen, fortan keine sog. >"I""t-Karten mebr zu schicken, weder an Lehrer, noch an andere Personen, dafür soll von jedem ein entsprechender Beitrag zn irgend einem guten Werke geleistet werden. -- Es wäre mir sehr lieb, wenn die Red. des Jefdinrnn diesen Beschluß veröffentlichen wollte; einmal würde dadurch bei ollen Bekannten, die na:, langjähr gem Branche eine Karte erwarten, eine rechtzestige Entschuldigung gegeben, und dann fände unser Vergeben vielleicht Nachahinnng. T- Levy-Nenß- — Ter Korrespondent der „Zephira" Herr L. Winz schreibt Uns mit Bezug aus unsre Richtigstellung in der vorigen Rümmer, daß er über die Kollision imVIrand Hotel nach verschiedenen ihm gewordenen Mitteilungen berichtet habe. Von dem Zentralverein habe er nicht gesagt, daß er seine Verhandltingeu in Heimlichkeit hülle, er habe geschrieben, daß der Verein nicht genug die Oeffentlichkeit in Anspruch nehme, — ein Mißverständnis, das bei der unvergleichlichen Biegsamkeit der hebräischen AuSdrncksweise immerhin erklärlich ist. Hrn. A. in (st. Selbstverständlich. In jener Sphäre ist außer dem billigen „Nebbich!" für Arme nichts zn haben.

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