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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-06-21 · 25 (21.6.1895) · p. Seite 406

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
25 (21.6.1895)
Date
1895-06-21
Page
Seite 406 (sequence 18)
Language
German
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Seite 406. JescHurun. Nr. 25. mit solcher Vereinfachung zufrieden? Wozu zwei Tafeln mit Gott und Gottesdienst aus der einen, und Humanität und Herzensweihe aus der andern? Die eine Tafel thut's! Humanität! Das ist, was gefordert und geboten werden soll! Brot für die Hungernden, Kleidung für die Nackten, Arznei für die Kranken und Arbeit für die Müßigen! Das thut not, alles andere ist überflüssig. . . . Ist das nun schon Judentum? Hat die Religion, hat Israels Gang durch die Jahrtausende, hat der Weltgeschichte Dauer, das Rätsel des Menschenlebens, das Sehnen des Menschengeistes wirklich keinen anderen Sinn und Zweck, als die Welt zu einer großen Fütternngs- und Versorgungsanstalt der von Hunger und Schmerz gequälten 'Menschheit zu machen?" Und aus die einstimmige 'Erklärung Israelis unter Jofua hinweisend, daß er seinem Gotte, der ihm Schutz und Schirm mar, dienen wolle, ries der Prediger aus: „Dem Juden im finstern Ghetto war sein Gott sein Alles. Sein Sabbat war ihm Licht in der Rächt, sein Festtag Wonnen im Weh, seine Thora sein Stolz inmitten aller Verachtung, sein Glaube sein Trost und seine Stütze im schwersten Drangsal. Der heutige Jude kann im Vollgenusse der Freiheit und der Bildung und der modernen Kulturschätze mit all' ihrem Komfort des alten Vätergottes entbehren. Ja, er thut sich noch aus seine liberale Gesinnung was zu Gute, wenn er Gotteshaus und Sabbatweihe und all' die frommen Erinnerungen aller Zeiten von sich schleudert . . . Es ist nicht so leicht, Jude sein, wie Ihr glaubtt Mit dem Zeitgeist, mit den Humanitätsforderungen kamt man sich durch Geld und Güte abfinden. Und ich bitte Euch, betrachtet unsere stolze, selbstbewußte Zeit recht. Hat ne nicht mit ihrer Taubheit gegen den Himmelsruf: Ich bin Dein Gott, alle Dämme der Leidenschaft hinwegfluten lassen und was seht Ihr heute auf jedem Geschäftsschild und Gewerbszeichen, auf jedem Tagesblatt und jedem Menschengeficht geschrieben, als das Wort der Hölle: Gieb! Gieb! als die Unruhe nimmersatter Begehrlichkeit? Und weil das erste und das letzte Gebot nicht mehr gelten, drum ist auch die Sabbatruhe und das Familienglück und des Hauses Frieden nicht mehr in Israel vorhanden!" Kier: rrnd> 6orf. — Aut die Revision des Staatsanwaltes hur das Reichsgericht das vom Berliner Gerichtshöfe um 13. März d. I. gefüllte Urteil aufgehoben, soweit durch dusselbe der Reduktenr des Bundschuh, von Mosch, von der Anklage der Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft freigesprochen wurde. — Herr Dr. Ehvdowski in Oels Hut die ihm angetrageue Rubbinerstelle in Prcnßisch-Stargardt abgelehnt. — In Greifenberg in Pommern verschied plötzlich Herr Kontor Privin aus Graudenz. — Landsgerichtsrat Berlin in Nürnberg ist als Oberlandesrichter^iiuch München versetzt worden. Nach der „Franks. Ztg." ist Herr B. Jude und seine Ernennung nach einem früheren Falle wieder das erste Mal, daß ein jüdischer Richter an das Oberlandcsgericht berufen wird. — Am 1. Juli feiert der Senior der Äultusbcamten Ostpreußens, Herr §. Frey er in Marggrabowa sein 50jähriges Amtsjubiläum. — Die Großherz. Hess- Regierung hat die Wahl eines besonderen orthodoxen Rabbiners (neben dem Landesrabbiner) für die orthodoxe Israelitische Religionsgescllschaft und ihre Anhänger in der Provinz Oberhessen bestätigt. Kries- >mi» stugkhaflc». Hrn- S- B. in L. Vielleicht in einer der nächsten Rrn., ein wenig gekürzt, in der Rubrik Für und Wider. - Hrn. H. A. in Frankfurt. Die Fortsetzung über bte „ speis eg eietze" und der Schluß art. über den Reichsverb. in nächster Rr. Hrn. M- H. in Olmütz. Beiträge für den Fragekasten sind uns stets willkommen. Für Fragen und Antworten, die weitere Kreise interessieren, haben wir, trotzdem jede Rr. unseres BO überfüllt ist, immer Platz. . Juni Sivan rvseheir- 1895 5655 Kalcnfccv. Ireilag . . . 21 29 (Sabb.-Anf. 8,44) Sonnabend . . 22 30 mp (S. Ausg. 9,29). sSabb. Sonntag ... Montag . . . 23 24 1 •) Roich-Chodesch Tammus.l 2. Tag R.-CH.Tammus. Dienstag . . . 25 3 Mittwoch . . 26 4 Donnerstag . . 27 5 Treitaa . . . 28 6 s 9 C 3 9 Central-Markthalle, Stand 138. =: Eröffnungs-Anzeige! P. T. Aut' vielfaches Verlangen habe ich in der Central-Markthalle. Stand 138 eine Niederlage meine!' Ene-iosf — Schlächterei u. Wurstfabrik — 2 eröffnet, woselbst — “1120 streng 120 « c 3 a. h Rindu. Kalbfleisch täglich frisch zu billigsten Preisen zu haben ist. Mit der Bitte um geneigten Zuspruch zeichnet hochachtungsvoll J. Israel, Grossschlächterei u. Wurstfabrik. Prima Räucherwurst ä Pfd. Mk. 1,10; 9i/2 Pfd.-Packet Mk. 10,— franco. tfi c i Central-Markthalle, Stand 138.1 Israelitische Keil- und Mege-A»flalt für Nerven- und Gemütskranke zu Sayn bei Coblenza. Rhein Bestand seit 1869. Gesonderte Abteilungen für 150 Kranke beider Geschlechter. Prospekte durch die Unterzeichneten M. Iscoüy. Dr. VeyvendL. Dr. MasönLyal

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