Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 15 (12.4.1895)
- Date
- 1895-04-12
- Page
- Seite 242 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 242. I e s <H rr r u ri. Nr. 15. Leistungen enllolmt wurde; und endlich das; den Unechten und Mägden eine srenndliche Behandlung zuteil ward. Redner verknüpfte hierwit den Wunsch, es wachten auch heute nach von den Israeliten diese sozialen Gesetze des Pentateuch und des Talmud beherzigt werden; dies würde der israelitischen Gemeinschaft, der Stadt und dem Staat nur zum Wahle gereichen. * 8it. Aus Amerika. Die (Gemeinde des Tempels Emauuel in New Park schickt sich an, den fünfzigjährigen Jahrestag ihrer Entstehung festlich zu begehen, und ihre Beainten sowie eine Anzahl .Konnnitbees sind eifrig an der Arbeit, das denkwürdige Ereignis würdig zu begehen. Das Programm für den 13. April und die beiden folgenden Tage ist in feinen Hauptzügen festgestellt. Die Feier wird durch den Test-Gottesdienst am Freitag-Ab«nd, wofür spezielle musikalische Kompositionen in Vorbereitung sind, eingeleitet werden. Dr. Gottheil wird einen kurzen Vortrag, und beim Früh-Gottetzdienst am Samstag wird Dr. Silvermail die Predigt halten. Die Hauptseier soll am Samstag-Abend stattfiuden. Die Rabbiner Doktoren M o h ler, G o tth e i l, Silverman von R.-P., Tr. .Krauskops von Philadelphia und der Präsident Hr. Lewis May sind als. Redner des Abends in Aussicht genommen. Eine Feier seitens der die Religionsschule besuchenden Schüler wird am Sonntag Morgen stattfinden. Kiev im6 öort In Sacken des Lehrerb und es erfahre» wir, das; von 14 Vereinen sich 11 für die Gründung eines Bundes auf grnnd sestzn- .stellender Satzungen anSgefprocken haben. - Dem B. T. wird mitgeteilt, das; das „Werk"' des F-reiherru v. Langen über die „Geheimgesätze" der Juden gar nicht von diesem neuesten Talmndforscker, sondern von dem nicht zurechnungsfähigen Herrn Earl Paasch verfaßt sei. Unmöglich ist dies durchaus nicht, denn die Schrift ist, soweit sie nicht mit Scheere und Kleister geschrieben ist, in der That konfus und des Herrn Paasch würdig. --- Die politische Presse berichtet, das; Professor Lazarus sich mit Frau Nahida Remy vermählt habe. Letztere soll zum Judentum übergetreten sein. Das; die Schließung dieses Bundes bevorstehe, war hier in Berlin und auch uns seit Wochen bekannt, wir hatten aber aus begreiflichen Gründen hiervon keine Notiz genommen. - - Herr Raphael Dienstag iu Schrimm wurde zum Magistrats-, Tekretair gewählt. Herr Dienstag ist noch strenggläubiger Israelit, er verwaltet feit 25 Jahren eine Sekretairstelle beim Landratsamt, ohne am Sabbat und jüd. Feiertagen zu arbeiten. — Es ist schwer zu sagen, wer von den beiden eine seltenere Erscheinung in unseren Tagen und unserem Lande ist: der Sekretair oder der Landrat. - Bor einigen Wochen meldeten wir, daß gegen den Hauptmann a. D. und Bürgermeister v. Boß in Bublitz die Anklage tvegcu Meineides erhoben worden sei. Wir erachten es als Pflicht publizistischen Anstandes mitzuteilen, daß das Schwurgericht in Kötzlin den Angeklagten f r e i g es p r o ch e n hat. — Herr Hanptlehrer Sch eye ist von Buchsweiler (Elf.) an das Waisenhaus in Kassel versetzt worden. - Ans Vorschlag des russischen Finanzministers Witte hat der Kaiser einen UkaS unterzeichnet, welcher den Juden und Ausländern den Ankauf von Aktien der unter dem Namen „Srcdnie Riady" bekannten großen Warenhäuser in Moskau untersagt. — Ein amerikanischer Missions-Bischof hat die ganze Bibel i» die chinesische Schriftsprache übersetzt. Das Werk erscheint in Jahresfrist. Es wirdbehauptet, der gelehrte Mann habe zwölf Jahre an diesem Werke gearbeitet. Kriesuni» Iragkliastt». Avis. Die heutige Nunnncr unseres Blattes gelaugt, der Feiertage wegen, mit einer kleinen Verspätung zur Ausgabe. Mit Nachnahme belastet wird erst die n ä ch st e Nummer werden. Der von uns, wie von verschiedenen andere» Blättern eingeführte Modus, die Bezugsgebühr per P o st n a ch » a h m e zu erheben/ ist der denkbar c i nsachste und b e g n e m ste,— einfach und bcguem freilich nur für die E m psäu ge r, weil ne ohne Mehrkosten , der Arbeit der Abseudung einer Postanweisung übcrhobeu sind. — Wir nehmen auch Briefmarken in Zahlung. bitten jedoch uns bayerische und württ em b er g i s ch e Marke» u i ch t z u sr n d e », da wir solche nur schwer unterbringen können. Die Exped. „Fragekasten". Diese Rubrik unseres Blattes stellen wir den geehrten Lesern zur Erledigung von kurzen Fragen aller Art hiermit zur Verfügung. Durch kurze Fragen und Antworten erzielt man oft mehr, als durch lange Artikel. Ta wir, mit Ausnahme der preßgesttzlicheu, jede Verantwortung für Form, Fassung und Inhalt der Fragen und Antworten ablchnen, so können die Beteiligten sich hier ganz saus »ein' bewegen, wir bitten jedoch stets eingedenk zu bleiben, daß unser Blatt ein öffentliches, ein öffentliches im weitesten Sinne ist, und auch von unseren po.itischen Gegnern viel und aufmerksam gelesen wird. Möge diese neue Einrichtung allerseits benutzt werden. Die Red. Herrn L. S- Mi. u. a. Süerten unter Ehiffre sind stets mit dem angegebenen Zeichen zu versehen und nur an die betr. Inserenten zu richten, nicht aber au den Red. dieses Bl-, da dieser mit den Sachen nichts zu thnn hat und in allen Fällen nicht einmal die Adresse der Inserenten kennt. Mische Okmciitbc. Gottesdienst. Freitag, den 12. April in allen Synagogen Abends 7l/4 Uhr. Sonnabends den 13. April in der alten Dynag. Morg. 8V2 Uhr, in den übrigen Synag. Morg. 9 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen Morg. in der alten Synag. n. Kaiierstr.-Synag. GVa Uhr, in der neüen Synag. u- Lindenstr.- Synag. 7 Uhr. Abends in allen Synagogen tz Uhr. Sitzung der Pepräferftanten- Derfämkring Sonntag, de» 14. April Dorm: 11 Whr, im Sitznngssaale Dranienbnrgerstr. 90, ll. FestgottcSdieust. Sonntag, den 14k. April in allen Synag. abends 7'/i Uhr. Montag, den 15». April in der alten <sy»ag. morg. 8K2 Uhr, in den übrigen Synag. morg. 9 Uhr. Berliner Kereinstasel. ,,GemiIus Chassodim“, Israel. Wohllhäliglreits-Dereiu. Aranlreu-, Witwen- ». Darlehns- Wuterstützungslraffe. Geschästssührender Ans schuß: Dorsttzender: Hr. I. Rosenthal, Landsbergerstr. 7>>. (Sprechst. in Vereinssachen vorm. 8—9). Schriftführer: Hr. I. Rehfeld, Dragonerstr. 7. Pendant: Hr. I. Baschwitz, Fricdrichstr. 129. Sontrolenr: Hr. Rechtsanwalt Goldichmidt, Rosenthalerstr. 19. Fernsprecher: Amt 111, Nr. 790. , Dereinsarzt: Hr. Dr. Atargoniner, Lothringerstr. 50. Fernsprecher: > Aint 111, Nr. 978. (Sprechst. 8 9 u. 4—5). Dcreinsöote: Hr. Ni. Ascher, Anklamerstr. 12. Sitzung des Dorstandes allvierzelintäglich Donnerstag- Abend im Restaurant R 0 se n t h a l, .Königstraße. Predigt Vorm. 9V2 Uhr: Alte Synag. Hr. Rabb. Dr. Stier, vorm. 10 Uhr: 9ieue Synag. Hr. Rabb. Tr. Wrisse, Kaiserstr.-Synag. Hr. Rabb. Dr. Uneerleider, Lindenstr.- Synag. Hr. Rabb. Dr. Maybaum. Montag, den 1A April in allen Synag. abends 743 Uhr. Dienstag, den 11». April in allen Synag. morg. 7lß Uhr, I. Gottesdienst mit Scelenfeier, vorm. 10 Uhr, 11. Gottesdienst mit Seelenseier. Predigt Alte Synag. Hr. Rabb. Dr. Ungerleider, Nene Synag. Hr. Rabb. Dr. Maybanm, Kaiserstr.- Synag. Hr. Rabb. Dr. Rosenzweig, Lindenstr.-Synag. Hr. Rabb. Dr. Weisse. Um UeberfüUnng der Synag. bei der Seelenfeier zu verhüten, wird der Vorm.-Gottesdienst am 8. Pessachtage zweimal abgehallen u. ist der Zutritt zum 2. Gottesdienst nur gegen Vorzeigung der Eintnttskarten gestattet. Die alte Synag. bleibt vom 17. April er. ah bis aus Weiteres wegen Ausführung von Weteuchtunqsankagen gefchloffen.