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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1900-12-07 · 49 (7.12.1900) · p. Seite 779

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
49 (7.12.1900)
Date
1900-12-07
Page
Seite 779 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 49. Israelitische Wochenschrift. Seite 779. bekenne mir nur Eines: Wer hat den Champagner heraufgeholt?" „Das Gespenst", erwiderte Christine gelassen, „konntest Du daran zweifeln?" „Das Gespenst" wiederholte er, und sich trotz seines Neglige in eine theatralische Stellung werfend, sprach er, erhaben groß, finster wie König Philipp: „Ich bin lüstern mit diesem Geist ein Wort zu reden!" „Morgen, morgen", lachte Christine. Im Gerichtssaal. Der Präsident hatte eine Pause in den Verhandlungen eintreten lassen. Der Zeugin Frau Amalie Schmula war wenige Minuten, ehe sie vereidet werden sollte, übel geworden, was angesichts der drückenden Schwüle im Gerichtssaal kein Wunder war. Richter, Geschworene, Reporter, sowie die schier überzählig anwesenden Zuhörer begrüßten mit Freude die Viertelstunde der Erholung, in der man sprechen, sich rührest, bemerken und sich bemerkbar machen, ja sogar aufatmen durfte, da auf Befehl des Vorsitzenden die Fenster geöffnet worden waren. Und nun konnte man doch einmal Umschau halten,, wer eigentlich alles da war! „Eine Masse Federvieh!" brummte der Förster Hegemann. Ihm waren alle Zeitungsschreiber ein Gräuel; er schimpfte bereits anticipando über die vielen Lügen, die die große Anzahl fremder Reporter in die Welt setzen würden. Er hätte nur hören sollen, wie im Journalistenwinkel ein Berliner Berichterstatter soeben über ihn und seine Landsleute, die zum größten Teil als Zeugen geladen waren, spöttelte. „So also sieht Stadt Zladno und Kreis aus! Welche lächerlich rotbäckige Fülle gesundheitstrotzender Gesichter! Und welche abnormen Hüte! Welche sonderbaren Gewänder! Diese Leute kleiden sich noch nach der Mode der sechziger Jahre! . . . Aber was leuchtet dort für ein Stern?" Er wandte sich hastig an den Posener Kollegen: „Bitte, wer ist die Dame dort, die eben aus dem Zeugenraum tritt? Der alte Präsident verneigte sich chevaleresk, und die Dame nimmt auf der ersten Bank des Auditoriums Platz. Prächtige Gestalt! Bei Jo! Das Antlitz der Milesierin! O dieses Goldhaar! Ach und ihre himmlischen schwarzen Augen!" Der Posener bog seinen Zwicker um, sah durch die doppelten Gläser und lächelte. „So schön sind nur unsere Frauen", nickte er, „die Polinnen nämlich; und Frau Christine Müller ist eine der herrlichsten ihres Stammes". „Eine Frau Müller?" machte der Berliner gedehnt. „Tournure und Toilette ließen mich wenigstens auf eine Gräfin schließen". „Das war sie. Und dahinter steckt eine Geschichte. Sehr romantisch! Von Liebe und Vaterfluch. Sie ist die Gattin des Amtsrichters, der die Voruntersuchung in diesem Prozeß führte. Drüben am Richtertisch, der vornehm blickende, große Herr ist Müller. Bemerken Sie, wie die Erscheinung seiner Frau im Saal allgemein Aussehen erregt? Selbst der Angeklagte, so scheu und gedrückt er dasitzt, hat für die schöne Frau, die übrigens seine Protektorin sein soll, einen bewundernden Blick". ' (Fortsetzung folgt.) Geschäftliche Mitteilung. Die rühmlichst bekannte Pianoforte-Fabrik von Wilhelm Emmer, Berlin 0., hat anläßlich der Feier des 30jährigen Bestehens der Firma ein Jubiläumsalbum herausgegeben, das auch dem nicht musikalischen Leser viel Interessantes und reiche Anregung bietet. Die Emmersche Pianoforte-Fabrik wurde im Jahre 1870 in Magdeburg begründet und siedelte 1887 nach Berlin über, wo das Centrum der deutschen Pianoforte-Jndustrie ist und wo die ausgezeichneten Fabrikate bald ein großes Absatzgebiet fanden. Die Firma fabriziert Harmoniums, Konzertflügel und Pianinos von der einfachsten bis zur elegantesten Ausstattung, demzufolge rekrutiert sich auch die Kundschaft des Hauses aus allen Gesellschaftskreisen. Das Jubiläumsalbum enthält außer den als Geschäftsempfehlung dienenden Abbildungen der Emmerschen Fabrikate die Bildnisse der hervorragendsten Komponisten und Musiker des letzten Jahrhunderts und Ansichten von Berliner Prachtbauten und schönen Punkten der Umgebung. Brief- und Fragekasten. Herrn Dr. L. in F. Besten Dank und Gruß! — Herrn Dr. Sch. in G. Besten Dank. Später. — Herrn M. S. in B. Wieder verschoben! Wringmaschinen von 10 Mark an, Mangelmaschinen Waschmaschinen von 20 Mark an von 25 Mark an liefert in bewährtester Konstruktion und Ausführung zu Fabrikpreisen unter Garantie Paul Knopp, Maschinenfabrik Berlin S.W., Beuthstrasse 16 (nicht 15). . Illustr. Preislisten gratis und franko. In Preislagen von Mk. 1,20, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per V* Ko Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Gebrannte Köftccs Der Unterzeichnete hat sich entschlossen, den Abonnenten dieser Zeitschrift das in seinem Verlage erschienene Werk von Ernest Renan, Geschichte d.Volkes Israel 5 Bände, broschiert 30 Mk., gebunden 41,25 Mk. bis zum 31. Dezember d. J. zum Preise von 20 Mk. brosch. resp. 28 Mk. geb. zu liefern. Teilzahlungen auf Wunsch gestattet. Berlin W. 57 Steinmetzstrasse 78. Siegfried Cronbach. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner für den Inseratenteil: Max Sch äff er tn Berlin.

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