Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 37 (14.9.1900)
- Date
- 1900-09-14
- Page
- Seite 588 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 588. Israelitische Wochenschrift. 4 Nr. 37. „Ich protestiere," rief der Doktor. „Der Referendar bleibt hier, und wir klopfen einen Skat. Und Du Sappermentsmädel verschwinde, aber vorher bringe Karten und Bier!" Neüy ging und kam und brachte geräuschlos das Vei> langte, dann schmiegte sie sich wie ein Kätzchen in einen Lehnstuhl und stützte den Kopf müde in die Hand. Der Amtsrichter merkte wohl, wie Philipp, der sehr schlecht spielte, häufig nach der Thür sah, einmal ertappte er den jungen Mann, wie seine Augen auf dem weißen Antl tz Nelly's hasten blieben. Müller lächelte. Nach einer halben Stunde traf Christine in Begleitung der Frau Doktor wieder ein, schweigsam und sehr niedergeschlagen. Die Frau Doktor wußte sehr lebendig von einem „wahrhaften Wunder" zu berichten: Wer ihr nicht glauben wollte, soll nur hingehen nach dem Gemeindehaus, sehen und staunen! Nachdem die alte Röschen von der Anklage gegen Perez und seiner Verhaftung gehört, hatte sich die seit Jahren gelähmte Frau erhoben, war aufgestanden und hatte den vollen Gebrauch ihrer Glieder wieder erlangt. „Sie geht mit festem Schritt, so gut wie wir," schloß die Doktorin in heller Aufregung, „und sie bewegt sich leicht, wie ein junges Mädchen. Es ist ein wahrhaftiges Wunder, Mann, Du wirft es natürlich wieder nicht glauben!" ' (Fortsetzung folgt.) Brief- und Fragekcrsten. Herrn I. L. in B. Der jüdische Mitarbeiter antisemitischer Blätter, der diese mit seinen Erfindungen versorgte und dafür von ihnen als talmudische Autorität zitiert wurde, ist in diesem Blatt schon vor vielen Monaten abgemalt und dann auch namentlich bezeichnet worden. Ich erkannte ihn als Ausländer und Nichtchristen daran, daß er die Bibel nicht nach der Lutherischen Uebersetzung zitierte. Daß er sie außerdem fälschte, war er seiner antisemitischen Genossenschaft H.IVleyen&Co., Silberwaren-Fabrik, Berlins., Sebastianstr. 20 Fernsprecher: Amt 8B5« Chanuka- * * Leuchter für Oel u. Wachsstock, sowie sämtliche Thoraschild. RitllS~GC(j6IIStäll(lB Thorakrone. _für Hansand Synagogenbedarf._ schuldig, auf deren Unvertrautheit mit der Bibel er mit Sicherheit rechnen durfte. — Herrn M. in Gr. Die Einrichtung, auf dem Almemvr die Segenssprüche so anzubringen, daß sie von dem Aufgerufenen abgelesen werden können, besteht meines Wissens an mehreren Orten und ist da zu empfehlen, wo die Kenntnis jener Sprüche nicht Gemeingut der Gemeindemitglieder ist. Es verdient unter allen Umständen Lob, wenn man Jemandem die Beschämung erspart, eine arge Unkenntnis eingestehen zu müssen. Denen freilich, die den Segensspruch nicht einmal ablesen können, ist nicht geholfen; ihnen ist auch nicht zu helfen; sie verdienen die Auszeichnung nicht, zur Thora aufgerufen zu werden. Die Sv.^chLäfel auf dem Almemor ist eine dauernde Mahnung an die Leiter der Gemeinde, dafür zu sorgen, daß sie zur Aufmerksamkeit für — die Fremden werde. — Herrn H. G, in H. Gern geschehen. Das Andere in nächster Nummer. — Herrn Dr. R. in R. Ich freue mich über das Lebenszeichen. Die Sache soll verfolgt werden. Schönsten Gruß! ln Preislagen von Mk. 1,30, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2.00 per >/» Ko Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Gekannte r ’ä Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Max Schaffer in Berlin. Pensionat und Institut BERLIN. In meinem Pensionat finden sowohl Söhne hiesiger Familien, die Ihren Kindern eine sorgfältige und fachmännisch geleitete Erziehung zu teil werden lassen wollen, als auch Söhne auswärtiger Glaubensgenossen beste Aufnahme, religiöse Erziehung und liebevolle Pflege. Meine mehrjährige Erfahrung als praktischer Schulmann in Berlin, sowie als Direktor der israelitischen Realschule in Fürth, bürgt für einen die Individualität des Schülers berücksichtigenden gediegenen Nachhülfsunterricht in allen Gymnasial- und Realfächern. , . , Zurückgebliebenen Schülern bietet mein In s ti tu t, für welches ich mir die Mitwirkung erprobter Lehrkräfte gesichert habe, günstige Gelegenheit zur privaten Ausbildung und Vorbereitung sowohl für das Einjährig-Freiwilligen- Examen als auch für das Gymnasialabiturium. Ausführliche Prospekte und vorzügliche Referenzen stehen auf Wunsoh zur Verfügung. Direktor Dr. Stern, Berlin v, Weinmeisterstr. 9, Portal 2. . Nenkreuzsaitig 330—750 Mk. Zwölfjährige Garantie Gebrauchte 150, 200, 250 Mk. Sicheren Leuten coulante Zahlungsbedingungen. Gelegenheitskäufe in Stutzflügeln, Harmoniums Pianinos der Firmen Steinway, Bechstein, Schwechten, Biese, Duysen Für die Hälfte des Neuwertes. Man verlange Catalog RUD. SCHMIDT BERLIN N. Brunn enstr. 11, a. Rosentlialer Thor- AMT III, 2960. Verlaq ©ienfrtcb Cronbach, »erlm W. 57. — Druck: Arthur Schnlem, Berlin C., Roßstr. 3.