Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 27 (6.7.1900)
- Date
- 1900-07-06
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Zeitschrift für die Krsmimimffen des JiMume. Web» dem Weiblatt: Züöilcbes Litteraturbcatt. Verantw. Redakt.: LN. A. Rlausnc Lerlin W., Tauenzienstr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Zirgfrird Cronbach, Berlin W.f Steinmetzstr. 78. Selepbon: Hmt VI, Rr. 796. Poft-Zeitungsliste Rr. 3865. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn L,'>0MK.> alle anderen Länder 3 — Mk. Nr. 27. Berlin, 6. Zull \900. Tiayrgang IX. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post, den Buchhandel oder unsere Expedition. Anzeigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin WTauenzienstr. 19 a. M. A. Klausner. Der heutigen Nummer liegt das Jüdische Litteraturblatt Nr. 7 bei. Inhalt. Artikel: Die Politik. (Der preußische Staat und die jüdischen Schulen. — Empfang einer Deputation der jüdischen Gemeinde Köln bei dem Erzbischof von Köln. — Die Stimme eines Gerechten. — Ein Daniel! ein zweiter Daniel! — Die guten Rumänen.) — Die Antisemiten-Mordthat in Könitz. — Verein israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands. — Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. — Wochenchronik: Wochenkalender. — Berlin: Zionistenkongreß. — Insterburg: Warnung. — Frankfurt a. M: Tod des Sir Charles Oppenheimer. — Paris: Jüdische Bildhauer. — Havre: Russische Auswanderer. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Das „Scheker- Bilbul". Von C. Berg. (Fortsetzung.) — Brief- und Fragekasten. — Inserate. Die Politik. (Der preußische Staat und die jüdischen Schulen.) Durch königliche Kabinetsordre ist der israelitischen Schulgemeinde zu Wüstensachsen, Kreis Gersfcld, Regierungsbezirk Kassel, zum Bau eines neuen Schulhauses der Betrag von 7500 Mk. bewilligt worden. Auch in anderer Weise zeigt das Kultusministerium den israelitischen Volksschulen gegenüber ein dankbar anzuerkennendes Wohlwollen. So hat es erst vor Kurzem einer Schulgemeinde in der Provinz Hannover, Papenburg, zur Bestreitung der durch das Lehrerbesoldungsgesetz vom 3. März 1897 erheblich gesteigerten Schullasten einen widerruflichen Staatszuschuß bewilligt. Der betreffende Ministerialerlaß ist insofern von prinzipieller Bedeutung, als einzelne Bezirksregierungen die Gewährung von Staatsbeihilsen verweigerten, auch dann, wenn die Schulverbände 300 bis 350 Prozent Schulsteuer bezahlen mußten, während bet christlichen Schulgemeinden, dank der staatlichen Beihilfen, nur 70 bis 75 Prozent erhoben werden brauchen. — Die hier erwähnten Maßnahmen bilden die Ausführung der Verfügungen des Herrn Unterrichtsmtnisters vom 13. Mai v. I. und vom 24. März d. I. * * * (Empfang einer Deputation der jüdischen Gemeinde Köln bei dem Erzbischof von Köln.) Am Dienstag erschien nach vorangegangener Anmeldung eine Deputation der Kölner Synagogengemeindc. bestehend aus den Herren Rabbinern Dr. Frank und Dr. Rosenthal und Vorstandsmitgliedern Jakob de Jonge und Dr. med. Apfel bei Herrn Erzbischof Simar, um diesen namens der Synagogengemeinde zu begrüßen. Um 6 Uhr fand die Audienz in den, Empfangssaal des erzbischöflichen Palais statt. Als der Herr Erzbischof erschienen war. hielt Herr Rabbiner Dr. Frank folgende Ansprache: „Ew. Erzbischöflichen Gnaden gestatten wir uns, als Vertreter der Verwaltung und des Rabbinats der Synagogengemeinde Köln, zu dem Antritt des höchsten kirchlichen Amtes in der Kölner Diözese ehrerbietigst zu begrüßen. So alt die Kölner Diözese ist, so alt ist deren israelitische Einwohnerschaft; aber fast zu allen Zeiten haben die Kirchenfürsten auf dem Kölner erzbischöflichen Thron freundliche und wohlwollende Gesinnung gegen die Judenschaft gehegt. Besonders»im Mtttelalter, wo die Juden am Rhein unter dem Fanatismus der irregeführten Menge schwer litten, haben die Kölner Erzbischöfe den Bedrängten Hilfe und Beistand angedeihen lassen, ich nenne u. a. die Erzbischöfe Arnold und den unvergeßlichen Engelbert II. von Falkenburg. Und so hat sich denn diese Tradition des Wohlwollens seitens der Kölner Kirchensürsten gegen die Juden bis auf die Gegenwart erhalten. In dankbarer, verehrender Erinnerung lebt Ew. Erzbischöflichen Gnaden letzter Vorgänger, Se. Eminenz Kardinal Krementz. bei der israelitischen Bevölkerung der Diöcese fort. Als in den 80er und 90er Jahren des abgeschlossenen Jahrhunderts unsere Glaubensgenossen in Rußland schwer bedrängt und verfolgt