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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1900-06-08 · 23 (8.6.1900) · p. Seite 364

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
23 (8.6.1900)
Date
1900-06-08
Page
Seite 364 (sequence 25)
Language
German
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Seite 364. Israelitische Wochenschrift. Nr. 23. sie werden blutige Rache an mir nehmen, und in meiner Todesstunde soll ich des Rabbi von Liegnitz gedenken. O, was habe ich gethan! . . . Er preßte beide Hände vor die Augen, dann starrte er traumverloren vor sich hin. „Waltet Eures Amtes, Henker!" rief jetzt ungeduldig der Ritter von Zedlitz. Sofort ergriffen die Henkersknechte den Zitternden, entblößten seinen Oberkörper und, während nur das Läuten des Todtenglöckleins die ernste Ruhe der Volksmenge unterbrach, wurde Ambrosius Bitschen durch den Henker enthauptet. „O, wie bist Du vom Himmel gefallen, Glanzstern, Sohn des Morgenrots, zu Boden geschmettert, Volkstyrann! Du aber sprachest in Deinem Herzen, in den Himmel will ich steigen, meinen Thron erheben über die Sterne Gottes, sitzen auf dem Gipfel der Versammlung, an den Grenzen des Nordens. Steigen will ich auf die Wolkenhöhen, mich gleichstellen dem Höchsten! Aber in die Hölle bist Du gestürzt, geschmettert in die Gruft!" (Jesaias 14, 12.) * * * Vier Jahrhunderte sind dahingerauscht, seitdem die Juden aus Liegnitz vertrieben wurden, und nur von Weh und Schmerz weiß die Geschichte zu erzählen. Gar tiefes Dunkel herrschte draußen und tiefe Finsternis. Kein Jude durfte die Straßen von Liegnitz betreten, und zwang ihn ein Grund, es gleichwohl zu thun, so geleitete ihn ein Polizeidiener durch die Stadt. Wurde er aber einmal überführt, eine Nacht in der Stadt verweilt zu haben, so warf man ihn in das Gefängnis, und wer ihm eine Stätte gewährt hatte, verfiel in Strafe. — Da endlich schwanden die Nebel der Finsternis, die Freiheitssonne ging hellleuchtend auf, und ihre Strahlen erwärmten die Menschenherzen für Liebe und Gerechtigkeit. Im Jahr 1812 siedelten sich mehrere jüdische Familien während der Belagerung von Groß-Glogau in Liegnitz an. In den Pensionat und Institut BERLIN. In meinem Pensionat finden sowohl Söhne hiesiger Familien, die ihren Kindern eine sorgfältige und fachmännisch geleitete Erziehung zu teil werden lassen wollen, als auch Söhne auswärtiger Glaubensgenossen beste Aufnahme, religiöse Erziehung und liebevolle Pflege. Meine mehrjährige Erfahrung als praktischer Schulmann in Berlin, sowie als Direktor der israelitischen Realschule in Fürth, bürgt für einen die Individualität des Schülers berücksichtigenden gediegenen Nachhülfsunterricht in allen Gymnasial- und Realfächern. Zurückgebliebenen Schülern bietet mein I n s t i t u t, für welches ich mir die Mitwirkung erprobter Lehrkräfte gesichert habe, günstige Gelegenheit zur privaten Ausbildung und Vorbereitung sowohl für das Einjährig-FreiwiIllgen- Examen als auch für das Gymnasialabiturium. Ausführliche Prospekte und vorzügliche Referenzen stehen auf Wunsch zur Verfügung. Direktor Dr. Stern, Berlin C.» Weinmeisterstr. 9, Portal 2. Zucker Hat Hohen Nährwert und ist daher ein wohlfeiles Nahrungsmittel. (2) nächsten Jahren kamen noch andere hinzu, bald bildete sich daselbst eine große Gemeinschaft von Glaubensgenossen, und am 1. Oktober 1837 predigte in der Synagoge der jüdischen Gemeinde der Verfasser dieser Erzählung wiederum zum ersten Male als — Rabbi von Liegnitz. Ende. Brief- und Lragekaslen. Herrn Dr. B. in R. Vielen Dank für die Mitteilung und besten Gruß. — Herrn Eh. in R. Lassen Sie nur mehr von sich hören. — Herrn O. H. C. in L. Es war hohe Zeit. Herzlichen Gruß. — Herrn I. T. in B. Sehr gern. Doch lege ich Wert auf Neuigkeit. Diesmal fand ich nur, was ich schon vor Wochen mitgeteilt hatte. — Herrn Dr. F. in B. Das ist ja ein rührender Fleiß! Schönsten Dank. — Herrn A. P. in K. Schönsten Dank für die Schrift, die gebührende^ Beachtung finden wird, und schönsten Gruß. untz Gebrannte Köffecs ln Preislagen von Mk. 1,20, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per V2 Ko Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Max Schäsfer in Berlin. J. Dobschiner, CigatttteuMikant. Importeur echt nsfT- und türk. Tabake Berlin N.W., Karlstr. 42 Telephon Amt 3. Soeben erschienen: Die Lösung des Koöeletätsels durch den Philosophen Baruch Ibn Baruch im 16. Jahrhundert. Von Dr. D. Leimdörfer. Preis 3 Mark. Baruch Ibn Baruch ist der Ansicht, dass das Buch Koheleth von Salomo verfasst ist, der aber absichtlich zwei einander entgegengesetzte Ansichten zu Worte kommen lässt, die der Epikuräer und die der Frommen, um schliesslich die Frommen siegen zu lassen. Es ist ein merkwürdiges Buch, dass das Interesse aller, die sich mit der Bibel beschäftigen, erwecken wird. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, sowie direkt vom Verlag Siegfried Cronbacli, Berlin W. Verlag Siegfried Cronbach, Berlin W. 57. Druck: Arthur Scholem, Berlin 6., Roßstr. 3.

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