Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 7 (16.2.1900)
- Date
- 1900-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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ZeiWist für die Gesamtmlkreffen des Judentums. Webst dem Werblcrlt: Iüörlcbes Lrllevcltuvbl'cltL. Verantw.Redakt.: N. A. Klausner, Lerlin W., Tanenzicnstr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5867. Verlag: Siegfried Cronbach, Berlin W., Steinmetzstr. 78. Telephon: Amt VI, Ar. 796. Post-Zeitungsliste Ar. 3865. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn L,5VMK., alle anderen Länder 3.— Mk. Nr. 7- Berlin, f6. Februar f900. Jahrgang IX. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post, den Buchhandel oder unsere Expedition. Anzeigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. 19a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Die Politik. (Politik in der Synagoge. — Berliner Antisemitenklub. — So sind sie Alle. — Der Antisemitismus in Bulgarien.) — Gemeindestatuten. Von M. A. Klausner. — Die alte Geschichte der russischen und polnischen Inden. II. Von Leon Scheinhaus-Memel. — Konferenz der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens. — Wochenchronik: Wochenkalender. — Berlin: Wissenschaftliche Lehrervereinigung. — Znin: Ableben des Rabbiners Elias Chaim. — Heidelberg: Rabbinerwahl. — Wohlthätigkeitsverein. — München: Wohlthätigkeitspslege. — Lemberg: Hebräische Schule. — Amsterdam: Plötzlicher Tod. — St. Petersburg: Erweiterung des Niederlassungsgebiets. — Paris: Tod Adolphs von Rothschild. — London: Die jüdischen Soldaten. — Rom: Tod des Senators Jsaceo Artom. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Der Rabbi von Liegnitz. Historische Erzählung aus der Hussitenzeit. Von Dr. A. Sammler. (Fortsetzung.) — Brief- und Fragekaften. — Inserate. |ie Politik. (Politik in der Synagoge.) „Nach dem Muster des Magdeburger Rabbiners hat am letzten Samstag auch in Breslau der Rabbiner Dr. Rosenthal in der Synagoge Veranlassung genommen, seine Zuhörer für die neue Flottenvorlage zu erwärmen." So meldet die „Breslauer Morgenzeitung", die unter ausdrücklicher Billigung der „Freisinnigen Zeitung" dazu bemerkt: „Ein Gotteshaus ist doch wirklich nicht dazu da, politische Propaganda zu treiben." Wir maßen uns an, besser als die „Breslauer Morgenzeitung" und die „Freisinnige Zeitung" zu wissen, wozu ein Gotteshaus da ist, wofern dies Gotteshaus eine Synagoge ist. Zu der Aufgabe der Synagoge aber und derer, die darin lehren, gehört die Pflege aller bürgerlichen Tugenden, deren! Uebung bei uns Juden zugleich religiöse Pflicht ist, und unter ' den bürgerlichen Tugenden steht der Patriotismus weit voran. Wenn Herr Rabbiner Dr. Rosenthal die Unterstützung der Flottenvorlage für eine patriotische Pflicht hält, worin wir mit ihm übereinstimmen würden, so hat er nur seine Schuldigkeit gethan, indem er gleich Herrn Rabbiner Dr. Rahmer so gepredigt, wie die genannten Blätter ihm zum Vorwurf machen. * * * (Berliner Antisemitenklub.) Die Zahl der Berliner Antisemiten ist so klein geworden, die Fahnenflucht ist eine so allgemeine, daß die verlassenen Führer sich veranlaßt sehen, den Rest des Gefolges zur Bildung eines Antisemitenklubs dringend einzuladen. Nicht lange mehr, und es bleibt nur eine Skatpartie übrig. — Werden aber die Herren mit einander spielen wollen? -i« * * (So sind sie Alle.) Das antisemitische Wiener „Deutsche Volksblatt" schrieb am 4. d. M.: „Der Verein „Oesterreichisch-israelitische Union" in Wien, dessen Treiben wiederholt in unserem Blatte gekennzeichnet wurde, hat die Aktion zu Gunsten Hülsners in die Hand genommen und versendet soeben den nachstehenden Aufruf, dessen Original sich in unseren Händen befindet und bei uns eingesehen werden kann, an hervorragende Juden in Oesterreich: „Oesterreichisch-israelitische Union." Wien, IV, Berggasse 20. Telephon 15310. Wien, den.1 . . . Angesichts der bevorstehenden Revision des Polnaer Prozesses müssen die Bemühungen zur Entdeckung und Ergreifung des wahren Thäters mit doppelter Energie fortgesetzt werden. Für die bisherigen Nachforschungen mußten wir aus den Mitteln des Vereins bereits mehrere tausend Gulden aufwenden, so daß wir nunmehr gezwungen sind, zur Bestreitung der weiter erforderlichen Auslagen an die Opferwilligkeit hervorragender Glaubensgenossen zu appellieren. Ueberzeugt von Ihrem Gemeinsinn und Ihrem gut jüdischen Bewußtsein, erlauben wir uns au Ew. Hochwohlgeboren die Bitte um Gewährung eines entsprechenden Beitrages zu oben gedachtem Zwecke zu richten. Es sei uns gestattet, bei diesem Anlasse auf das Beispiel unserer reichsdeutschen