Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 2. (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Dieser Hinweis des Verfassers ist nicht neu. Geiger in seiner genannten Schrift über ״Gabirol und seine Dichtungen“ hat bereits auf diese allegorischen Auslegungen, die Ibn Esra von Gabirol mittheilt, hingewiesen, jedoch ist Geiger weit entfernt, daraus den Schluss auf eine besondere Schrift Gabirols zu ziehen, vielmehr sind sie für ihn mündliche Erörterungen, gesprächsweise einem Freunde mitgetheilt und sorgsam überliefert, als öeberreste einer besonderen Schrift. Für Geiger bleibt eben Gabirol halbirt; Gabirol der Denker ist nicht Gabirol der Dichter. Kaufmann führt jedoch noch andere Belege an, aus denen mit Wahrscheinlichkeit auf einen verschollenen Bibelcommentar Gabirols zu schliessen wäre, — wenn auch Geiger in der oben genannten Schrift sich bemüht, das Gegentheil zu beweisen. Vergl. Senior Sachs, der aus einer bei Moses ibn Esra erhaltenen Erklärung zu Hiob 17,16, auch auf einen exegetischen Commentar Gabirols schliesst. A. Loew|e11thal will in seiner Dissertation ,,Pseudo- Aristoteles“, aus den Worten Ibn Esra’s: ,,dieser in den Geheimnissen der Seele so grosse Meister“ auf eine verschollene Psychologie Gabirols schliessen. (Schluss folgt.) Textbibel des Alten und Neuen Testaments herausgegeben von I). E. Kautzsch. Das Njene Testament in der Uebersetzung von D. C. Weizsäcker. In 2 Ausgaben.*) Verlag von J. B. C. Mohr (Paul Siebeck) in Freiburg i. B., Leipzig und Tübingen. *) Ausgabe A mit den Apokryphen des Alten Testaments: broschiert M. 10.50, in Bibeleinband gebunden M. 12.—. Ausgabe B ohne die Apokryphen des Alten Testaments: broschiert M. 9.—, in Bibeleinband gebunden M. 10.50. Die Apokryphen sind nicht einzeln käuflich. Das Neue Testament (Grossoctav- Ausgabe) einzeln: broschiert M. 2.40, in Leinwand gebunden M. 3.—, in Leder gebunden M. 4.80. Die von Professor Kautzsch herausgegebene Uebersetzung des- Alten Testaments und die Uebersetzung des Neuen Testaments von Professor Weizsäcker sind in ihren Vorzügen allgemein gewürdigt und wohl Jedem, der sich mit dem Studium der Bibel beschäftigt, bekannt. Beide sind in der Textbibel vereinigt. Einem häutig geäusserten Wunsche entsprechend sind im Alten Testament der Textbibel alle kritischen Zuthaten (Häkchen, Klammern, Punkte, Kandbuchstaben) und Anmerkungen weggeblieben. Diejenigen Apokryphen, welche Luther in die Bibel aufgenominell hat, sind in der Ausgabe A der Textbibel enthalten. Mit Rücksicht auf die Bibelleser, welche die Apokryphen nicht in der Bibel wünschen, erscheint auch eine Ausgabe B ohne Apogryphen. Die poetischen Stücke sind dadurch äusserlich kenntlich gemacht, dass sie durchweg in Verszeilen gedruckt sind. Das Neue Testament ist in der Uebersetzung von C. WTeizsäcker nach dem Manuskript der 9. Auflage abgedruckt und dabei das hier angewandte System verschiedener Typen zur Hervorhebung und Kennzeichnung einzelner Stellen beibehalten. Die Textbibel bietet Alles, was Luthe r’s Bibelübersetzung enthält. Sie will aber diese nicht verdrängen, sondern neben ihr dem Bediirfniss nach einer dem heutigen Stand der Schriftforschung entsprechenden Uebersetzung genügen. Zu diesem Zwecke sucht sie den Inhalt des hebräischen und griechischen Textes in klarem Deutsch wiederzugeben und dem heutigen Leser in seiner Sprache möglichst genau das zu sagen, was der Grundtext vor Zeiten seinen, ersten Lesern gesagt hat. Vermöge ihrer Genauigkeit und Treue hat sie den Werth einer Erklärung. Damit ist nicht nur den Theologen von Fach ein werthvoller Dienst geleistet, sondern auch ein Mittel geboten, den Laien in das Verständniss der Bibel einzufiihren und die Werth Schätzung derselben in den weitesten Kreisen unseres Volkes zu fördern. Auf gute Ausstattung ist alle Sorgfalt verwendet worden. Der Druck ist deutlich. Das Format ist das unserer Hausbibeln. Probebogen können durch jede Buchhandlung bezogen werden. pp Die ״Bücherschau11 musste Raummangels wegen diesmal Zurückbleiben. Red. Verlag der J. C. HinrichS SCllCIl Buchhandlung in Leipzig. Bächen, Wilhelm, Die älteste Terminologie der jüdischen Schriftauslegung. Ein Wörterbuch der bibelexegetischen Kunstsprache der Tannaiten. 1899. M. 8.50. Cheyne, T. K., The Book of the Prophet Jesaiah. Critical Edition of the Hebrew Text arranged in chronological Order and printe d in Colors exhibiting* the composite Structure of the Book. With Notes. 1899. M. 12.50; geb. M. 14.—. (The Sacred Books of the Old Testament ed. by Paul Haupt, part. 10.) König, F. E., Historisch-kritisches Lehrgebäude der Hebräischen Sprache mit komparativer Berücksichtigung des Semitischen. I. Schrift, Aussprache, Pronomen und Verbum. 1881. M. 16.—, geb. M. 18.50. TI. Schluss der speciellen und generelle Formenlehre. 1895. M. 16.-־, geb. M. 18.50. III. Syntax der Hebräischen Sprache. 1897. M. 18, geb. M. 20.50. Schürer, E.. Geschichte des Jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi. Dritte Auflage. Band JT und III: Die inneren Zustände. — Das Judenthum in der Zerstreuung und die jüdische Litteratur. 1898. M. 24.—, geb. M. 28.—. Band II der zweiten Auflage ist in der dritten in Band Il/ni erweitert; die dritte Auflage des z. Z. vergriffenen Band I soll bald naehfolgen. Verlag Siegfried Cronbach,Berlin. Jüdische Charaktere hei Grillparzer, Hebbel und Ludwig. Von S. Lublinski. Preis 2 Mark. Das Magazin für Litteratur. Mit Beiblatt: Dramaturgische Blätter. Herausgegeben von Steiner u Hartleben. 68. Jahrgang. — Preis 4 Mark vierteljährlich. Inhalt der No. 2. Wissenschaftliche Aufsätze: Nicolaus Lenau und seine Beziehungen zu Juden und Judenthum. Von Ed. Münz. — Zum Misehnacommentar des Maimonides. II. Von Dr. M. Rahm er. — Kritik und Tradition. II. Von Kirchenrath Dr. Krön er. Rezensionen: Prof. Dr. D. Kaufmann’s Studien über Salomon ibn Gabirol. Von Rabb. Dr. Seligkowitz. — Textbibel des Alten und Neuen Testaments von Kautzsch und Weizsäcker. Litter ar i sehe Anzeigen. Verantwortlicher Redacteur: Rabbiner Dr. M. Rah 111 er in Magdeburg. — Druck von Leistner & Drewfs, Magdeburg. N