Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 2 (12.1.1900)
- Date
- 1900-01-12
- Page
- Seite 28 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seis 28. Israelitische Wochenschrift. Nr. 2. Hamburg, 8.Januar. (VomdeutschenLehrervereinsverband). Wir erhalten vom Vorstand des Verbandes der jüdischen -Lehrervereine im deutschen Reich folgende Mitteilung: Infolge seiner Berufung zur Leitung des Philanthropins in Frankfurt a. M. hat fich unser erster Vorsitzender, Herr Direktor Dr. Adler, genötigt gesehen, an den Verbandsvorstand das Ersuchen zu richten, ihn bis auf weiteres von der Führung der Verbandsgeschäste zu dispensieren. Der Verbandsvorstand hat daraufhin in seiner letzten Sitzung die Leitung des Verbandes für die nächste Zeit dem zweiten Vorsitzenden, Herrn Lehrer S. Blumenfeld in Adelebsen (Hannover) übertragen und ersucht die Einzelvereine und die Kollegen, alle Zuschriften in Verbandsangelegenheiten entweder dem nunmehrigen geschäftsührenden Vorsitzenden Blumenfeld oder einem der beiden Schriftführer Steinhardt-Magdeburg oder Feiner- Hamburg zugehen zu lassen. Odessa, 7. Januar. (Jubiläum). Einer unserer beliebtesten Aerzte, Dr. Alexander Samuelowitsch Rosenbloom, hat in vergangener Woche sein 50 jähriges Doktorjubiläum gefeiert. Dr. Rosenbloom ist 1826 in Odessa geboren und noch vor Erlangung (des Doktordiploms im Jahre 1848 zum Direktor des Cholera-Krankenhauses ernannt worden Er hat als Militärarzt den Krimkrieg mttgemacht. London, 8. Januar. (Rabbiner Gollancz). Der Oberrabbiner derBayswater-Synagoge RabbinerHermannGollancz ist zum Doktor der Literatur an der Universität London ernannt worden. Rabbiner Hermann Gollancz ist der erste Jude, dem diese Auszeichnung zu Teil wird, uud der einzige Candidat, der in diesem Jahr die zur Erlangung dieser Würde erforderliche Prüfung bestanden hat. Man gewinnt eine ungefähre Vorstellung von der hohen Auszeichnung und dem wissenschaftlichen Ansehen eines Doktors der Literatur (D. Lit.), wenn man bedenkt, daß seit der im Jahr 1837 erfolgten Gründung der Universität London nur zehn aus einer großen Anzahl Candidaten diese Würde erlangt haben. Die Prüfung setzt bei den Aspiranten die akademische Doktorwürde voraus und beansprucht außer einer ausgedehnten allgemeinen Bildung umfangreiche historische, philosophische und mathematische Kenntnisse, Vertrautheit mit den klassischen und modernen Sprachen und im vorliegenden Fall genaue Kenntnis der verschiedenen Dialekte des Hebräischen. Bet Erlangung des Doktorgrades im Jahre 1889 hat Rabbiner Hermann Gollancz eine Spezialprüfung in der hebräischen, chaldätschen und syrischen Sprache abgelegt; er ist vielleicht der einzige englische Jude, der als Autorität in der syrischen Sprache angesehen wird. Auch die samaritanische und assyrische Sprache hat Rabbiner Hermann Gollancz eingehend studiert. Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. Herr Ludwig Moser in Karlsbad hat kürzlich das 25jährige Jubiläum als Kultusvorsteher gefeiert. — Rechtsanwalt Dr. Jakob Schreyer in Budapest hat kürzlich unter großen Ehrungen das 25jährige Jubiläum als Sekretär der ungarischen Handelskammer gefeiert. Dr. Schreyer ist ein frommer Jude und Mitglied des Vorstands der jüdischen Gemeinde. — Dr. S. P. Nathan, der seit 50 Jahren als Lehrer an der Talmud-Thora-Schule in Hamburg wirkt, hat vor einigeu Tagen seinen achtzigsten Geburtstag in vollster Rüstigkeit gefeiert. Vakanzen. Bruchsal. Bezirksrabb., 2400—4400 M. Geh., fr. W. und 1800 M. Geb. Meld. an Großherz. Obberrat der Israeliten in Karlsruhe. — Krakau. Rel.-L., Mittelschul-Qual., der poln. Spr. mächtig, 1600 —2400 Kronen Geh. Meld. an Vorst. — Tirschtigel. K. und Sch. (ledig), 900 M. Geh. und fr. W. Meld. an Vorst. — Kempen i. Posen. K. u. Sch., 1800 M. Geh., 800 M. Nebeneink. Meld. an Jsaac Bloch. — Steinau a. Oder. Rel.-L., K., Sch., 700 M. Geh., fr. W., 4 bis 500 M. Nebeneink. Meld. an Vorst. — Lüdensch eid i. W. Rel.-L. W., 1000 M. Geh. Meld. an Vorst. — Wickrath. Rel.-L. und Vorb. (ledig), 1000 M. Geh. Meld. an Max Cohn in Jüchen (Düsseldorf). — Znin (Bromberg). K., Sch., 1500 M. Eink. und fr. W. Meld. an Hermann Cohn. — Thorn. Rel.-L., K., und Chorleiter, 2400-2700 M. Meld. an Vorstand. Brief- und Fragekasten. Wir bitten um Entschuldigung, daß aus Mangel an Raum das Feuilleton auch in dieser Nummer wieder fortbleiben muß. Die Redaktion. Herrn A. I. in B. Ich würde Ihre Berichte gern aufnehmen, wenn sie nicht gar so spät kämen. Was am 23. Dezember geschehen, konnte in der Nummer vom 29. Dezember ohne Ueberstürzung mitgeteilt sein. Am 12. Januar damit vor die Leser zu treten, geht nicht an. Ich bin Ihrer Zustimmung sicher und erwarte Ihren nächsten Bericht bei Zetten. — Herrn I. N. in Tr. Das Feuilleton ist nur aus Raummangel fortgeblteben. Die Fortsetzung kommt sicher. Schönsten Gegengruß. — Herrn A. G. in G. Ich habe mich über Ihre Karte sehr gefreut. Der Bericht wird ohne Verzug veröffentlicht, sobald er mir zugeht. Besten Gruß. — Herrn Dr. S. in C. Muß auf 8 Tage verschoben werden. Gruß. — Herrn L. S. in M. Auch Sie trifft der Schaden des Platzmangels. Gruß. Carolahygienisch zuträgliches Getränk. £9*" Sparsamkeit unübertroffen! Verkaufstellen durch Plakate kenntlich. untz Gekonnte Kaffees 'reislagen von Mk. 1,20, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per Vs Ko Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Erik Pfeffer in Berlin. Verlag Siegfried Cronbach, Berlin W. 67. — Druck: Arthur Scholem, Berlin C., Roßstr. 3.