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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1900-01-05 · 1 (5.1.1900) · p. Seite 12

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
1 (5.1.1900)
Date
1900-01-05
Page
Seite 12 (sequence 23)
Language
German
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Seite 12. Israelitische Wochenschrift. Nr. 1. u. s. w. ausgelassen sind. Sie können nicht glauben, daß im deutschen Reichstag ein Liebermann v. Sonnenburg ganz uu* gerügt so gesprochen hat. Und durch nichts, das die fromme „Kreuzzeitung" schreibt, kann dieser Glaube erschüttert werden. Wir haben ja auch, sagen sie sich, Blätter, die mit Verleumdungen und plumpen Lügen die Intelligenz ihrer Leser insultieren. Doch fraglich ist es, ob auch nur eines existiert, das so blöde theologische Unwissenheit mit widerwärtiger Frömmelei vereint. Wie kann man ohne journalistisches Dekorum zu verletzen von einem Organe sprechen, das die Begrüßung eines großen jüdischen Sängers als Enkel Davids als jüdische Blasphemie bezeichnet? Es fehlt nur noch, daß sie die Juden im allgemeinen dieses Verbrechens zeiht, weil sie sich Kinder Israels nennen. London, 24. Dezember. (Neue Schule.) Die mit dem jüdischen Kranken- und Waisenhaus verbundene Schule wird mit Beginn des neuen Jahres unter staatliche Aufsicht gelangen und damit alle Vorteile genießen, die nur den staatlichen Schulen zustehen. Die Anstalt wird das Recht haben, Schüler und Schülerinnen zu Lehrern auszubilden, und das an ihr wirkende Lehrerpersonal wird in Bezug auf Pensions¬ und andere Rechte den staatlich angestellten Lehrern gleichgestellt. Manchester, 23. Dezember. (Einbruch in die Synagoge.) In der Nacht zum vergangenen Sonntag sind Diebe in die spanisch-portugisische Synagoge eingedrungen und haben ein wertvolles silbernes Brustschild einer Thorarolle und verschiedene seidene Gebetmäntel gestohlen. Ihr Versuch, den eisernen Geldschrank aufzubrechen, der die silbernen und goldenen Becher> andere kostbare Geräte und bares Geld enthält, ist vergebens gewesen, obwohl sie den Schrank, um ihm eventuell von der Rückseite beizukommen, von seinem Platz fortgerückt hatten. Die Polizei hat die Verfolgung der Diebe in die Hand genommen. Paris, 2. Januar. (Großartige Schenkung.) Herr Raphael Bischoffsheim, Mitglied der Deputiertenkammer für den Wahlkreis Alpes maritimes, hat der Universite de France eine bedeutende Schenkung gemacht. Vor längerer Zeit hatte Herr Bischoffsheim in Nizza ein Observatorium eingerichtet, das nach dem Urteil der ersten Gelehrten der Wissenschaft schon große Dienste geleistet hat. Dieses Observatorium mit aller« zugehörigen Baugrund, der wertvollen Bibliothek und sämtlichen Instrumenten, hat Herr Bischoffsheim der Universität geschenkt und dieser Gabe die Summe von 2 500 000 Franks zur Erhaltung des wissenschaftlichen Instituts zugesügt. Die Gesamtschenkung hat einen Wert von 5 000 000 Franks. Persoualnachrichten und kleine Mitteilungen. Die Gebrüder von Rothschild in Paris, die alljährlich dem Seine- Präfekten 100000 Francs zur Verteilung an Arme - speziell für den Mietszins — zur Verfügung stellen, haben in diesem Jahr in Rücksicht auf den strengen Winter noch 60000 Francs für denselben Zweck angewiesen. — Im April d. I. wird Professor Dr. Moritz Steinschneider in Berlin seinen 80. Geburtstag feiern. — In Mailand ist dieser Tage eine neue jüdische Kinderschule (Kindergarten) eröffnet worden, deren Errichtung hauptsächlich der Munifizenz des Baron David Leonino zu danken ist. Baron Leonino und seine Gemahlin, eine geborene Rothschild aus Paris, haben der Eröffnungsfeier beigewohnt. Vakanzen. Kobylin. K, Balk., Sch., 900 M. Geh., 750 bis 900 Mk. Nebeneink. Meld. an Siegfried Kallmann. — Kempen i. Posen. K. u. Sch. 1800 M. Geh., 800 M. Nebeneink. Meld. an 5vsaac-Mdd^EW^Norh pn hnrq O.-Pr-, Rel.-L., Vorb., Sch., 720 M Vorst. — Großu. Kleinbockenheim. Rel.-L., K, Sch., 600 M. Geh, fr. W. Meld. an Jul. Kahn. — Arnstadt i. Th Sem. geb. L., K., Sch., 1000—1200 M. GehJMeld. an Max Ledermann. — Kempen i. Posen. K. u. Sch. 1800 M. Geh., 800 M. Nebeneink. Meld. an Isaak Bloch. — Zn in. K., Sch., 1500 M. Geh., fr. W. Meld. an Hermann Cohn. — Thorn. Rel.-L., K., Chorleiter, 2400-2700 M. Geh. Meld. an Vorstand. Brief- und Lragekasten. ‘ Herrn Dr. B. in W. Die Berichte über die Generalversammlung der Adaß-Jsroel-Gemeinde vom 25. Dezember enthalten, soweit sie von dem in unserem Blatt veröffentlichten Bericht abweichen, absichtliche Entstellungen. Der Zweck, der damit verfolgt wird, ist für die Eingeweihten deutlich genug. Es ist wohl noch Gelegenheit, auf den „frommen Betrug" zurückzukommen, dessen beschönigende Bezeichnung sich allein daraus erklärt, daß die Urheber für fromm gelten wollen. — Herrn O. K. in E. Ist an Sie abgegangen. — Herrn A. P. in K. Hinsichtlich der Rechnung haben Sie Recht. Der Artikel kommt in nächster Woche. Schönsten Gegengruß. — Herrn F. in S. Besten Dank. — Herrn O. H. C. in L. Schönsten Dank und Gruß. — Herrn S. in I. Besten Dank und Gruß. — Herrn L. in F. Besten Dank. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Erik Pfeffer in Berlin. am mmmm Verlag Siegfried Cronbach, Berlin W. Soeben erschienen: Samuel Reisefertig Memoiren von Leo Löwenthal- — —- 176 Seiten. ------ Preis 2 Mark, eleg. gebunden 3 Mark. Das „Hamburger Fremdenblatt4' vom 8. Juli 1899 urteilt: Der rülimliclist bekannte Verlag pllegt bekanntlich auch u. A. die Specialität der jüdischen Erzählungen ernsten und humoristischen Genres, die zugleich als Sittenbilder dienen. Die vorliegenden Memoiren eines aus Chzwniak in Posen gebürtigen Commis voyageur sind so lustig und dabei doch so discret gehalten, dass jeder unbefangene Leser sich an dem köstlichen Humor erfreuen kann, der nirgends verletzt und zugleich ein Lebensbild, freilich in grotesker Umrahmung gibt. Verlag Siegfried Cronbach, Berlin W. 57. Druck: Arthur Scho lern, Berlin 0., Roßstr. 3.

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