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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1900-01-01 · No. 1. (1900) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 1. (1900)
Date
1900-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 1. - 1900. Jahrg. XXIV. Jüdisches Litteratur-Blatt. Zur Beleuchtung aller Judenthum und Juden betreffenden litterarisehen Krseheinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie, Theologie, Orientalia, Exegese, Homiletik. Liturgik und Pädagogik. Redaction: Rabbiner Dr. M. ltalimer in Magdeburg. Verlag und Expedition: Siegfried Cronbach in Berlin W. 57. Bücher der einschlägigen Litteratur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind an die Red action Inserate u. Beilagen an die E x p e - d i t i o n franco einzusenden. Das ,,Jüdische Litteratur-Blatt“ erscheint monatlich im Umfange eines ganzen Bogens und kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei direktem Bezüge durch Siegfried Cronbach in Berlin W. 57) vierteljährlich eine Mark. — Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden ״Israelitischen Wochenschrift“ (Redacteur M. A. Klausner), welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 2.50 M. kostet, erhalten das ,,Jüdische Litteratur-Blatt“ als Grätis-Beilage. — Inserate werden mit 30 Pfg. die viergespaltene Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu senden. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht gestattet. Zum vierundzwanzigsten Jahrgange. Nach fünfjähriger Unterbrechung nehme ich mit dieser Nummer das durch 23 Jahre, von 1872—1805 excl., von mir redigirte ״Jüdische Lirteraturbhitc^ wieder auf. Die Lücke, die durch das aus Gesundlieitsfücksichten veranlasste plötzliche Aufhören desselben in der jüdischen Journalistik entstanden, ist bis heute unausgefüllt geblieben und wird nach den mir nicht bloss von jüdischen Gelehrten gewordenen Aeusserungen und Zuschriften gar sehr empfunden. Es fehlt an einem Blatte, welches die Resultate der jüdischen Wissenschaft verallgemeinert, den Gebildeten fortlaufend mit den literarischen Erscheinungen auf dem jüdischen Büchermarkt bekannt macht, ein zuverlässiges Urtlieil aus sachkundiger Feder bringt, das kritische Richtschwert führt, Irrthümer berichtigt, wissenschaftliche Vorurtheile widerlegt, Belehrung und Aufklärung in weitere Kreise trägt. Das Interesse für die jüdische Litteratur ist in zahlreichen Gemeinden durch eigens zu diesem Zwecke gegründete Vereine geweckt, das Bedürfnis nach einem besonderen Blatte, das sich die Verallgemeinerung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung auf den verschiedenen Gebieten der jüdischen Litteratur zur Aufgabe stellt, ist vorhanden, die jüdischen Wochenblätter können demselben nicht ausreichend genügen, sie haben vollauf mit den praktischen Tagesfragen und Zeitereignissen, mit der Abwehr der immer wieder auftauchenden Anfeindungen auf socialem Gebiete, mit der Verteidigung unseres guten Rechts im staatsbürgerlichen Leben zu tliun. Nur so nebenbei richten sie auch ihr Augenmerk auf die neuesten bedeutenderen Litteraturerzeugnisse. Allein mit allgemein gehaltenen, liebedienerischen, oft auch nur reklamenhaften Verleger-Anzeigen und Recensionen ist weder der Litteratur noch den Lesern gedient; ebensowenig mit den durch die gefärbte Brille des religiösen Partei- Standpunktes gewonnenen Beurteilungen, sie geben kein richtiges Bild vom wirklichen Stande der jüdischen Litteratur, von ihren Fort- oder Rückschritten, ja, was noch schlimmer, sie geben ein schiefes, ein falsches Bild; Minderwertiges wird oft — aus Gründen der Gegenseitigkeit — überschwänglich gerühmt, Werthvolles und Tüchtiges mit Phrasengeklingel abgetan oder gar totgeschwiegen, eine tiefere, rein sachliche Beurtheilung ward nicht selten vermisst. Wir verkennen nicht, dass die Aufgabe, die sich das ,,Jüdische Litteratur-Blatt“ stellt, heutzutage viel schwieriger zu lösen ist, als vor 30 Jahren. Eine י ס grosse Anzahl hervorragend gelehrter, unermüdlich fleissiger, uneigennützige!.• Mitarbeiter ist inzwischen aus מ מ י מ der Reihe der Lebenden geschieden zum unersetzlichen Verlust der jüdischen Wissenschaft — aber es sind, gottlob, ausser den führenden, meist ergrauten Meistern noch viele Amtsgenossen aus der älteren Generation da, die ihre der Berufsarbeit abgewonnene Zeit der Wissenschaft widmen, und auch unter den jüngeren Genossen zeigen viele ein wissenschaftliches Streben, 7 מ das sie befähigen dürfte, die Lücken auszufüllen. Wie י ס im politischen Leben gilt es jetzt auch hier, die Kräfte zu sammeln. Zu solcher Sammlung rufen wir auf, das ,,Jüdische Litteratur-Blatt“ sei der Sammelplatz. — Nicht Jeder findet in seinem Amte Zeit, Ruhe und Gelegenheit, gleich ein gelehrtes Buch zu schreiben, aber Jeder ist in der Lage, die Ergebnisse seiner Einzelforschung in kürzeren Abhandlungen niederzulcgen, einen wissenschaffliehen Gedanken für gebildete Leser leichtfasslieh darzustellen, ein bedeutendes Werk inhaltlich zu besprechen und nach seinem Werthe zu beurtheilen, alle diese noch so kleinen Bausteine mögen hier abge-

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