Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 29 (1905)
- Issue
- No. 24. (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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94 T18 naht (wie Ther. 83, wo Elieser und Josua streiten) die Sabbatnacht, und אכילת עראי wird sofort אכילת קבע; doch ist, da man in erlaubter Weise den Genuß begonnen, dessen Fortsetzung (wie nach E in der von uns angenommenen Lesart von Ther.) gestattet. Das ist auch SbG’s und Joses Ansicht nach T Berakhotli 51-2 gegen Id (s. Babli Pes. X Anfang). SbE beschränkt diese zunächst unumschränkt gegebene Erlaubnis dahin, daß man von vornherein nicht mit Absicht Anstalten zu einer bis in den Sabbat hinein sich dehnenden Mahlzeit mache, a ist also SbG, und SbE, scheint, wie Nathan T Ther. 710 vollkommen sich nach Id richtet, zum Teil gegen SbG dessen Ansicht zu vertreten. Eine entsprechende Sabbatmisohna haben wir erst Maaß. 42. Merkwürdig, daß diese Sabbathalakha T18=Mischna 42 (dem Gegenstände nach) und die folgende Halakha Tl9 המקפח בעריב׳ der vorausgehenden Mischna 41 ß המקפח לתבשיל entspricht, so daß zwei Mischnas des Schlußteils #>. zwei aufeinanderfolgenden Baraithes des Anfangsabschnittes entsprechen. (Vgl. besonders auch T34!) Das ist ein ־weiterer Beweis für unsere frühere Annahme von Halakhotversetzungen der besseren Uebersicht, oder halakhischer Zwecke wegen. Vielleicht ließ man früher als Einschiebsei zwischen der alten Pflanzenaufzählung 1,30ß 45ß 5 und den Oertlichkeitshalachot des 3. Abschnitts, die auch zum alten Kern gehören, die Bestimmungen über die 6 maaßerbestimmenden Verhältnisse אזר מקח מלח שבת תרומ' חצר folgen, so daß חצר ans Ende kam. Wir werden noch sehen, daß man sich bei diesen Versetzungen nach Mischnaquellen richtete, . die eine andere Ordnung hatten und deren Aneinanderreihung man zum Teil annahm. Wozu außerdem eine Uebersetzung des ganzen Onkelos, der doch zumeist die Thora wörtlich wiedergibt“? Die Leser werden sich wundern, hier die Bibel anrsich!zu״;finden, und werden enttäuscht sein; die wenigen in jedem Kapitel anders lautenden Stellen verschwinden darin. Besser wäre es, sofort Onkelos und Jonathan einander gegenüberzustellen, den Jonathan und die Jeruschalmis zu übersetzen und im Onkelos nur auf die Stellen hinzuweisen, die nicht wörtlich übertragen sind. Ist doch die Grundlage aller Targumim im Großen und Ganzen die gleiche, was Jeder empfindet, der sie wöehentlieh durchgeht. Wir begrüßen jedes Unternehmen mit großer Freude, durch das die ewigen Grundlagen des Judentums neu beleuchtet werden. Aber es ist die Sache der wissenschaftlichen Zeitschriften, zugleich Wache zu halten, daß eine große und weitschichtige Arbeit nicht den Todeskeim in sich trage. Langatmige Werke, welche sich im Großen und Ganzen in Gemeinplätzen bewegen und sich vom Selbstverständliehen nicht weit entfernen, sollten garnicht begönnen werden. Wir geben wenig auf Einleitungen und Ankündigungen, und es mag sein, daß auch die vorliegende nicht der Arbeit entspricht, d. h., daß die Arbeit besser ist, als die Einleitung. Aber wenn in einem besonderen Hefte wissenschaftliche Rechenschaft über ein großes Unternehmen abgelegt wird, so ist man verpflichtet, die darin geäußerten Grundsätze ernst zu nehmen, und durch ein Wort zur Zeit kann man nur heilsam wirken. Also nochmals: Eine Uebersetzung des Onkelos ist mit Ausnahme einiger stets wiederkehrender Wendungen und der dichterischen Stücke, wie noch einiger Sätze des Pentateuch überflüssig, weil sie sich mit einer Uebersetzung der Bibel deckt. Die Umschreibung in Lateinschrift ist verwirrend und hilft Niemandem. Dagegen ist eine Gegen- Überstellung des Onkelos und Jonathan (wie der Jeruschalmis) verdienstvoll und lohnend, ebenso eine Uebersetzung der nicht mit Onkelos überschriebenen Targumim, wie ein Nachweis von deren talmudischen und midraschischen Quellen, wozu Onkelos wenig Gelegenheit bietet. Auch die Betrachtung der verschiedenen aramäischen Dialekte ist bei solcher Behandlung etwas ungemein Anregendes. Dr. L A. Rosenthal. Einiges über Mischnaforschung.*} Von Rabbiner Dr. L. A.,Rosenthal in Preußisch Stargard. (Fortsetzung.) Zeitgenossen dieser ordnenden Tannaiten sind noch Simon ben Eleasar (SbE), der Erklärer vieler alten Halachot, Natan, der Gegner SbG’s, dem sich übrigens auch SbE vielfach entgegenstellt, und Eleasar bar Simon. Diesen gehört Folgendes an: *) Wir müssen bei folgenden Darlegungen bemerken, daß es kein Mittel gibt, die hier gebotenen Ergebnisse zu begreifen, geschweige denn zu beurteilen, wenn dem Leser nicht Mischna, Tosefta und Talmud vorliegen. Dasselbe verlangt ja auch die Bibelkritik bezüglich ihrer Quellen, wenn sie die Stellen nur durch Zahlen angibt. T 219 sagt SbE, daß ein Tier im maaßerpflichtigen Hofe nichts von den darin befindlichen Früchten genießen darf. Das widerspricht der Mischna 34 ß, wonach dieselben, ehe sie auf dem Dach geordnet sind, dem Tier gegeben werden dürfen. Wenn T8—10 dies auf den Fall beschränkt, daß man aus Vergeßlichkeit in den Hof gekommen ist (am besten, wir streichen חצר חבירו und nehmen לר אש גגו an, wie Jer. und Simson), wenn, wie wir gesehen, R und Jose bar Id darüber streiten, so scheint SbE den Satz ganz allgemein genommen und im Hof unbedingt den Genuß verboten zu haben, wie sich auch aus T 219« ergibt. SbE ist es, der sofort in der folgenden Halakha den maaßerpfliehtigen Hof nach Akiba Mischna 35 bestimmt. Da er Mischna 34ß und 5׳z behandelt, so ist das ein Beweis dafür, daß, wie wir beim Aufbau angenommen, diese beiden Sätze zusammen gehören und der erste den Uebergang zum zweiten und demnach zu der alten Reihe des חצר darstellt. T 310 behandelt SbE unter לא נחלקו eine an 52 ß בצלים כוי sich anschließende Halakha, wonach man von den aus den Ritzen sich herausdrängenden Wolfs- י höhnen die größeren abnehmen und die kleineren \ dort belassen darf und in seine Hand legen, nicht /:,Jg§| aber auf die Erde oder in ein Gefäß. Nach SbE v,:.| ist es nur verboten, sie in ein Gefäß öder in die Hand ||| zu legen. S. Schwarz z. St., wonach auf die Erde und in die Hand zu legen nach a erlaubt ist. (Elia Wilna.) Wir nehmen an, daß, indem die Stelle im *i8i T Maaßeroth steht, eine Beziehung zu Maaßeroth