Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 29 (1905)
- Issue
- No. 20. (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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80 ) wenigstens des zweiten Teiles des פר האורה□ war. Daselbst No. 124 folgt der eigentlichen Entscheidung eine Ergänzung, in der sich der Redakteur selbst vorstellt. Dieselbe beginnt nämlich mit den Worten: [הנני וןח!ח בר יצחק לא [לחלוק על דבריהם באתי• Wenn wir auch noch anderen Name 1 begegnen, besonders im zweiten Teile, z. ß. No. 56 Isak bar Jehuda, so kann dieser Umstand uns noch nicht veranlassen, diesen als Sammler des Ritualwerkes anzusehen. Vielmehr ist diese Nummer ein beigefügtes Responsum des genannten Isak. Und in der Tat wird es wohl niemand Wunder nehmen, wenn wir behaupten, daß die späteren Zusätze zu diesem Werke noch viel dichter gesät sind, als im ״Raschi“ zu den Büchern Ezechiel und Hiob und ungefähr im gleichen Maße wie in dem im Chophes Matmonim befindlichen Theschuboth Raschis. In beiden Werken wird jeder Kenner der Sprache Raschis viele Stellen finden, wo er sich s^gen wird, es sei unmöglich, daß hiermit der erste Bibel- und Talmud-Kommentator zu ihm rede. Bei diesem sind wir nicht gewöhnt, Wiederholungen des Gesagten zu finden, vielmehr ist seine Sprache, überall, wo wir sie als die von seiner Feder hervorgegangenen erkennen, קר ונקר, kurz, gedrängt und sinnvoll und dennoch klar und einleuchtend, Eigenschaften, die wir jedoch in unserem Ritualwerke vermissen. AVir verweisen bloß auf die Nummern 49, 62 und 63 des ersten Teiles, wo man mit Leichtigkeit die fremden Zusätze merken kann. Aber abgesehen von diesen kleinen Zusätzen finden wir auch ganze Paragraphen, die nicht Raschi angehören. So z. B. No. 113 und Seite 148, wo Raschi mit Namen angeführ, ist, daß er eine Halakba von seinem Lehrer Isak b. Juda akz^ptiert habe: כמה ימים □מךרבינו שלמה על דברי הרב הגאון רבי יצחק ברבי יהודה שהיה אומר בן und No. 67 ff. des zweiten Teiles, dem die einleitenden Worte vorangehen: השיב ר'יצחק ובר לרבינו שלמה בר יצחק נ״ע• Auch verschiedene Gutachten Raschis haben in diesem AVerke Aufnahme gefunden. Besonders sind als solche No. 5, 6 und 7 des zweiten Teiles zu erkennen. Uebrigens enthält dieser Teil über dreißig Responsen, von denen ־wir einige im Machsor Vitry § 468 ff. finden, wo sie tatsächlich als תשובות מרש״ו bezeichnet sind. Aber auch No. 113 im alten Teile ist sichtlich aus vier Responsen zusammengesetzt. Raschi scheint überhaupt ganze Serien Halakhoth über manche Themata verfaßt zu haben, die aber auf uns nur in Fragmenten kamen. So u. a. über das Gebot der Zizith treffen wir ein Kapitel, No. 46, das bloß über das Anknüpfen der Schaufäden handelt und scbließt mit den Worten סלוקן. להל הלבות ציצית• woraus deutlich das Vorhandensein verschiedener Vorschritten dieser Art hervorgellt Daß der Sammler des Ritualwerkes nicht viel Fleiß auf seine Arbeit verwendete oder mit wenig Verständnis operierte, beweisen u. a. die Kapitel 59, 60 und 61, des ersten Teiles, die aus verschiedenen Entscheidungen, die logisch gar nicht zusammengehören, zu Einem verschmolzen sind. Zu Teil I No. 49 möchten wir noch vergleichen Responsum ed. Harkavy No. 49; ha-Eschkol Teil H, p. 101, wo dasselbe Respons. anonym figuriert; Bokrath ha-Lewi, Sepher ha- Sikkaron, Livorno 1845, p 54 c., wo dasselbe im Namen des Hai Gaon überliefert ist; R ■&p. des Alfasi § 315 und Sepher ha-Jaschar des Jakob b. Meir (Rabenn Tarn) zu Traktat Jebamoth § 2. Auch die äußere Ausstattung des Ha-Orah ist eine befriedigende, wenn sich auch hie und da ein Schreib- oder Druckfehler eingeschlichen hat. No. 53 Linie 8 des ersten Teiles ist das Wörtchen לא zu streichen. Im übrigen reiht sich dieses Buch den Publikationen Bubers würdig an und wünschen wir dem unermüdlichen Forscher zu der uns in diesem Buch in Aussicht gestellten ATeröffentlicl1ung der noch unedierten Werke Raschis חוק ואמע• Predigtumrisse. Schemini Azereth. — Seelenfeier. — Haftharah. Gebet Salomos. ברוך ה' אשר נתן כן׳ bis דבר יוסביומו• schloß der salomonischen Tempelweihe, Schluß des Hüttenfestes — anlängliche Begeisterung am Schlüsse noch vorhanden? Salomo am Schlüsse seiner Bitten etwa Reichtum? Ehre? Nein! Ruhe hat Gott Israel gegeben, d. h. Sorgen entfernt und Raum zur Arbeit verliehen. Nichts blieb unerfüllt, denn die Verheißungen Mosis betreffen nur das im Leben und Treiben Erreichbare. Bleibe Gott bei uns, wie er die Väter durch die Wüste ins Land geleitet (so uns durch Mühe zur Ruhe) er verlasse und verstoße uns nicht, er möge dazu keine Veranlassung haben; er lenke unser Herz, mit nach und nach seiner würdig zu sein; und meine Worte seien Gott nahe, AVünsche, die nicht töricht sind und die Gott erfüllen kann, daß der Einzelne und die Gesamtheit glücklich sei למעןדעת etc. und daß die Welt durch קידוש השם Gottes Nähe bei uns bemerke. — והיה לבבכם zum Schlußgebet. Bereschith. (Beginn der Stufenlieder.) אשרי כל ירא ך׳ בן Wallfahrer ziehen von Jerusalem heimwärts zu ihren Beschäftigungen zurück. Da preisen sie das Glück des Arbeiters und sein Familienglück als das Höchste; ״so wird der Gottesfürchtige gesegnet!“ Der Segen von Zion sei ein Segen für die Gesamtheit und für die Zukunft! So nahmen auch wir Abschied von den Festen, auch uns bl ibt Arbeit, Familhnglück, Streben für die Gesamtheit! Nochmals der Urahn unserer mischnischen Quellenforschung. Ihre Frage über Heimann Caro kann ich etwas beant- Worten. Er war zuletzt Rabbiner in Wloclawek, wo Sie sich auch nach seinen Verhältnissen erkundigen können, wenn Sie es nicht vorziehen, sich an seinen Sohn, den Rabbiner Dr. Jecheskel Caro in Lemberg, der mein Vorgänger in Dirschau war, zu wenden. Der neulich in Breslau gestorbene Geschichtsprofessor Dr. Jacob Caro war auch ein Sohn von Heimann Caro, der mit seiner Frau die goldene — ich glaube sogar die diamantene — Hochzeit gefeiert hat. Von Zunz, RappaportundLuzzato scheint er wohl nach meiner Ansicht eine Ahnung gehabt zu haben, denn bei aller Frömmigkeit war er doch schon etwas liberaler angehaucht, was schon daraus hervorgeht, daß er seine Söhne studieren ließ. Auch kennt er schon das System des Kopernikus (vgl. מנה' שייר zu סלת למנח' s. 32 zum Satze im 2. Abschn. zu ייפה ת״ח erwähnt Britannia S. 56 im 3. Perek zum Satze הנעור בלילי u. Socrates im 4. פרק zu והיה בערער■ Rabbiner Dr. Nordheimer-Schwetz. Es freut uns, daß unser Hinweis auf diesen Entdecker einer nicht gerade begünstigten AVissenschaft solchen Wiederhall gefunden hat und bitten Dr. Nordheimer-Schwetz und Dr. Rosenberg-Thorn um ihre angekündigten Nachrichten über den gleichen Gegenstand. Inhalt der Nummer 20. Wissenschaftliche Aufsätze: Einiges über Mischnaforschung. A7on Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal, Preußisch Stargard. (Fortsetzung.) —Literaturbericht: Rezensionen: Professor Dr. Rudolph Kittel. Biblia hebra'ica. — ספר האורה Ha—Orah. Von Dr. Landau-Antwerpen. — Predigtumrisse. — Nochmals der Urahn unserer mischnischen Quellenforschung. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin.