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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1905-10-13 · 41 (13.10.1905) · p. Seite 573

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
41 (13.10.1905)
Date
1905-10-13
Page
Seite 573 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41. Israelitische Wochenschrift. Seite 673. Böschung getrennt, die Wasser des breiten Warteflusses dahinflossen. Die Vorderseite war dem Hofraum zugewandt, so daß sie der Oeffentlichkeit gänzlich entzogen war. Bescheidener noch als die Synagoge,^die ein gewöhnlicher Fachwerkbau war, dürfte das Gemeindehaus, das an der Baderstraße lag, und das neuerbaute Lazarethaus gewesen sein. Die Wohnungen darin 'waren den „publiquen Bedienten" eingeräumt. — Außer dem Schulgelehrten gehörten zu dieser Kategorie der „Koller", der Kantor und Schächter, der „Klepper", der Synagogendiener, und der Totengräber. " - ' (Fortsetzung folgt.) lass Atter der „Goldniinen König Salomos". Es ist kürzlich berichtet worden, daß der englische Archäo' löge R. Mac Jver in Bulawayo vor der British Association einen Vortrag über die „Goldminen König Salomos", d. h. ^Mer die Ruinen Süd-Rhodesiens gehalten und dabei erklärt ^Mbe, daß keine dieser Ruinen über das 16. oder 15. Jahrhundert, nämlich über die Zeit bes Negerreichs Monomotapa zurückreiche. Der Gelehrte habe die Ruinen von Jnyanga, Kami „und anderen Orten" besucht und sei zu seiner Ansicht sowohl durch den Charakter der Baureste als auch durch das Fundcrgebnis (mittelalterliche Sachen wie Nankingporzellan, Fehlen von Inschriften) geführt worden. Diese Ansicht muß Verwunderung Hervorrufen, falls sie tätsächlich und in solcher Form ohne Einschränkung geäußert worden ist, und da es sich hier um eines der interessantestenten Probleme vorgeschichtlicher Völkerbeziehungen handelt, werden einige Bemerkungen darüber nicht überflüssig sein. Die erste Kunde von großartigen Ruinen und Goldminen im Hinterland der Sofala-Küste hat man, wie in der „Frank. Ztg." berichtet wird, von portugiesischen Schrifststellern des 16. Jahrhunderts, die auch schon die Meinung äußerten, man habe dort die Stätte des alten Ophir vor sich, von wo Salomo mit Hilfe Hirams Gold, Edelsteine und Tierkuriositäten bezogen hat. Aber diese Kunde verfiel der Vergessenheit, und es blieb 1871 dem deutschen Forscher Mauch Vorbehalten, die Masten und stattlichsten der Ruinen, die von Simbabye, von em zu entdecken. Seitdem sind die südostafrikanischen Ruinen häufig untersucht, beschrieben und diskutiert worden. Die Frage, auf wen sie zurückzuführen seien, welches Volk dort Kolonien gehabt habe, hat man verschieden beantwortet, doch nur bis zu einem gewisien Grade verschieden; denn während einige die Phönizier und Juden, die Ophirfahrer der' Bibel, an der Sofalaküste kolonisierend auftreten ließen, schlossen andere auf die Sabäer oder andere auf Südaraber — alle also jedenfalls auf Semiten einer weit zurückliegenden Epoche. Die Ruinen von Simbabye verraten - einen ziemlich hohen Kulturgrad, weshalb zwei ihrer Erforscher, der Engländer Bent und der Deutsche Schlichter, in der kulturellen Einschätzung der Erbauer vielleicht zu weit gegangen sind. Sie haben sie als große Astronomen und Mathematiker bezeichnet, was sich in der Orientierung gewisser Bauwerke, in der Aufstellung von Monolithen als Gnomone und in den Kegeltürmen zu erkennen gebe und Schlichter hat aus alledem gar die Schiefe Ekliptik zur Zeit der Errichtung von Simbabye, die den Erbauern bekannt gewesen und von ihnen in der Tempelanlage berücksichtigt worden sei, berechnen zu können geglaubt und daraus wieder das Errichtungsjahr mit etwa 1100 v. Ehr. konstruieren wollen! Das ist des Guten wohl zu viel getan. Jedenfalls aber wurden fast allgemein bis vor wenigen Jahren alle bis dahin bekannt gewordenen Bauwerke Rhodesiens für sehr alt gehalten und als ihre Errichter zumeist Sabäer bezeichnet. Das widersprach auch kaum der Meinung derer, die dort das Goldland Ophir suchten; denn in der Zeit der biblischen Ophirfahrten war Saba dem König Salomo untertan. Selbst die Theorie Keanes paßt dazu, der zwar in Ophir nur den goldverteilenden Hafen sieht und ihn an die südarabische Küste verlegt, als Gold produzierendes, altsemitisches Kolonisatronsgebiet aber das heutige südliche Rhodesien annimmt. - Es folgen die Forschungen Halls und Neals Ende der 90 er Jahre, aus denen sich zunächst eine ungeahnt große Ausdehnung des südrhodesischen Ruinengebietes ergab; es stellte sich heraus, daß das ganze Hochland zwischen Sambesi und Limpopo mit den Resten von Forts, Tempeln und Terrassen für Getreidebau förmlich übersät ist. Es wurde aber ferner auch gewiß, daß diese Ruinen ein sehr verschiedenes Alter haben. Nur die Entstehung von zwei Bauten glaubten Hall und Neal bis um das Jahr 2000 v. Ehr. zurückdatieren zu können, die jüngsten mochten nach ihrer Ansicht aus der Zeit des Monomotapareichs stammen, eines Staates der Makalanganeger, über den die erwähnten portugiesischen Schriftsteller des 16. nachchristlichen Jahrhunderts berichten. Man fand außerdem einige Goldarbeiten zweifelhaften Alters, aber keine alten Inschriften und keine alten Gräber, deren Inhalt über die frühesten Kolonisatoren hätten Aufschluß geben können. Die Verwaltung Rhodesiens hat sich dann die weitere Erforschung der Ruinen angelegen sein lassen, vornehmlich die Freilegung von Simbabye, das aus dem sogenannten elliptischen Tempel, einer „Akropolis" auf einer nahen Kopje und einigen minder bemerkenswerren Resten besteht. Hall, mit den Arbeiten beauftragt, har 1902 bis 1904 Grabungen vorgenommen und in einem jüngst erschienenen Buch „Great Zimbabwe“ und in einigen anderen ergänzenden Veröffentlichungen darüber berichtet. Mit alten Inschriften und Gräbern kann er wiederum nicht dienen, aber hat doch manche Tatsachen von neuem erhärtet, vor allem die, daß sich unter den etwa 300 bis jetzt bekannten Ruinenstätten Süd-Rhodesiens, wenn nicht viele, so doch einige Dutzend von sehr hohem Alter befinden. Zu diesen gehören die erwähnten beiden Hauptbauwerke von Simbabye selbst, wennschon sie die Spuren jüngerer Ergänzungen tragen. Die übrigen Reste sind jünger, zum Teil nur wenige Jahrhunderte alt und Negerbauten. Es scheint, daß, nachdem die altsemitischen Kolonisatoren und Ausbeuter Rhodesien verlassen haben, der Minenbetrieb durch fremde Elemente für viele Jahrhunderte aufgehört hat, daß er erst von den Arabern der mohammedanischen Zeit und schließlich durch die Makalanga fortgeführt worden ist, unter Benutzung und Ausdehnung der alten Baureste. Man könnte nun einwenden, hier stehe Ansicht gegen Ansicht, und es lasse sich nicht beurteilen, ob Mac Jver mit Recht oder Unrecht das, was man bisher für Tatsachen gehalten hat, für Irrtum erklärt. Es fehlt aber doch nicht an Material, das den antiken sabäischen oder semitischen Ursprung mancher Ruinen sicherstellt und die Vermutung, alle ohne Ausnahme rührten von den Negern des 16. oder 15. Jahrhunderts her, ausschließt. Dahin gehört zunächst der allgemeine Charakter der Ruinen von Simbabye: den konischen Turm im elliptischen Tempel sieht man auch auf einer in Byblos im alten Phönizien gefundenen antiken Medaille, die Ornamentierung der Mauern auch auf Bauwerken Südarabiens. Ferner ein Teil der Funde: ein in Simbabye ausgegrabener Seifensteinzylinder mit Rosetten gleicht einem auf der Stätte des alten phönizischen Tempels von Paphos gefundenen Zy-

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