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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1905-08-25 · 34 (25.8.1905) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
34 (25.8.1905)
Date
1905-08-25
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Zeitschrift für die Gesamtintereffe« des Judentums. Webst öem Weibtcrll: Jüdisches LittercrlurötaLt. Erscheint an jedem Freitag das jüdische Litteraturblatt monatlich zweimal. Alle Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Redaktion und Verlag: Werttrr 6., Woß-Straße 3 Telephon: Amt I, 5729. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Österreich-Ungarn 3.— Mk. alle anderen Länder 3.50 Mk. Anzeigen für die Ispaltige Petitzeile 30 Pf. Alle Annoncen-Expeditionen nehmen Anzeigen entgegen. Uirrnnrer 34. KerNn, 25. August 1905. 14. Jahrgang. Alle, auch für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitten mir an die Adresse Israelitische Wochenschrift Berlin C., Rost-Straste 3. Inhalt. Artikel: Die anthropologische Stellung der Juden. — Ueber die Rechtsstellung der jüdischen Gemeinden in Preußen. (Fortsetzung.) — Das Judentum und das Wesen des Christentums. Von E. L. — Englische Briefe. — Aus Frankreich. — Unfallversicherung und Schächter. — Gedanken und Aussprüche berühmter Männer über Juden und Judentum. — Politik: Rückkehr zum Judentum. — Eine Bittschrift der Juden. — Mädchenhandel in Galizien. — Arabien. — Wochenchronik. — Vakanzen. — Sonett. — Feuilleton: Die Macht der Liebe. Von Babette Fried. (Fortsetzung.) — Inserate. Die unthropslogW Stellung der Inden. Nach einem im Verein zur Abwehr des Antisemitismus in Wien von Herrn Professor Dr. Felix von Luschan (Berlin) gehaltenen Vortrag. Bereits in der Versammlung der deutschen anthropologischen Gesellschaft zu Ulm 1892 wurde durch den Vortragenden darauf hingewiesen, daß die landläufige Ansicht von einem homogenen Charakter der jüdischen Rasse unrichtig sei, indem in den Juden sehr viel nichtsemitische Elemente vorhanden sind, und daß es daher überhaupt eine „jüdische Rasse" nicht gebe. Wiewohl die meisten Fachleute dieser Ansicht sich angeschlossen haben, so ist sie doch nicht in die weiteren Kreise gedrungen und es erweist sich daher notwendig, diesbezüglich einige Aufklärung zu schaffen. Aus den Forschungen hat sich ergeben, daß die heutigen Juden zum großen Teile die Nachkommen der vorsemitischen Bevölkerung von Vorder-Asien sind. Die Semiten werden gewöhnlich in Nord- und Süd- Semiten unterschieden. Zu den ersteren zählt man die Babylonier, Assyrier, Hebräer, Moabiter, Samariter, eine große Gruppe der Phönikier, endlich auch die Karthager; zu den letzteren die Araber, welche sich zum Teil in eigentliche Araber, zum Teil in Aramäer, Syrier, Egypter und Marokkaner spalten — Gruppen, die sich dialektisch oder sprachlich streng abgrenzen — ferner die Aethiopier mit den heutigen Abessyniern, welche zur alten äthiopischen Sprachgruppe gehören, mit dem Amhara- Tigre- und Harari-Dialekte. Diese Einteilung ist nicht einwandfrei, denn die Babylonier und Assyrier sind, wie die ausgebrabenen Bilderwerke beweisen, nicht einheitlich und die Aethiopier dürften zu der großen Chamitischen Gruppe gehören, welche Ostafrika bevölkert und auch sonst in Afrika vertreten ist, worauf ihr krauses Haar hinsührt, während allerdings ihre große Statur — wie schon Lepsius hervorhob — auf Semiten deutet. Die Forschungen haben nun weiter einen alten sprachlichen Zusammenhang zwischen Aegyptern und deren Vorfahren, den ältesten Semiten, ergeben. Daß der semitischen Spracheinheit eine Rasseneinheit entspräche, läßt sich heute ebensowenig mehr festhalten, wie bei der indogermanischen Sprache; es gibt keine indogermanische Rasse, nicht einmal eine germanische Rasse. Wre wenig den semitisch redenden Völkern semitische Rassen angehören, beweisen einzelne große Gebiete Vorder-Asiens, in denen tatsächlich arabisch, aber nicht von Arabern gesprochen wird. Die Verschmelzungen einiger semitischer und chamitischer Völker sind leicht aufzuklären; wenn die einzelnen Elemente auf ihre Abstammung und Lebensweise geprüft werden, dann gelingt die Eliminierung ganz leicht. Da sind zunächst die Tscherkessen, welche sofort auszuschalten sind. Von diesen ist es bekannt, daß sie in verschiedene Rassen hineinheirateten. Ebenso dürfen außer Bulgaren und Griechen noch einige andere kleine Völkerschaften West-Asiens ausgeschaltet werden, deren leichte Verschmelzung bekannt ist. Auch mit Negern fanden und finden noch fortwährend Vermischungen statt, daher in Vorder-Asien sehr viel Aehnlichkeiten mit NegerrcMn vorgefunden werden. Dann kommen die Nomaden in Betracht, weniger wohl die Zigeuner, als vielmehr jene zahllosen Stämme in Vorder-Asien, die entweder niemals in ihre alten Quartiere zurückkehren, oder solche, die nur im Winter ihre Quartiere verlassen, im Sommer dagegen in rhre alten Zeltlager zurückkehren. Hierher gehören auch die mit den zweihöckerigen Kameelen umherziehenden Turkmenen, welche wir sofort auszuschalten haben. Ferner die Kurden: sie nomadisieren wohl auch und zwar in Nord-Syrien, vermischen sich aber niemals mit der seßhaften Bevölkerung, halten sich sprachlich vollkommen rein und sind bestrebt, sich als Volksstamm zu erhalten. Zumeist sind die Kurden langköpsig; die östlichen Kurden dagegen, die kurzköpfig sind, dürften nur kurdisch gewordene alte Perser sein — da sonst ihre Kopfbildung kaum

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